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Keine Chance für Grün-Weiß: SC DHfK Leipzig unterliegt Rhein-Neckar Löwen klar

Gegen Tabellenersten Keine Chance für Grün-Weiß: SC DHfK Leipzig unterliegt Rhein-Neckar Löwen klar

Ernüchterung in Leipzig: Auch wenn sich die Spieler des SC DHfK am Mittwoch tapfer schlugen, gegen den Tabellenersten war kein Ankommen. Am Ende unterlagen die Gastgeber deutlich.

Das DHfK-Team um Philipp Weber hat sich am Mittwoch wacker geschlagen. Dennoch hat es gegen den Tabellenersten nicht gereicht.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Auch wenn sich der SC DHfK Leipzig am Mittwochabend redlich mühte, gegen Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen war nicht wirklich etwas zu holen. 21:30 (10:13) unterlagen die Messestädter vor 4482 Zuschauern gegen das Team aus Mannheim, das mit dem Erfolg einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Meisterschaft machte. Da sich Verfolger THW Kiel am gleichen Abend einen 28:29-Patzer beim SC Magdeburg leistete, haben die Löwen nun vier Punkte Vorsprung bei einem Spiel mehr. Allerdings sitzt ihnen die SG Flensburg-Handewitt weiter dicht im Nacken.

"Unsere Aufgabe hat sich nicht geändert", kommentierte Löwen-Coach Nicolaj Jacobsen. "Wir müssen unsere letzten Spiele gewinnen." Zufrieden war er natürlich nach der Vorstellung seiner Jungs in der Arena Leipzig. "Wir haben über 60 Minuten eine richtig gute Abwehr hingestellt und hatten das Spiel vor allem in der zweiten Halbzeit im Griff." Lob gab es auch für die Hausherren. "Sie haben nie aufgegeben, auch nicht, als sie mit sechs Toren hinten lagen. Sie sind immer schnell zurückgelaufen, haben um jeden Ball gekämpft."

Prominenz auf den Rängen

Auf den Rängen hatte sich reichlich lokale und überregionale Prominenz versammelt. Neben Oberbürgermeister Burkhard Jung mit Partnerin drückten auch Kugelstoß-Weltmeister David Storl sowie die soeben mit RB Leipzig in die erste Fußballbundesliga aufgestiegenen Stefan Ilsanker, Dominik Kaiser, Diego Demme und Achim Beierlorzer den Hausherren die Daumen. Denen gelang es zunächst, die Partie mit geringerem Rückstand offen zu halten, auch wenn die überragende individuelle Klasse der Mannheimer von Beginn an deutlich sichtbar war.

Der Abwehrblock, den Nikolaij Jacobsen mit Mads Mensah Larsen, Hendrik Pekeler, Gedeon Guardiola und Alexander Petersson auf das Parkett schickte, nötigte schon rein optisch Respekt ab - von der spielerischen Qualität ganz zu schweigen. "Bei uns muss schon alles sehr sehr sehr perfekt laufen, wenn wir gegen so eine Mannschaft eine Chance haben wollen", bekannte Bastian Roscheck später. "Die haben die beste Abwehr der Liga."

Tapfer gewehrt, aber doch verloren: Der SC DHfK Leipzig hat am Mittwoch eine Niederlage gegen die Rhein-Neckar-Löwen eingesteckt.

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Die Qualität der Gäste kam im weiteren Verlauf der ersten Hälfte zunehmend zum Tragen. DHfK-Coach Christian Prokop versuchte es mit kleinen Überraschungen, rief Keeper Jens Vortmann auf die Bank und schickte Benjamin Herth als siebten Feldspieler ins Getümmel. Der Erfolg dieser Maßnahme war in der Endabrechnung mäßig, auch wenn sich so durchaus Chancen ergaben. Gleich drei Mal schaffte es Vortmann nicht rechtzeitig zurück in seinen Kasten. Nur zwei Mal gelang ein eigener Treffer.

Natürlich gab es auch Positives. Gregor Remke konnte sein erstes Bundesligator feiern (es blieb nicht bei einem). Thomas Oehlrich gab unter dem Jubel der Zuschauer sein Comeback, ebenso Milos Putera. Aber auch er konnte nicht verhindern, dass die Löwen zwischenzeitlich auf fünf Tore davonzogen (7:12, 27. Minute). Dass es zur Pause dann nur 10:13 stand, war auch einigen Unkonzentriertheiten der Mannheimer zu verdanken.

Remke kassierte vom Trainer später ein Sonderlob. "Für die 17 Jahre, die er erst alt ist, spielt er schon teilweise unheimlich erfahrenen Handball", so Prokop. Der so Gepriesene konnte sich indes so gar nicht über seine Leistung und Tore freuen. "Das hilft doch alles nix, wenn wir am Ende so deutlich verlieren."

Dominanz in der zweiten Halbzeit

Denn mit Beginn der zweiten Halbzeit zog das von Uwe Gensheimer angeführte Team schnell wieder auf fünf Tore weg. Auch wenn es den Grün-Weißen immer wieder gelang Nadelstiche zu setzen - etwa per Tempogegenstoß, einem überraschend abgefangenen Pass oder einer Vortmann-Parade - an der Überlegenheit ihrer Gegner änderte das nichts. Anders als die Füchse Berlin im Heimspiel zuvor wackelten die Löwen nicht. Sie lieferten trotz diverser Fehler eine souveräne Partie ab und vermittelten nie den Eindruck, in ernsthafte Gefahr zu geraten.

Den Hausherren gelang es auch durch das Fehlen des Mittelblocks aus Maximilian Janke und Aivis Jurdzs nicht, ausreichend Gefahr zu entwickeln. In der Offensive wussten zwar vor allem Philipp Weber, Christoph Steinert und Peter Strosack zu überzeugen. Dennoch fehlte natürlich bedingt durch die stabile Defensivleistung der Gäste die nötige Durchschlagskraft. "Da haben uns auch die Cleverness und die Erfahrung gefehlt", kommentierte Roscheck.

So wurde es am Ende die im Vorfeld erwartbare Niederlage, die aufgrund des Leistungsgefälles auch in der Höhe in Ordnung ging. Die Fans störte das nicht zu sehr. Sie unterstützten ihre Grün-Weißen bis zum Schluss und verstanden es, sich über die kleinen Momente zu freuen, etwa über den Treffer des langjährigen Kapitäns "Oehle" in der 51. Minute.

Einer, der sich ingesamt freute, war Christian Prokop. "Wir wollten uns als charakterstarke und motivierte Mannschaft zeigen. Wir haben uns vom Kampf her toll präsentiert, haben viel ausprobiert. Wir wollten erhobenen Hauptes die Halle verlassen. Das können wir heute."

Leipzig: Vortmann; Putera; Steinert (2); Herth; Oehlrich (1); Binder (1); Sommer (1/1); Roscheck; Weber (7/2); Zhedik (1); Strosack (4); Meschke (1); Milosevic (1); Remke (2).

Löwen: Appelgren; Ristovski; Schmid (6); Gensheimer (7/3); Kneer; Baena González; Larsen (2); Pekeler (5); Groetzki (2); Reinkind (2); Guardiola Villapana (1); Petersson (4); Ekdahl du Rietz (1); Sigurmannsson; Steinhauser.

Antje Henselin-Rudolph

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