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Knappe Niederlage: SC DHfK Leipzig verlangt den Rhein-Neckar Löwen alles ab

24:25 gegen Deutschen Meister Knappe Niederlage: SC DHfK Leipzig verlangt den Rhein-Neckar Löwen alles ab

Was für ein Handballabend! Der SC DHfK Leipzig lieferte sich am Donnerstag ein Duell auf Augenhöhe mit dem hoch favorisierten deutschen Meister. Die grün-weißen Hausherren unterlagen den Rhein-Neckar Löwen in der Arena Leipzig knapp 24:25 (12:15).

SC DHfK Leipzig unterliegt knapp den Rhein-Neckar Löwen.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Was für ein Handballabend! Der SC DHfK Leipzig lieferte sich am Donnerstagabend ein Duell auf Augenhöhe mit dem hoch favorisierten Deutsche Meister. Die grün-weißen Hausherren unterlagen den Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend in der Arena Leipzig letztlich 24:25 (12:15). Unter die 4075 Fans in der proppevollen Halle hatte sich allerlei regionale Prominenz gemischt. Neben RB-Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick (bisher selten ein Glückbringer für die Gastgeber), Kanute Stefan Holtz und Fußball-Stadtverbandspräsident Dirk Majetschak sah sich auch EHV-Aue-Manager Rüdiger Jurke die Partie an. Sie sahen eine mit viel Leidenschaft kämpfende Heimmannschaft, die sich mit Klauen und Zähnen in das Spiel verbiss.

"Wir haben in den entscheidenden Moment zu viel liegengelassen, um mental noch einmal so viel Druck aufzubauen, dass die Löwen straucheln", kommentierte DHfK-Coach Christian Prokop, wischte diese Feststellung aber sofort wieder vom Tisch. "Für mich ist das heute nebensächlich. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die an die Vorgaben und sich selbst geglaubt hat. Das war mir wichtig."

Die dezimierten Hausherren - ohne Niclas Pieczkowski, Tobias Rivesjoe, Marvin Sommer und die etatmäßigen Rechtsaußen Peter Strosack sowie Lucas Krzikalla - legten zunächst einmal ihr ganzes Herz in den Beginn. Während sich der Meister noch suchte (und später auch fand), warfen die Gastgeber ein 7:3 heraus. Milos Putera im Tor war gut uns Spiel gekommen, hatte schnell zwei Versuche der Gäste entschärft. Vorn lief alles wie am Schnürchen. Die Fans brüllten ihren Jubel heraus, "Hey, was geht ab" von den Atzen dröhnte aus den Boxen.

Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen bewegte vermutlich genau dieser Gedanke, als er die grüne Karte für die Auszeit zückte - und damit den guten Fluss des SC DHfK unterbrach. Fünf Minuten benötigte das Starensemble um Andy Schmid, um den Rückstand zu egalisieren. Auch wenn die Leipziger sich selbstredend nicht hängenließen, viel versuchten, bissen. Die überragende individuelle Klasse der Gäste war immer wieder sichtbar. Ihre Würfe aus dem Rückraum hatten etwas von Naturgewalten und nötigten auch den heimischen Fans zumindest ein wenig Bewunderung ab. "Es ist halt der Deutsche Meister. Das darf man nicht vergessen. Die sind keine Laufkundschaft", kommentierte Bastian Roscheck diese Phase. Da sei es nicht verwunderlich, dass der recht locker wirkende Beginn sich nicht durchhalten ließ.

Gegen den Deutschen Meister ging der SC DHfK zu Beginn in Führung, doch die Rhein-Neckar Löwen wendeten das Blatt, konnten sich gegen die Grün-Weißen aber nicht entscheidend absetzen. Am Ende stand eine denkbar knappe 24:25-Niederlage für Leipzig. (Bilder: Christian Modla)

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DHfK-Coach Christian Prokop versuchte im vierten Spiel innerhalb von elf Tagen so umsichtig wie möglich mit den Kräften seiner Jungs umzugehen. Bis auf Thomas Oehlrich und Youngster Sebastian Naumann waren in den ersten 21 Minuten bereits alle zur Verfügung stehenden Akteure zum Einsatz gekommen. Auch im weiteren Verlauf ließ der Trainer regelmäßig rochieren, ohne dabei die Abläufe im Spiel der Grün-Weißen zu unterbrechen.

Leipzig arbeitet sich an Rhein-Neckar Löwen heran

Die drei Tore Rückstand zur Halbzeit (12:15) waren leistungsgerecht. Auch nach dem Wiederanpfiff blieben die Hausherren dran und unbequem für den Meister, machten sich aber das Leben selbst schwer. Während die Fans noch den Anschlusstreffer zum 16:17 feierten, kassierten die Leipziger zwei Zeitstrafen nacheinander. Die zwei Siebenmeter, die ihnen während der doppelten Unterzahl zugesprochen wurden, verwarfen Steinert und Andreas Rojewski. "Wir werden das künftig nicht verstärkt trainieren", so Christian Prokop später. "Das würde nichts bringen. Es ist etwas anderes, ob du in der ruhigen Halle stehst oder in der Schlussphase gegen die Rhein-Neckar Löwen die Chance auf den Ausgleich hast."

Und dennoch: Die Grün-Weißen waren dran. Ausgerechnet Jurdzs markierte mit seinem einzigen Treffer des Abends in der 49. Minute das 19:19. Benjamin Meschke traf wenig später zur 21:20-Führung. Die Fans hatten sich bereits zuvor von ihren Sitzen erhoben, schrien, klatschten, brüllten ihre Jungs nach vorn, nach hinten und in alle sonst nötigen Richtungen. Milos Putera im Tor steigerte sich immer weiter, warf Arme und Beine spektakulär in jeden Löwenversuch. Aber auch sein Gegenüber Mikael Appelgren zeigte seine ganze Klasse. "Er hat uns in dieser Phase gerettet", gab Nikolaj Jacobsen unumwunden zu. Es entwickelte sich ein spannendes, intensives Duell, das so wohl nur kühne Optimisten erwartet hatten und für das sich jeder Cent des Eintrittsgeldes gelohnt hatte - auch wenn der haushohe Favorit am Ende die zweit Punkte mitnahm und die Unparteiischen die Zeitspielregelung kurz vor Ultimo sehr wohlwollend zu Gunsten des Favoriten auslegten. Prokop wollte sich dazu später nicht äußern. "Die Erfahrung zeigt, dass es besser ist, sich erst in Ruhe das Video anzusehen."

"Wir hatten schlicht Glück", atmete Löwen-Linksaußen Dejan Manaskov auf. "Wir haben gegen ein Weltklasseteam gespielt", so Putera. Da werde jeder Fehler bestraft. "Im Moment bin ich enttäuscht, weil es noch zu nah an mir dran ist", meinte dagegen Bastian Roscheck. "Wenn wir alle Freien reinmachen, gewinnen wir das hier. Da hätten aber halt auch alle Kleinigkeiten passen müssen. Ich denke, morgen sind wir alle stolz."

Statistik

Leipzig: Vortmann; Putera; Naumann; Semper; Steinert (4/1); Rojewski (4); Jurdzs (1); Oehlrich; Binder (5); Janke (3); Roscheck; Meschke (2); Becvar (4); Milosevic (1).

Löwen: Appelgren; Palicka; Schmid (4/3); Sigurdsson; Manaskov (5); Baena; Larsen; Pekeler (5); Groetzki (3); Reinkind (2); Guardiola Villaplana; Petersson (1); Ekdahl du Rietz (5); Steinhauser; Abt.

Siebenmeter: Leipzig 1/3; 3/3.

Zeitstrafen: Leipzig 5 (+ rot für Janke); Löwen 3.

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