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Latte, Unterkante drin: Füchse schlagen SC DHfK knapp

Handball-Bundesliga Latte, Unterkante drin: Füchse schlagen SC DHfK knapp

Auf den Schlusspfiff haben die aktuell zweitplatzierten Füchse am Donnerstagabend in Leipzig gewonnen. Die Handballer vom SC DHfK kämpften grandios, gingen aber zum ersten Mal in dieser Saison zu Hause leer aus.

Petar Nenadic (Fuechse #13) am Ball beim Spiel SC DHfK Leipzig gegen Füchse Berlin in der Arena Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Auf die Schlusssirene: Vor 4231 Zuschauern musste sich der SC DHfK Leipzig am Donnerstagabend erstmals in dieser Saison zu Hause geschlagen geben. Hauchzart und mit viel Dusel gewannen die Füchse Berlin den Fight in der Arena 31:30 (12:14). Im Pfeifkonzert traf Steffen Fäth per Freiwurf zum Sieg, den sechsten der Berliner in Serie. Da war Leipzigs Trainer André Haber freilich arg enttäuscht. "Es war nur noch der eine Ball und der geht rein, das ist extrem ärgerlich. Aber morgen muss das abgehakt sein. Die Abwehr war nicht so, wie gewünscht. Aber das haben wir mit einem überragendem Tempospiel kompensiert. So zu verlieren ist die bitterste Art", sagte er nach dem Spiel.

Was für ein furioser Start der Leipziger: Mit richtig Dampf kam der SC DHfK aus der Kabine. Gleich zweimal in der ersten Spielminute zog Niclas Pieczkowski bei Silvio Heinevetter den Scheitel nach. Im übertragenen Sinne natürlich. Und weil die Berliner noch die Schlafmütze aufhatten, vorn eine Fahrkarte warfen (Fabian Wiede) und Hans Lindberg einen Pass beim Tempogegenstoß nicht unter Kontrolle bekam, führten die Grün-Weißen nach zehn Minuten 6:3.

Der SC DHfK Leipzig musste sich am Donnerstagabend erstmals in dieser Saison zu Hause geschlagen geben. Hauchzart und mit viel Dusel gewannen die Füchse Berlin den Fight in der Arena mit 31:30.

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Diese Hatz hätte auch weitergehen können, wenn, ja wenn Silvio Heinevetter nicht angefangen hätte, seine Pranken überall dazwischen zu halten. Der Keeper der Füchse mag Leipzig bekanntlich und fuhr hier schon öfter zu Hochform auf. Nur einen bekam er lange nicht zu fassen: Andreas Rojewski.

Der Rückraumspieler durfte gestern von Anfang an auf die Platte und wirbelte neben Pieczkowski ordentlich. Immer wenn das Duo nicht lange rumfackelte, brannte es im Kasten der Füchse. Allein vier Treffer steuerte Roje in Durchgang eins bei. Fast tadellos.

Der einzige Makel sollte auch gleichzeitig die Wende im Spiel bedeuten. Nach einer Auszeit von Berlins Trainer Velimir Petkovic schmolz das kleine DHfK-Polster. In der 26. Minute gingen die Füchse dann erstmals in Führung. Hans Lindberg traf erst aus dem Feld, dann von der Siebenmeterlinie – 12:13. Bis zur Pause wuchs der Berliner Vorsprung auf zwei Treffer, auch weil Aivis Jurdzs im hohen und verdammt engen Deckungsverband der Berliner mit seinen Brachialwürfen keine Lücke fand. Zur Pause führten die Gäste 14:12.
Leipzigs Trainer André Haber justierte in der Pause nach. Im Tor fügte sich Milos Putera für Jens Vortmann gleich mit einer Parade ein. Lukas Binder, der seinen doppelten Bänderriss auskuriert hatte, kam für Yves Kunkel.

Der Rechtsaußen hatte gegen die Füchse einen schweren Stand. Drei von vier Würfen parierte Heinevetter. DHfK-Scharfschütze Philipp Weber, der an einem Bänderanriss laboriert, biss auf die Zähne und drehte in Hälfte zwei auf. Der 25-Jährige hielt ab der Pause mit sechs Treffern sein Team im Spiel. In der 40. Minute glich Pieczkowski für Leipzig zum 21:21 aus. Trotzdem stellte er fest: ""Berlin war die abgezocktere Truppe. Wir haben die freien Würfe nicht gemacht. Aber es ist stark von uns, dass wir uns immer wieder rankämpfen." Weil der DHfK die Schlagzahl erhöhte, Putera katzengleich Bällen nachjagte und Alen Milosevic sowie Lukas Binder trafen, ging Leipzig in der 45. mit 24:23 in Front.

Die Füchse fingen sich schnell, vor allem, weil Steffen Fäth immer wieder im Rückraum zum Abschluss kam. In der 50. Minute lief die Partie pari, dann gingen die Berliner in Führung. Hexer Putera brachte sein Team mit seinen Künsten im Kasten zurück.

Unglaublich aber wahr: 15 Sekunden vor Ende stand es 30:30, weil Weber nicht lange fackelte. Dann Freiwurf für Berlin auf die Schluss-Sirene: Steffen Fäth hämmerte das Ding unter die Latte. Drin. "Ich habe den Ball nicht gesehen, ich weiß nicht, wie er reingegangen ist. Ich habe nur die Latte klimpern gehört", konstatierte Schlussmann Milos Putera. 30:31. Erste Niederlage der Saison für Leipzig und zwar eine, die schmerzte. "Ich verliere lieber durch ein reguläres Tor, als durch einen Freiwurf", sagte Philipp Weber. "Wie Steffen Fäth das macht, kann ich nicht sagen. Hat er eine Lücke, gut, wirft er über den Block Chapeau."

Ein Handball fliegt über die Spielder des SC DHfK, die sich erfolglos mit ihren Händen nach oben gestreckt haben, um ihn zu blockieren.

Da fliegt der Wurf von Steffen Fäth über die Mauer der Leipziger - und ist drin. 31:30 für die Füchse Berlin.

Quelle: dpa

DHfK Weber 11/5, Rojewski 6, Pieczkowski 4, Milosevic 3, Roscheck 2, Strosack 2, Binder 1, Kunkel 1

Füchse Fäth 9, Lindberg 5/2, Wiede 5, Elisson 4, P. Nenadic 4, E. Schmidt 2, Drux 1, Gojun 1

Schiedsrichter Martin Thöne (Berlin)/Fabian Baumgart (Altenheim)

Zuschauer 4132

Strafminuten 6 / 8

Disqualifikation - / Petkovic (59.)

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