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Kopf-an-Kopf-Rennen vor Wahnsinnskulisse: SC DHfK Leipzig gewinnt Handball-Krimi in Coburg

Kopf-an-Kopf-Rennen vor Wahnsinnskulisse: SC DHfK Leipzig gewinnt Handball-Krimi in Coburg

Mit einer Energieleistung und einem überragenden Torhüter Felix Storbeck haben die DHfK-Handballer ihre alleinige Tabellenspitze in der 2. Bundesliga verteidigt.

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Philipp Pöter vom SC DHfK (m.) (Archivbild).

Quelle: Christian Modla

Coburg. Vor 3049 Zuschauern, darunter 150 Leipzigern, entschieden die Leipziger beim heimstarken HSC Coburg am Sonnabend einen wahren Handball-Krimi mit 19:18 (10:9) zu ihren Gunsten.

Den 3049 Zuschauern wurde zum Start ins Faschings-Wochenende mit den Höhnern und Helene Fischer eingeheizt, so dass die Stimmung schon zum Anpfiff kochte. Die Leipziger ließen sich aber nur in den ersten neun Minuten von der Kulisse beeindrucken. „Die Stimmung war Wahnsinn, das war absolut Erstligareif“, sagte Coach Prokop nach der Partie. „Ich bin froh, dass meine Mannschaft dagegenhalten konnte und wir vor allem durch eine ganz starke Abwehr und Torhüterleistung gewonnen haben.“

In der Anfangsphase fanden Philipp Pöter und Co. allerdings vorne keine Lücke im HSC-Abwehrriegel. Während beim 5:2-Zwischenstand für die Gastgeber schon fünf verschiedene Torschützen im Protokoll standen, hatte auf Leipziger Seite nur der mutige, später aber glücklose Junior Franz Semper getroffen.

Dies änderte sich nach der frühen Auszeit von DHfK-Coach Christian Prokop grundlegend. „Ihr dürft euch vom Publikum nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Haltet euch an unsere Strategie“, ermahnte der seine Männer. Mehr von außen werfen, den zweiten Kreisläufer ins Spiel bringen und hinten mehr Beinarbeit leisten, lauteten die Anweisungen.

Mit der grünen Timeout-Karte hatte Prokop zudem offenbar den Rhythmus der Oberfranken gestört, die sich nun zahlreiche Ballverluste leisteten und die Sachsen zu Kontern einluden. Die Tempogegenstöße wurden zur großen Waffe der Leipziger, die nur vier Minuten nach der Auszeit plötzlich mit 7:6 führten.

Danach stagnierte das Torkonto auf beiden Seiten, denn das Spiel stand nun ganz im Zeichen zweier Klasse-Männer zwischen den Pfosten: Oliver Krechel, der mit Abstand beste der vielen Ex-Leipziger im Coburger Team, und Felix Storbeck im DHfK-Kasten fühlten sich von der Atmosphäre angestachelt, spielten sich in einen Rausch und hielten fast alle Bälle.

Krechel zog bei den Strafwürfen dem umsichtigen Leipziger Spielmacher Philipp Pöter den Nerv, der gleich zweimal in Folge vom Punkt scheiterte. Doch in dieser Phase zeigte sich, wie wichtig gerade aufgrund der Verletzung von Philipp Weber die Wechselspieler sind: René Boese, der seit Saisonbeginn nur wenige Spielanteile bekam, verwandelte die folgenden beiden Siebenmeter mit Auge und Cleverness. So hatte der 30-Jährige großen Anteil am ersten Zwei-Tore-Plus sowie an der knappen 10:9 Pausenführung.

Das Prokop-Team kam hochkonzentriert aus der Kabine und nutzte eine frühe Überzahl zum 13:9. Nun hofften die 150 DHfK-Fans auf eine Vorentscheidung, doch sie hatten die Rechnung ohne HSC-Keeper Krechel gemacht, der sein Team mit emotionalen Momenten und Glanzparaden im Spiel hielt. Er forderte sein Gegenüber Felix Storbeck zu ebensolchen Reflexen heraus, so dass die Spitzenpartie zum Krimi wurde.

„Ich bin mit meiner persönlichen Leitung heute nicht ganz so zufrieden“, sagte ein zerknirschter Semper, der sich gegen Schluss mehrmals verwarf. „Aber am Ende haben wir gewonnen und nur das zählt.“ Die Gäste mussten zittern, denn mitten im 20. DHfK-Treffer kurz vor Abpfiff legte Prokop seine letzte Auszeit-Karte auf den Kampfrichtertisch.

Doch dann hatte der Spitzenreiter auch ohne seinen Goalgetter Philipp Weber das bessere Ende für sich. Beim Endstand 19:18 hielt es die DHfK-Fans nicht mehr auf ihren Sitzen, sie waren völlig aus dem Häuschen.

SC DHfK: Storbeck, Tovas; Naumann, Semper 4, Krzikalla 2, Pöter 2/1, Binder 2, Janke 2, Boese 3/3, Roscheck, Milosevic 2, Pechstein 2.

Zuschauer: 3049

Siebenmetern: HSC 5/4, Leipzig 6/4

Strafminuten: HSC 2, Leipzig 4

Frank Schober

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