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Jetzt geht's erst richtig los: Handballer des SC DHfK siegen und spielen um den Aufstieg

Jetzt geht's erst richtig los: Handballer des SC DHfK siegen und spielen um den Aufstieg

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig sind Meister der Drittligastaffel Ost. Die Messestädter sicherten sich den Titel und damit die Teilnahme an der Relegation um den Aufstieg in die 2. Bundesliga am Samstagabend durch einen 33:25-Sieg (18:15) gegen den direkten Konkurrenten TG Münden.

In der ausverkauften Ernst-Grube-Halle feierten 1790 Zuschauer nach dem Abpfiff ihre Jungs, die zuvor über weite Strecken eine beeindruckende Leistung gezeigt hatten. Bereits im Spielverlauf hatten die Anhänger die Halle in ein wahres Tollhaus verwandelt. "Hier macht es Spaß, Handball zu spielen", kommentierte DHfK-Trainer Uwe Junandreas, vor der Saison noch in Diensten von Concordia Delitzsch.

Das größte Lob für Atmosphäre und Leistung in der "Grubehölle" kam überraschenderweise vom Gästetrainer. "Das war das beste Spiel mit den meisten Zuschauern in meiner Karriere", sagte Peter Rommel. "Leipzig hat uns eindeutig in die Schranken gewiesen. Wir müssen noch viel lernen."

Die Hausherren erwischten einen Start nach Maß. Zwei Mal Streitenberger, ein Mal Seitle, ein Mal Boese - und nach etwas mehr als 200 gespielten Sekunden sah sich Mündens Trainer bereits zu einer Auszeit gezwungen. Denn bei den Jungs in Rot lief in den Anfangsminuten nicht viel zusammen. Der SC DHfK war dagegen vom Anpfiff weg im Spiel und agierte über die gesamte erste Halbzeit hinweg mit einer Führung im Rücken.

"Wir haben den Start komplett verschlafen", monierte Mündens Keeper Christian Gumula nach dem Abpfiff. "Wir wollten hier gewinnen und haben uns schon was ausgerechnet."

Nachdem spätestens ab Mitte der ersten Hälfte auch die Gäste endgültig auf der Platte waren, entwickelte sich ein Schlagabtausch auf hohem Niveau. Schnell wurde klar: Auch eine Fünf-Tore-Führung, wie etwa beim 10:5 in der 15. Minute, gab keinerlei Anlass zu ersten Meistergedanken. Münden blieb gefährlich. Insbesondere Liga-Topscorer Martin Hummel, Matthias Reise und Renato Rui sorgten immer wieder für gefährliche Angriffe. Hummel beeindruckte zudem vom Siebenmeterpunkt mit enormer Konstanz. Erst in der 38. Minute konnte Michael Galia im Tor einen seiner Versuche entschärfen.

Auf Leipziger Seite glänzte vor allem der im Vergleich zu seinen Gegenspielern kleine Philipp Seitle, der ebenso wie Ulrich Streitenberger teilweise regelrecht entfesselt aufspielte. Ohnehin waren Emotionen das Salz in der Suppe dieser Begegnung, die durch harte aber selten unfaire Zweikämpfe, unnachgiebige Abwehrarbeit und hohes Tempo begeisterte. Die 18:15-Führung der Gastgeber zur Halbzeit war verdient, auch weil sich die Jungs in Grün-Weiß im Abschluss konzentrierter zeigten und mit Galia den stärkeren Mann im Tor hatten.

Zu Beginn der zweiten Hälfte änderte sich zunächst wenig an Spielanteilen und -gestaltung. Allmählich schlichen sich auf Leipziger Seite allerdings Fehler ein. Hatte es in den ersten 30 Minuten kaum eigene Fehlwürfe gegeben, landete jetzt schon mal ein Wurfversuch neben dem Tor oder führte ein Fehlpass zu einem Mündener Angriff. In der 41. Minute stand die Partie schließlich auf der Kippe. Durch einen Treffer von Renato Rui war die DHfK-Führung auf 20:19 zusammengeschmolzen. Der anschließende grün-weiße Angriff schien endlos, wurde immer wieder unterbrochen und drohte wegen Zeitspiels abgepfiffen zu werden. Rückraum-Riese Eric Jacob setzte schließlich das 21:19 in den Mündener Kasten. Die Zuschauer atmeten hörbar auf.

Und auch die heimischen Akteure auf dem Parkett schienen in der Folge wie befreit und zogen ihren Gegner davon. "Nachdem wir zuvor zu fahrlässig mit unseren Chancen waren, haben wir noch einmal einen Gang hochgeschaltet. Da ist Münden die Luft ausgegangen", meinte René Boese später zu dieser Phase. Peter Rommel sah das anders. Er hatte noch einmal mit einer Auszeit reagiert und die Abwehr umgestellt. "Das hat nicht funktioniert. Das Folgende war damit eindeutig mein Fehler."

In der 54. Minute traf Steve Baumgärtel zum 28:22. Boese erhöhte wenig später auf 30:22. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Feiern auf den Rängen bereits begonnen. Und auch der Rest war nur noch Jubel. Wohl wissend, dass der schwierigste Weg, der durch die Relegation, noch vor ihnen liegt, prangte auf den Meistershirts der DHfKler der Spruch: "Jetzt geht's erst richtig los!"

Dessen war sich auch Uwe Jungandreas wohl bewusst. Er werde die Trainingsintensität in den kommenden Tagen etwas zurückfahren, blickte er voraus. "Die Jungs müssen mal durchschnaufen. Diese Saison hat Nerven gekostet", so der Trainer. "Und wir haben erst ein Zwischenziel erreicht."

Leipzig:

Galia; Sarközi; Schulz; Dietzmann (1); Leuendorf; Streitenberger (10/3); Wolf; Baumgärtel (3); Oehlrich (1); Binder; Witaszak; Schepers; Boese (7/1); Jacob (5); Wagner (1); Seitle (5); Telehuz.

Münden:

Gumula; Petrauskas; Leinhart (2); Jungermann; Endig; Reiser (4); Rui (5); Luca; Stelmokas (1); Rentsch; Grambow (2); Linke; Spangenberg; Riehn (2); Hummel (8/4); Doktorovych (1).

Siebenmeter:

Leipzig 4/5; Münden 4/5.

Strafen:

Leipzig 5; Münden 4.

Antje Henselin-Rudolph / Matthias Roth

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