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Ins Spiel gebissen: SC DHfK Leipzig bezwingt TuSEM Essen 29:26 (11:12)

Ins Spiel gebissen: SC DHfK Leipzig bezwingt TuSEM Essen 29:26 (11:12)

Leipzig. Jubel bei den Fans des SC DHfK Leipzig: Die Zweitligahandballer erkämpften sich am Sonntagabend vor 1385 Zuschauern in der Ernst-Grube-Halle einen 29:26-Erfolg (11:12) gegen den Tabellendritten TuSEM Essen.

In einer rassigen Partie bissen sich die Hausherren regelrecht hinein ins Spiel und wussten vor allem in der Schlussphase zu überzeugen. Dabei profitierten sie von ihrem überragenden Publikum.

"Ich freue mich für die Mannschaft, dass sie das heute so geschafft hat", resümierte ein sichtlich erleichterter Uwe Jungandreas, der unumwunden zugab, unter der Woche eine Trainingseinheit abgebrochen zu haben, weil seine Jungs "hypernervös und bockig" waren. "Wir haben heute die Abwehrleistung und die Geschlossenheit auf's Parkett gebracht, die uns vor Weihnachten ausgezeichnet hat", lobte der DHfK-Coach.

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Leipzig. Jubel bei den Fans des SC DHfK Leipzig: Die Zweitligahandballer erkämpften sich am Sonntagabend vor 1385 Zuschauern in der Ernst-Grube-Halle einen 29:26-Erfolg (11:12) gegen den Tabellendritten TuSEM Essen. In einer rassigen Partie wussten die Hausherren vor allem in der Schlussphase zu überzeugen und profitierten dabei von ihrem überragenden Publikum.

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Der Weg dahin war allerdings ein schwieriger. Die Anfangsphase gehörte noch den Gastgebern. Mit einem Siebenmeter und zwei Kontern zogen sie schnell auf 3:0 davon. Doch spätestens nach der Auszeit von Coach Maik Handschke in der 18. Minute fanden sich die Gäste aus dem Ruhrpott und bei den Grün-Weißen machten sich die Probleme aus der Vorwoche bemerkbar. Die Essener agierten aggressiv aber nicht unfair mit einer massiven 6-0-Abwehr. Die Hausherren kämpften einmal mehr mit Schwierigkeiten im Positionsspiel. Die Außenspieler René Boese und Ulrich Streitenberger kamen zunächst kaum zum Zug. Tore ergaben sich zunehmend nur noch aus dem Rückraum, in dem Steve Baumgärtel in der ersten Hälfte wie schon gegen Erlangen äußerst glücklos agierte. Lediglich Philipp Seitle und in Ansätzen Eric Jacob konnten Akzente setzen. Das war zunächst aber schlicht zu wenig.

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Die Zweitligahandballer des SC DHfK Leipzig erkämpften sich am Sonntag vor 1385 Zuschauern in der Ernst-Grube-Halle einen 29:26-Erfolg (11:12) gegen TuSEM Essen. Hier wird Thomas Oehlrich (l., DHfK) beim Wurf von Philipp Pöter bedrängt.

Quelle: Christian Nitsche

"Das Spiel gegen Erlangen hat uns schon verunsichert", kommentierte Seitle später. "Heute wollten wir umso mehr und hatten wie schon in der gesamten Hinserie Probleme, ins Spiel zu kommen. Auch da hatten wir dann immer so Phasen, wo plötzlich kaum noch was ging."

Zudem schlichen sich, auch bedingt durch die Defensivarbeit der Gäste, rasch wieder unnötige Fehler ein. Deutlich zu oft landete der Ball unmotiviert und plötzlich in den Händen des Gegners. In der 21. Minute stellte Niclas Pieczkowski erstmals den Ausgleich her. Ole Rahmel traf kurz darauf zur erstmaligen Führung der Essener. Die überzeugten in den ersten 30 Minuten durch eine durchaus homogene Mannschaftsleistung.

"Es war schon vor dem Spiel klar, dass das eine ganz schwierige Kiste wird", so Philipp Seitle. "Die stehen hinten sehr kompakt, verschieben unheimlich gut, doppeln den Kreisläufer. Wir hatten gar keine richtige Möglichkeit, die Außen einzubinden." Uli Streitenberger sah das ähnlich. "Wir haben heute nicht gegen irgendjemanden gespielt", gab er zu Bedenken. "Essen ist eine gute Mannschaft. Die lassen sich nicht einfach abschütteln oder aus der Ruhe bringen."

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Die Zweitligahandballer des SC DHfK Leipzig erkämpften sich am Sonntag vor 1385 Zuschauern in der Ernst-Grube-Halle einen 29:26-Erfolg (11:12) gegen TuSEM Essen. Im Bild: DHfK-Torwart Michael Galia.

Quelle: Christian Nitsche

Nach der Halbzeitpause zeigte sich deshalb zunächst ein ähnliches Bild. Die DHfK-Sieben lief einem Rückstand hinterher. Erst in der 42. Minute gelang Eric Jacob der Ausgleich. Der nun etwas besser aufgelegte Baumgärtel vollendete im Anschluss einen Konter zum 19:18. Nun kam der grün-weiße Zug doch noch ins Rollen. Getragen von ihren frenetischen Fans und mit einem immer stärker werdenden Michael Galia im Rücken überstanden sie eine knappe Viertelstunde vor Schluss selbst eine doppelte Unterzahl ohne nennenswerte Schwierigkeiten.

Gästetrainer Maik Handschke mochte sich im Nachgang über die Lücken im Spiel seiner Jungs keinerlei Illusionen machen. "Wir werden immer als Spitzenteam dargestellt. Aber wir müssen ehrlich sein: Einige Spieler haben diese Qualität einfach nicht. Da müssen wir dann auch nicht mehr über Taktik reden", sagte der gebürtige Schweriner, der nach der Partie bekannte, sich unheimlich zu freuen, wieder einmal "in dieser altehrwürdigen Halle" zu sein. "Wir haben einfache Fehler gemacht, sind von unserem Konzept abgewichen. Das hat uns das Genick gebrochen."

Die Schlussphase wurde dann zunehmend hitzig. Die Unparteiischen Daniel Porebska und Tobias Schween hatten gut zu tun. In der letzten Minute musste Essens Philipp Pöter nach der dritten Zeitstrafe das Parkett verlassen. Zum Glück für die Hausherren stieg die Fehlerquote bei den Gästen immer weiter. Vor allem im Abschluss hatten sie nun häufiger Schwierigkeiten. "Ich hab unter der Woche bereits ein Training abgebrochen, weil die Wand hinter dem Tor drohte einzustürzen", meinte Handschke dazu. Der SC DHfK verbiss sich dagegen regelrecht in seinen zwischen ein und drei Toren pendelnden Vorsprung und verteidigte ihn erfolgreich mit Klauen und Zähnen. Der Sieg für die Leipziger war so gesehen zwar kein schöner, aber ein ungemein wertvoller.

Philipp Seitle, mit zehn Toren bester Werfer seines Teams, war denn auch nach der Parte gleich wieder zu Späßen aufgelegt. "Wenn wir immer so eine Schlussphase hinkriegen und die Spiele dann immer so ausgehen, ist es ja auch ok", sagte er lachend.

Leipzig:

 Galia; Krechel; Müller; Dietzmann (2); Streitenberger (2/2); Wolf; Baumgärtel (4); Oehlrich (1); Binder; Boese (5); Jacob (5); Wagner; Riehn; Seitle (10).

Essen:

 Kulhanek; Bliß; Krüger (1); Kühn; Pöter (2); Trodler; Pieczkowski (5); Seidel (2); Lindt (2/2); Rahmel (9/1); Ciupinski; Prokopec (2); Kropp (3).

Siebenmeter:

 Leipzig 2/2; Essen 4/7.

Strafen:

 Leipzig 4; Essen 5 + rote Karte für Pöter.

Antje Henselin-Rudolph

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