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Intensives Ostduell zwischen SC DHfK Leipzig und SC Magdeburg

Unentschieden Intensives Ostduell zwischen SC DHfK Leipzig und SC Magdeburg

Die unglaubliche Serie hat gehalten! Der SC DHfK Leipzig hat am Mittwochabend ein umjubeltes 24:24-Unentschieden (11:15) gegen den SC Magdeburg wie einen Sieg gefeiert. Die Grün-Weißen bleiben damit auch im vierten Liga-Aufeinandertreffen mit dem Ostrivalen ungeschlagen.

Andreas Rojewski (DHfK #5) gegen Zeljko Musa (SCM #2) beim Spiel SC DHfK Leipzig vs. SC Magdeburg.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Die unglaubliche Serie hat gehalten! Der SC DHfK Leipzig hat am Mittwochabend ein umjubeltes 24:24-Unentschieden (11:15) gegen den SC Magdeburg wie einen Sieg gefeiert. Die Grün-Weißen bleiben damit auch im vierten Liga-Aufeinandertreffen mit dem Ostrivalen ungeschlagen. Vor 5546 Zuschauern, darunter der sächsische Innenminister Markus Ulbig, spielten sie allerdings erst in der zweiten Halbzeit ihre Qualitäten gewinnbringend aus. Keeper Milos Putera wurde zum Held des Abends, lieferte eine unglaubliche Leistung ab.

"Um Magdeburg zu schlagen, müssen wir über 60 Minuten unsere Top-Leistung abrufen. Das ist uns heute nicht gelungen", monierte Heim-Coach Christian Prokop zurecht, um unmittelbar anschließend ein dickes Lob nachzuschieben. "Die Mannschaft hat erneut eine unheimliche Willensleistung gezeigt." Sein Gegenüber Bennet Wiegert wusste nicht so recht, ob er jetzt einen Punkt gewonnen oder verloren hatte. "Gefühlt eher verloren. Vielleicht kann ich die Frage morgen besser beantworten." Der SCM kämpft im Fernduell mit den Füchsen Berlin um Platz vier, braucht jeden Zähler. "Wir zollen im Moment auch der hohen Belastung der vergangenen Wochen Tribut."

Im Grunde hätte die Partie nicht optimaler beginnen können. Denn DHfK-Keeper Jens Vortmann entschärfte unmittelbar den ersten Angriff der Gäste. "Wie gegen Kiel", dachte da wohl so mancher. Dass Andreas Rojewski im Gegenzug einen Siebenmeter vergab, erinnerte schon weniger an die letzte Heim-Gala. Das weitere Spiel der Hausherren tat es auch nicht. Die Magdeburger Abwehr hatte vor allem den Rückraum der Grün-Weißen bestens im Griff. Weiteres Manko: fehlende Nerven beim Siebenmeter. Gleich drei ließen Rojewski und Maximilian Janke zusammen in den ersten 30 Minuten liegen. Später analysierte "Roj zutreffend: "In der ersten Halbzeit haben wir das Duell in der Abwehr, bei den Torhütern und vom Punkt verloren."

Der SCM hatte es so nicht zu schwer. Zwei Mal zogen sie zunächst blitzartig auf zwei Tore davon. Zwei Mal gelang den Hausherren mit viel Mühe der Ausgleich. Danach war Schluss mit dem Abnutzungskampf. Nun wurde es deutlicher. Da half auch der Einsatz des siebten Feldspielers und der Wechsel auf Milos Putera im Kasten wenig. Zwischenzeitlich hatten die Magdeburger sechs Tore vor. "In Hannover waren es acht", machten sich die Fans in Gedanken Mut. Die Halbzeit nahte. Zeit, neue Kräfte zu sammeln.

Das half. Der SC DHfK kam gut aus der Kabine. "Wir haben in der Pause vor allem Taktisches analysiert. Laut ist es nicht geworden", so Prokop zum Geschehen. "Wir hatten und ja vor der Pause schon gefangen. Und da haben wir dann einfach weitergemacht", erklärte Roman Becvar den Wandel. Benjamin Meschke und Lukas Binder verkürzten auf 13:15. Die Hoffnung auf den Rängen hatte Nahrung bekommen, der Lärmpegel in der Arena stieg. Und: Die Sicherheit, die den SCM in Halbzeit eins begleitet hatte, war ein Stück weit passé. Auch wenn die Gastgeber zunächst nicht ausgleichen konnten, sie waren jetzt dran, waren in Schlagdistanz. Milos Putera im Tor hatte Hände und Füße gefühlt überall gleichzeitig, sorgte so unter anderem dafür, dass eine durch Meschke verursachte Unterzahl ohne Gegentor blieb. Auch im Rückraum und der Abwehr lief es jetzt wieder, und wie.

In der 46. Minute war es dann soweit: Christoph Steinert traf vom Punkt zum 17:17. Rojewski wenig später zum 18:17 und damit zur ersten DHfK-Führung im Spiel. "Bei den Siebenmetern war ich mir sicher", sagte Steinert später. "Yannik Green ist schon lange in der Liga, da kennt man sich."

Das Dach der Arena schien jetzt endgültig abzuheben. Bisweilen drohte ein mittelschwerer Tinnitus. Alle hatten sich von ihren Plätzen erhoben für knapp 15 hochemotionale Schlussminuten. Jetzt war es ein Duell auf Augenhöhe, in dem Prokop taktisch noch einmal alle Register zog, mehrfach den siebten Mann brachte. Auf 22:20 konnten seine Jungs davonziehen, nur um in der 57. Minute den Ausgleich zu kassieren. Was für ein Schlagabtausch! Siebenmeter Robert Weber - verwandelt, Tor Rojewski(24:23), Strafe Rojewski, Tor Musche. DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther war dem Herzinfarkt nahe, während SCM-Coach Bennet Wiegert zwischen Resignation und Explosion pendelte. Am Ende gab es einen Punkt für jeden. "Roje" haderte dem Schiedsrichter. "Die Strafe gegen mich war absolut ungerechtfertigt", schimpfte er. "Ich treffe ihn sauber an der oberen Brust und sein Kopf schnappt sofort zurück." Die Unparteiischen seien darauf hereingefallen. "Es tut schon etwas weh jetzt", so Putera. "Vielleicht, weil wir geführt haben."

Dennoch, Steinert, Rojewski, Meschke, Becvar, sie waren sich einig. Die Punkteteilung war gerecht. "Es war ein sehr sehr leidenschaftliches Spiel vor einer tollen Kulisse. Da macht es wahnsinnig viel Spaß zu spielen", sagte SCM-Sportchef Steffen Stiebler im Anschluss. "Ich hoffe, wir können dann nächstes Jahr den Bock in Leipzig umstoßen."

Leipzig: Vortmann; Putera; Semper; Rojewski (5/3); Jurdzs (2); Krzikalla (1); Binder (3); Janke (2); Pieczkowski (1); Roscheck; Meschke (4); Milosevic; Steinert (4/2); Becvar (1).

Magdeburg: Green; Quenstedt; Musa (1); Musche (2); van Olphen (1); Pettersson; Bagerstedt; Grafenhorst; Christiansen (3); O'Sullivan; Bezjak (2); Weber (10/5); Damgaard (5); Zelenovic.

Siebenmeter: Leipzig 5/8; Magdeburg 5/5.

Strafen: Leipzig 4; Magdeburg 2.

Von Antje Henselin-Rudolph

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