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Leipzig bügelt Hannover ab - SC DHfK fügt Gästen erste Saisonpleite zu

Handball-Bundesliga Leipzig bügelt Hannover ab - SC DHfK fügt Gästen erste Saisonpleite zu

Grenzenloser Jubel in der Arena Leipzig: Der SC DHfK Leipzig hat am Sonntag den bisher ungeschlagenen Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf mit 25:23 besiegt.

Philipp Weber (Mitte) war bester Leipziger Schütze.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Der SC DHfK Leipzig hat Hannover-Burgdorf die erste Saison-Niederlage beigebracht. Die Grün-Weißen gewannen am Sonntag mit 25:23 (11:11). "Das war heute Leidenschaft pur, beide Teams haben total gefightet", sagt DHfK-Coach André Haber. Bester Torschütze bei den Gastgebern war Philipp Weber mit acht Treffern und bei den Gästen Casper Mortensen mit neun Toren. "Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Respekt vor Leipzig, das ist eine Supermannschaft", meint Hannovers Co-Trainer Iker Romero.

Ungeschlagener Tabellenführer gegen hartnäckigen Verfolger: Die Vorzeichen waren klar vor diesem spannenden Spiel am Wahlsonntag. Die Gäste legten selbstbewusst los und bauten in den ersten zehn Minuten ihre Führung auf 5:2 aus. „Wir hatten am Anfang keine guten Abschlusspositionen oder scheitern an Torhüter Ziemer oder das Tor war zu schmal“, schätzte DHfK-Manager Karsten Günther schon in der Pause ein. In der ersten Hälfte nagelten die Leipziger den Ball allein fünfmal an die Latte. Davon ließen sich die Gastgeber aber nicht verunsichern, glichen nach einer Viertelstunde zum 5:5 durch Yves Kunkel aus und nahmen ein 11:11-Unentschieden mit in die Pause. Vor allem die Leipziger Defensive war erneut das Prunkstück im Spiel, bearbeitete sehr laufintensiv die Rückraumspieler von Hannover und beschäftigte ständig die wuchtigen Kreisspieler Ilija Brozovic und Evgeni Pevnov. "Wir machen es der Leipziger Abwehr aber auch einfach, weil wir mit viel zu wenig Tempo gespielt haben", so Mortensen. Unschön: Franz Semper wurde kurz vor der Pause in der Luft gestoßen und prallte mit dem Kopf auf dem Parkett auf. Die Gäste durften nach dieser Szene ohne Zeitstrafe weiterspielen.

Der SC DHfK Leipzig hat am 24. September den Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf mit 25:23 besiegt.

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Und es blieb eng in dieser Partie. Andreas Rojewski brachte den SC DHfK wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff erstmals in Führung. Mit mehr als zwei Toren konnten sich die Leipziger aber nicht absetzen. Führung, Ausgleich, Rückstand, Führung – die Partie schaukelte hin und her. Kuriose Szene: Einen vom immer stärker agierenden Milos Putera gehaltenen Ball, bekam die Leipziger Abwehr nicht zu packen, dafür aber Hannovers Mortensen. Der Däne kürzte dafür aber ordentlich quer durch den Kreis ab. Sein anschließendes Tor zählte dennoch.

Wie schon gegen Flensburg-Handewitt übernahm Philipp Weber in der zweiten Hälfte immer mehr Verantwortung, glänzte mit Anspielen und Toren gleichermaßen. Drei Minuten vor dem Ende führten die Hausherren mit 24:22. Hannover kam noch einmal auf einen Treffer heran, schafft aber nicht mehr den Ausgleich. Brozovic scheiterte eine Minute vor dem Ende an Putera, der sein rechtes Bein ganz lang machte. Der Kreisspieler wartete in dieser Szene vergeblich auf einen Pfiff. "Es ist ärgerlich, dass wir da keinen Siebenmeter bekommen", haderte Mortensen mit den Schiedsrichtern. Aivis Jurdzs verwandelte zehn Sekunden vor dem Ende zum Sieg. Was folgte war grenzenloser Jubel. "Wir haben heute vielleicht einen Tick mehr gekämpft und waren sicher nicht die bessere Mannschaft. Wir müssen jetzt cool bleiben, in dieser Liga ist alles möglich", sagte Putera.

Matthias Roth/Alexander Bley

Weitere Stimmen zum Spiel

André Haber: "Unsere Abwehrspieler haben die Kreisläufer bekämpft. Das war ein Kampf über 60 Minuten. Da haben wir gut gegengehalten und immer wieder variable Lösungen gefunden. Die Außenspieler von Hannover kamen nicht richtig zum Abschluss, so konnten wir in der 2. Häfte die Abwehr in der Mitte noch mehr verdichten. Das Angriffsspiel in der ersten Hälfte hat mir nicht gefallen. In der zweiten Halbzeit wurde es besser, wir haben sie geduldiger ausgespielt. Die Pfostentreffer hast du nicht in der Hand. Wir hatten einfach in der 2. Hälfte mehr Mut im Angriff und konnten im Tempospiel Hannover schaden."

Yves Kunkel: "Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Mit individueller Klasse haben wir es gezogen. Philipp Weber und Aivis Jurdzs haben das Spiel am Ende entschieden. Bei Aivis Freiwurf zum Schluss, da gehört schon was dazu. Er war auf den Punkt da."

Philipp Weber: "Der unbändige Wille, der leidenschaftliche Einsatz war unser Trumpf. Wenn wir das auf die Platte bringen, können wir auch mal mehrere Fehler machen. Das können wir dadurch kompensieren. Wir haben eine saustarke Abwehr gemacht. Gegen unser System spielt man nicht gerne, vor allem wenn der Torhüter auch noch da ist. Milos hält in der 2. Häfte ein paar ganz wichtige Dinge. Dann tut es weh gegen uns. Und: wir haben einen Schützen, der einen unfassbaren Wurf hat, gerade in solchen Momenten, wenn wir mit vier Leuten eine Mauer bilden, geschlossen zurückgehen und Aivis aus sieben Metern werfen kann. Den Ball hält kein Torhüter."

Kai Häfner: "Wir und Leipzig hatten beide gute Abwehrreihen. Das Spiel hat am Ende Kleinigkeiten entschieden. Das waren ein paar Dinge, die wir auch nicht in der Hand hatten. Ein Abpraller hier, eine Schiedsrichterentscheidung da. Vorn waren wir dann einfach zu statisch."

Carlos Ortega: "Das war ein hartes Spieel gegen eine starke Abwehr der Leipziger. Wir haben keine Lösungen gefunden, unsere Außen einzusetzen. Leipzig hat den Kreis dicht gemacht. Das Spiel war bis zum Ende sehr eng. Glückwunsch an Leipzig."

Malte Semisch: "Wir hatten im Angriff nicht so viele Optionen, haben müde gewirkt. Leipzig ist immer wieder stark ins 1 gegen 1 gegangen und hat Zwei-Minuten-Strafen gezogen. Am Ende war die Niederlage unnötig."

SC DHfK: Vortmann, Putera – Semper 1, Rojewski 2, Jurdzs 1, Krzikalla, Binder, Janke 1, Pieczkowski 2, Kunkel 3, Weber 8/1, Rivesjö, Strosack 2, Meschke 2, Milosevic 2, Roscheck 1

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer, Semisch – Johannsen, Mortensen 9/5, Pevnov 3, Häfner 4, Böhm 1, Karason 1, Olsen 4, Brozovic, Kalafut, Feise, Christophersen, Kastening 1, Büchner

Zeitstrafen: DHfK 4 Minuten , TSV 10 Minuten

Siebenmeter: DHfK 1/1, TSV 5/5

Zuschauer: 3644

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