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Leidenschaftlicher SC DHfK Leipzig holt Sieg - Milosevic verlängert

Umkämpfte Partie Leidenschaftlicher SC DHfK Leipzig holt Sieg - Milosevic verlängert

Was für eine Nachmittag in der Arena Leipzig! Der SC DHfK Leipzig hat das für den Klassenerhalt so wichtige Duell gegen den Bergischen HC nach intensiven 60 Minuten 31:28 (14:13) für sich entschieden. Vor 3690 Zuschauern profitierten die Hausherren am Sonntagnachmittag einmal mehr von ihrer Leidenschaft und einem unnachahmlichen Schlussspurt.

Leipzig. "Wir haben nicht gemacht, was wir uns vorgenommen haben", monierte ein sichtlich unzufriedener Sebastian Hinze. In der ersten Hälfte habe man die Mitte nicht zu 100 Prozent zugemacht. "In der zweiten Halbzeit können wir uns etwas absetzen, machen in Überzahl zwei Technische Fehler und verlieren dann den Kopf." Auch sein Gegenüber Christian Prokop war trotz des so wichtigen Sieges nicht rundum zufrieden. "Natürlich war unser Vorhaben: Wir müssen alles abrufen. Gesehen habe ich dann vor allem sehr viel Kampf."

Von Beginn an war es das erwartet schwere Spiel. Prokop begann mit Lucas Krzikalla, Christoph Steinert, Philipp Pöter, Aivis Jurdzs, Alen Milosevic und Lukas Binder. Seine Jungs taten sich schwer gegen die sehr aufmerksame und aggressive Verteidigung der Gäste, die nur wenig Spielraum für erfolgreiche Aktionen ließ. Auf der anderen Seite hatten die Grün-Weißen in der Defensive Probleme, sich so geschlossen zu präsentieren wie in den Wochen zuvor.

Ein grandioser Schlussspurt gegen den Bergischen HC sichert dem SC DHfK den Sieg. Besonders der Storbeck im Tor zeigte am Sonntag seine Qualitäten. (Bilder: Christian Modla)

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Prokop reagierte mit mehreren personellen Umstellungen. Schon nach knapp zehn Minuten kamen Philipp Weber und Maximilian Janke für Jurdzs. Weber setzte offensiv die erhofften Akzente, traf insgesamt sieben Mal und heimste ein Sonderlob vom Coach ein. "Seit Langem bin ich heute das erste Mal richtig zufrieden mit ihm. Er hat das Spiel an sich gerissen. Seine Dynamik hat uns gut getan", so Prokop, der auch Benjamin Meschke besonders hervorhob. "Man sieht, dass er noch nicht zu 100 Prozent zu unserem Abwehrsystem passt. Aber seine Körperlichkeit war ein großes Plus heute."

Dennoch lief der SC DHfK größere Teile der ersten Hälfte einem Rückstand hinterher. Vor allem in Überzahl (die Gäste kassierten in den ersten 30 Minuten immerhin vier Strafen) ließ das Spiel der Hausherren zu wünschen übrig. Hier trafen sie selbst wenig, ließen aber mehrere Gegentore zu. Franz Semper sprach später von einem phasenweisen Durcheinander und auch Philipp Pöter konnte sich die eine oder andere Aktion nicht erklären. "Das muss ich mir später alles nochmal in Ruhe auf Video angucken."

Dass es dann in der Schlussphase von Halbzeit eins zu einem grün-weißen Zwischenspurt und auch der Halbzeitführung kam, war vor allem Felix Storbeck im Leipziger Tor zu verdanken. Der kam in der 26. Minute für Milos Putera, zeigte sofort drei Riesen-Paraden und verschaffte seinen Vorderleuten so die Gelegenheit, in Front zu gehen. Das 14:13 zur Pause war nicht unverdient, hatte aber auch nichts von einem Ruhekissen.

DHfK spurtet zum Sieg

Der Gegner blieb auch in Hälfte zwei mehr als unbequem. Garniert mit der einen oder anderen diskutierbaren Entscheidung des Schiedsrichterduos Martin Thöne und Marijo Zupanovic ergab das eine für die Zuschauer extrem spannende Mischung. Keiner der Kontrahenten konnte sich nachhaltig absetzen, zumal der SC DHfK mit denselben Problem kämpfte wie vor der Pause. Das große Plus der Hausherren: ihre Fans. Bereits zehn Minuten vor Schluss erhoben sich die Zuschauer von den Plätzen, klatschen, schrien und pfiffen, was das Zeug hielt. Gemeinsam mit der Leidenschaft und dem Biss, den die Prokop-Sieben nun an den Tag legte, ergab es diese unnachahmliche Mischung, die in dieser Premierensaison in der Arena auch schon den HSV Hamburg und den SC Magdeburg straucheln ließ. "Wenn es so etwas gibt wie einen achten Mann, hat man heute gesehen, wie das aussieht", meinte ein sichtlich mitgenommener DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther. "Wir standen mit dem Rücken zur Wand und unsere Fans waren da."

Knapp zehn Minuten lang blieb das Leipziger Tor für den Bergischen HC wie vernagelt. Drei Minuten vor Schluss leuchtete nach einem verwandelten Siebenmeter von Pöter ein 29:25 von der Anzeigetafel. Keiner der Kontrahenten hatte sich im Spielverlauf einmal mit vier Toren absetzen können. Für die Hausherren war es die entscheidende Führung. Sie gewannen am Ende verdient. "Im Grunde war es diese Situation, die wir schon am Mittwoch gegen Göppingen hatten. Wir lagen hinten, haben mit den freien Chancen gehadert", so Christian Prokop. "Das ist dann die Probe: Bist du mental da, bist du stark genug. Da haben wir am Mittwoch nicht bestanden. Heute hat mir meine Mannschaft da imponiert, natürlich auch im Zusammenspiel mit dem Publikum."

Positive Neuigkeiten gab es auch nach dem Siegsjubel. Alen Milosevic hat seinen Vertrag mit den Grün-Weißen um zwei Jahre verlängert und bleibt nun bis 2018 in Diensten der Messestädter.

Leipzig: Storbeck; Putera; Semper (1); Steinert; Jurdzs (3); Krzikalla (5); Pöter (5/2); Binder (3); Janke; Roscheck; Weber (7); Zhedik (1); Milosevic (2); Meschke (4).

BHC: Gustavsson; Rudeck; Preuss (2); Hoße (3); M. Hermann (1); N. Artmann; Gunnarsson (1); Nippes (5); Oelze (8/1); J. Artmann; A. Hermann (4); Weiß; Gutbrod (4); Jonovski.

Siebenmeter: Leipzig 2/3; BHC 1/1.

Strafen: Leipzig 6; BHC 8.

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