Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

SC DHFK
Google+ Instagram YouTube
Keine Chance gegen den Favoriten aus Berlin: SC DHfK Leipzig unterliegt den Füchsen

Keine Chance gegen den Favoriten aus Berlin: SC DHfK Leipzig unterliegt den Füchsen

Eine Sensation lag zu keiner Zeit in der Luft. Der SC DHfK Leipzig hat im Viertelfinale des DHB-Pokals eine deutliche 19:29-Niederlage (8:16) gegen Erstligist Füchse Berlin kassiert.

Voriger Artikel
Nach deutlicher Steigerung zur Halbzeit: SC DHfK Leipzig siegt auswärts in Bad Schwartau
Nächster Artikel
Schwer erarbeitet: SC DHfK Leipzig feiert 28:21-Sieg gegen Bayer Dormagen

Im DHB-Pokal unterlagen die Handballer vom SC DHfK Leipzig am Mittwoch den Berliner Spreefüxxen.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Der Titelverteidiger steht damit im Final4. Vor 6351 Zuschauern in der ausverkauften Arena Leipzig waren die Gastgeber chancenlos, kämpften dabei vor allem mit deutlichen körperlichen Nachteilen und hatten am Ende sogar zwei Verletzte zu beklagen. Trainer Christian Prokop war nach dem Schlusspfiff eine Werbebande auf's Bein gefallen. Die Wunde blutete stark. Der Coach musste behandelt werden. Bereits während der Partie hatte es Lukas Binder erwischt. Der Kapitän trat Gegenspieler Fabian Wiede auf den Fuß und knickte um. "Der Doc hat alles gecheckt. Bisher scheint es nichts Großartiges zu sein. Ich bin guten Mutes für Freitag", so Binder.

Überbordende Zufriedenheit herrschte trotz des Sieges nicht auf Berliner Seite. "Es war wichtig, dass wir stark angefangen haben", kommentiert Füchse-Coach Dagur Sigurdsson und lobte ansonsten Kulisse und Stimmung. Der Manager der Gäste und DHB-Vizepräsident Bob Hanning wurde etwas deutlicher. "Wir konnten die Fronten schnell klären und haben souverän gespielt ohne zu überzeugen."

Zumindest gefühlt wurde es ein wenig dunkel, wenn die Grün-Weißen sich im Angriff auf die weiße Abwehrwand der Hauptstädter zubewegten. Einfach jeder der Füchse-Akteure war größer als sein Gegenüber. "Egal wie intelligent du spielst, gegen so ein Abwehrbollwerk ist es immer schwierig", meinte DHfK-Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar bereits in der Halbzeitpause. Auch DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther war sich des Problems bewusst. "Da war eine körperliche Kraft und eine Klasse auf Seiten der Berliner, die werden wir nicht in ein zwei Tagen aufbieten können."

Entsprechend problematisch gestalteten sich die Offensivbemühungen der Leipziger, die mangels vorhandener Durchschlagskraft im Rückraum ihr Heil darin suchten, die Berliner Defensive irgendwie auszuspielen. "Wir haben gemacht, was wir eigentlich vermeiden wollten, zu viel über die Mitte versucht", meinte Alen Milosevic später. Erfolgreich war das nur sporadisch. Und wenn dann doch einer der DHfK-Spieler zum Wurf kam, stand da immer noch Silvio Heinevetter im Tor der Gäste. "Heine ist heute natürlich überragend", kommentierte Kretzschmar. "Ich denke aber, die Würfe waren vor allem am Anfang teilweise auch etwas zaghaft. Vielleicht ist das sein Name." Der Nationalkeeper zog die übliche Heinevetter-Show ab, lamentierte nach jedem Gegentreffer wort- und gestenreich. Pfiffe gab es in der 45. Minute, als der ehemalige Delitzscher selbst zum Torwurf ansetzte, den verwaisten Leipziger Kasten aber verfehlte.

Weniger Lamento aber ebenso tolle Paraden zeigte auf der gegenüberliegenden Seite Henrik Ruud Tovas. Er war nach dem Treffer zum 6:16 durch Fabian Wiede in der 25. Minute in die Partie gekommen und wusste gegen die wurfgewaltigen Berliner zu überzeugen. Allzu viele Komplimente wollte er nach dem Abpfiff aber denn doch nicht entgegennehmen. "Es mag wichtig gewesen sein, dass ich heute gut war, es ist aber auch wichtig, dass ich morgen im Training gut bin und am Freitag gegen Dormagen." Jede von Tovas' gelungenen Aktionen wurde von den Zuschauern ebenso frentisch gefeiert wie jedes der am Mittwochabend nicht ganz so zahlreich wie gewohnt fallenden DHfK-Tore. "Da geht ein großes Kompliment an die Zuschauer", so Günther. "Es war heute nicht einfach für's Publikum. Wir lagen ja von Beginn an hinten. aber sie haben uns toll unterstützt."

Nach einem deutlichen 8:16 zur Pause gelang es den Gastgebern in Hälfte zwei, den zwischenzeitlichen Rückstand auf erträgliche fünf bis sechs Tore zu reduzieren. Neben Tovas und dem ein wenig nachlassenden Eifer der Berliner war das auch dem erst 18-jährigen Franz Semper sowie Neuzugang Maximilian Janke zu verdanken, die beherzt auftraten und zunehmend mutiger den Abschluss suchten, mit Erfolg. Das blieb auch Bob Hanning nicht verborgen. "Ich habe mich bei Leipzig vor allem über die Leistung der jungen Leute gefreut. Man sieht, dass hier ein Trainer arbeitet, der Ahnung hat."

Als die Schlusssirene ertönte, waren denn auch wenig enttäuschte Gesichter zu sehen. Die Hausherren hatten tapfer gekämpft, aber mit ihrer Leistung auch gezeigt, wie groß der Leistungsunterschied zwischen dem Tabellenführer der zweiten Liga und einem ordentlichen Erstligisten ist. "Durch das Fehlen von Philipp Weber und Michael Qvist haben dem SC DHfK heute die Alternativen für das besondere Moment gefehlt", so Hanning. "Der Verein ist auf einem guten Weg, es ist ein tolles Projekt hier. Ich bin sicher, dass die Verantwortlichen die Mannschaft noch auf zwei drei Positionen verstärken werden. Dann sollte der Aufstieg gelingen."

Leipzig:

 Tovas; Storbeck; Semper (4); Emanuel (2); Krzikalla; Pöter (3/2); Oehlrich (1); Binder (2); Janke (3); Boese (1); Roscheck; Milosevic (3); Pechstein; Naumann; Streitenberger; Greß.

Berlin:

 Heinevetter; Stochl; Wiede (4/2); Nenadic (4); Pevnov; Romero (1); Weyhrauch; Zachrisson (7); Jajszka; Horak (2); Igropulo (6/3); Nielsen; Petersen; Drux (5).

Siebenmeter:

 Leipzig 2/3; Berlin 5/9.

Strafen:

 Leipzig 4; Berlin 1.

Antje Henselin-Rudolph

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielberichte