Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
Kein Glück in Kiel: SC DHfK Leipzig unterliegt gegen den THW

40 starke, 20 schwache Minuten Kein Glück in Kiel: SC DHfK Leipzig unterliegt gegen den THW

Der SC DHfK Leipzig war dem deutschen Rekordmeister THW Kiel am Donnerstagabend nicht gewachsen. Über lange Strecken agierten die Grün-Weißen auf Augenhöhe mit den Nordlichtern. In den 20 Schlussminuten zündeten die Hausherren dann aber den Turbo. Kiel siegte gegen Leipzig mit 29:26 (15:14).

Franz Semper, Niclas Pieczkowski und Philipp Weber vom SC DHfK Leipzig (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Die Leipziger hatten den Schwung aus dem erfolgreichen Spiel gegen Flensburg mitgenommen und legten in Kiel mit einem 1:0 durch Krzikalla vor. Der THW konnte kurz darauf ausgleichen und zog davon. Zu Beginn machte vor allem THW-Keeper Niklas Landin Jacobsen machte mit seinen Paraden dem DHfK das Leben schwer. Dass Kiels Trainer Alfred Gislason Schlussmann Landin den Vorzug vor dem zuletzt schwachen Nationaltorhüter Andreas Wolff gab, schien sich zu bewähren. „Das ist eine Weltklasse-Mannschaft. Wir waren in der Höhle des Löwen, vor 10.000 Zuschauern. Kiel stand vor dem Spiele mit dem Rücken zur Wand“, betonte DHfK-Handball-Geschäftsführer Kartsen Günther am Abend die Stärken des Gegners.

Entscheidend in Front gehen konnten die Nordlichter in dieser Phase nicht. Der DHfK blieb in Schlagdistanz und nach einem Viertel der Spielzeit fiel der Ausgleich zum 6:6 durch Yves Kunkel. Alen Milosevic brachte die Sachsen kurz darauf in Führung. In Unterzahl – Bastian Roschek fing sich zwei Minuten – mussten sie in der 23. Spielminute den Ausgleich zum 11:11 hinnehmen. Kiel hatte nun wieder die Oberhand. Trainer André Haber setzte auf sechs Feldspieler. Das Tor Leipziger blieb verwaist, sodass THW-Keeper Landin ungehindert zur 12:11-Führung einnetzen konnte. Kurze Zeit später nahm der Coach Schlussmann Milos Putera ganz raus und schickte Jens Vortmann zwischen die Pfosten. Er sollte für mehr Stabilität in der Abwehr sorgen. Manager Günther hob nach dem Spiel hervor: „Über lange Strecken haben wir auf Augenhöhe mit Kiel gespielt.“

Zwei Mannschaften auf Augenhöhe

Kiel und Leipzig agierten weiter auf Augenhöhe – ohne entscheidende Vorteile auf einer Seite. Kurz vor der Halbzeitpause hätten die Gäste noch zum Ausgleich kommen können. Nachdem sich Patrick Wiencek drei Sekunden vor dem Pausenpfiff ein Foul leistete, brummte ihm das Schiedsrichter-Duo seine zweite Zwei-Minuten-Strafe auf. Doch der anschließende Freiwurf der Leipziger landete im Block. Mit 15:14 ging es in die Pause. Während den 15 Minuten Unterbrechung sagte Philipp Weber: „Wir können wenig verlieren, aber alles gewinnen.“  

Nach der Pause – noch in Unterzahl – begann Kiel druckvoll mit einem gekonnten Aufsetzer durch Steffen Weinhold und dem 16:14. Nachdem Alen Milosevic zu sehr geklammert hatte, musste er für zwei Minuten von der Platte. Leipzig setzte wieder auf sechs Feldspieler und das Haber-Team nutzte die Chance: 16:16-Ausgleich. Die Kieler setzten in der Abwehr vor allem auf ihre körperliche Robustheit. Das bekam Kreisläufer Milošević wiederholt schmerzhaft zu spüren, holte so aber auch den Siebenmeter zum 17:17 durch Yves Kunkel heraus.

In der 39. Minute hätte Andreas Rojewski die Vorzeichen im Spiel drehen können. Frei spazierte er über die Platte – und schoss unbedrängt Schlussman Landin an. Das wurmte den Leipziger: Aus dem Rückraum traf er kurz darauf zum 19:20. Philipp Weber setzte mit dem 19:21 nach. Kiel ließ zwei schnelle Tore folgen. Die folgenden fünf Minuten nahmen sich beide Mannschaften gegenseitig aus dem Spiel. Erst als Aivis Jurdzs aufstieg um den gesamten THW-Block zu überwinden, änderte sich wieder etwas an der Anzeigentafel (21:22, 44. Minute).

Leipzig verliert zum Schluss die Nerven

Doch Kiel zündete nun den Turbo: Mit drei Toren in rascher Folge brachten sich die Schwarz-Weißen wieder in Führung. Leipzig wirkte in der späten Phase von der Rolle. Vor dem gegnerischen Tor wollte einfach nichts gelingen. Miha Zarabec konnte die Gastgeber mit seinem Treffer erstmals drei Tore in Führung bringen. Zehn Sekunden später sah Patrick Wiencek die rote Karte und Leipzig war in Überzahl, konnte die Gelegenheit nicht wirklich nutzen. Erst Niclas Pieczkowski brachte den SC DHfK mit dem Treffer zum 27:24 wieder näher heran. „In der letzten Viertelstunde haben wir zu viele freie Chancen vergeben“, so Manager Günther nach dem Spiel. „Bei den Leistungsträgern sind da noch ein paar Prozent nach oben offen.“ Als sich Miha Zarabec in der 57. Minute durch die Leipziger Abwehr tankte und den Ball zum 28:24 versenkte, begannen die Zuschauer in der Ostsee-Halle bereits zu jubeln. Der kleine Slowene legte noch das 29:24 nach. Franz Semper sorgte mit seinen Toren in der 58. und 60. Minute noch für Ergebniskosmetik. Doch sechs Leipziger Tore in den finalen 20 Minuten waren schlicht zu wenig: Der THW Kiel besiegt den SC DHfK Leipzig mit 29:26.

Nun ist beim SC DHfK Leipzig der Blick aufs nächste Heimspiel gerichtet: „Mit Hannover haben wir kommende Woche den Tabellenführer zu Gast. Die Jungs sind ehrgeizig genug. Da wollen wir gewinnen", so Günther. Die Heimpartie gegen Hannover wird am Sonntag, 24. September, um 12.30 angeworfen.

Statistik:

SC DHfK Leipzig: Vortmann (TW), Putera (TW), Semper (4), Rojewski (4), Jurdzs (1), Krzikalla (2), Janke (1), Pieczkowski (1), Kunkel (5/1), Roscheck, Weber (5/1), Rivesjo, Strosack, Meschke, Milosevic (3)

Zeitstrafen: 4 Minuten

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielberichte