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Ligaprimus hat das bessere Ende für sich: der SC DHfK Leipzig unterliegt dem HC Erlangen

Ligaprimus hat das bessere Ende für sich: der SC DHfK Leipzig unterliegt dem HC Erlangen

Leipzig. Der Tabellenführer wankte nur kurz: Nach zehntägiger Spielpause verloren die Zweitligahandballer des SC DHfK Leipzig am Dienstagabend die Partie gegen den Ligaprimus HC Erlangen 27:29 (12:16).

1685 Zuschauer sahen vor allem in der zweiten Halbzeit ein intensives Spiel mit zahlreichen strittigen Szenen, in dem sich die Hausherren nie so richtig durchsetzen konnten und die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen mussten.

"Natürlich herrscht jetzt erst einmal Enttäuschung. Sie steht wohl jedem ins Gesicht geschrieben", meinte DHfK-Coach Christian Prokop und bemühte sich, den Blick zügig nach vorn zu richten. "Jetzt heißt es Mund abputzen. Am Wochenende wartet Leutershausen." Sein Gegenüber Frank Bergemann blickte zufriedener drein, hatte aber während einer hektischen Schlussphase auch gelitten. "Das hätte auch ins Auge gehen können", bekannte er.

Die Grün-Weißen begannen ordentlich und mit einem ganz starken Philipp Weber. Der 21-Jährige zeigte sich extrem treffsicher und konnte von den gegnerischen Akteuren zunächst auch nicht wirkungsvoll am Werfen gehindert werden. Doch schon Mitte der ersten Hälfte zeigte sich: Ohne die Trefferquelle Weber würden die Gastgeber vorn ins Schwimmen geraten. Denn seine Teamkameraden trugen zunächst nur sehr vereinzelt zur Vermehrung des heimischen Torekontos bei. Dennoch: Dank des Blondschopfes konnten die Gastgeber die Partie zunächst ausgeglichen gestalten.

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Leipzig. Der Tabellenführer wankte nur kurz: Nach zehntägiger Spielpause verloren die Zweitligahandballer des SC DHfK Leipzig am Dienstagabend die Partie gegen den Ligaprimus HC Erlangen 27:29 (12:16). 1685 Zuschauer sahen vor allem in der zweiten Halbzeit ein intensives Spiel mit zahlreichen strittigen Szenen, in dem sich die Hausherren nie so richtig durchsetzen konnten.

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Ab Mitte der ersten Hälfte verschoben sich die Kräfteverhältnisse dann langsam aber kontinuierlich. Die Leipziger kämpften in der Defensive vor allem am Kreis mit Problemen. Hier versuchte Coach Christian Prokop Verschiedenes. Nachdem Alen Milosevic allein wenig ausrichten konnte, durfte er im Duett mit Rico Göde ran. Auch das zeigte nicht die erhoffte Wirkung. Nun durften sich Göde und Matthias Gerlich gemeinsam versuchen. Die beiden "Langen" machten zumindest die Größennachteile auf dieser Position wett. Im Spielverlauf wurde am Kreis dann häufiger rotiert.

Als ab der 24. Minute dann die Torquelle Philipp Weber tatsächlich versiegte - die Erlanger Akteure hatten sich jetzt besser auf ihn eingestellt  - zogen die Gäste fast unmerklich davon. Mit unaufgeregtem und vor allem fehlerarmem Spiel bauten sie ihren Vorsprung bis zur Halbzeit auf 16:12 aus ihrer Sicht aus. "Cool und ruhig", nannte Ulrich Streitenberger das Auftreten der Erlanger später. "Sicher war die erste Halbzeit einer der Gründe für die Niederlage", meinte René Boese. "Wir haben gekämpft, ohne Frage. Aber die Leidenschaft war noch nicht so ganz da."

Nach Wiederbeginn nahm die Partie dann insgesamt deutlich Fahrt auf. Vor allem emotional sprang der Funke jetzt vom Parkett auf die Ränge über, auch "Dank" mehrerer zumindest fragwürdiger Entscheidungen der Unparteiischen Florian Gerhard und Tobias Küsters. Als die Grün-Weißen in der 42. Minute zum 19:20 trafen, die Schiedsrichter den Treffer aber aberkannten und statt dessen das im allgemeinen Tohuwabohu erzielte Tor der Gäste anerkannten, brachen bei den Zuschauern alle Dämme. "Schieber, Schieber" schallte es durch die Arena. "Ja, das hat die Leute natürlich noch etwas mehr auf unsere Seite gezogen", bekannte Boese später.

Leider konnten die Hausherren diese Emotionen zunächst nicht wirklich zu ihrem Vorteil nutzen. Die Erlanger, denen nun zwar auch diverse Fehler unterliefen, konnten sich auf ihren bärenstarken Keeper Jan Stochl verlassen. Der 38-jährige ehemalige tschechische Nationaltorhüter bewahrte kühlen Kopf. Erst in der Schlussminute kamen die Jungs des SC DHfK auf ein Tor heran. In den entscheidenden Momenten erwiesen sich die keinesfalls hoch überlegenen Erlanger schlicht als abgezockter.

"Ich denke, man konnte deutlich sehen, warum Erlangen da oben steht", resümierte Uli Streitenberger. "Die sind eine eingespielte Mannschaft. Die kennen sich. Bei uns spürt man nach wie vor, dass wir im Sommer viel neue Akteure ins Team eingebunden haben. Es braucht eben seine Zeit."

Leipzig:

Tovas; Pulay; Emanuel (1); Streitenberger (2); Krzikalla; Binder (2); Jonsson (2); Gerlich (1); Boese (2); Weber (7); Prokopec (8/4); Milosevic; Feld (1); Göde (1).

Erlangen:

Stochl; Selke; Weltgen (2); Schwandner (1); Murawski; J. Link (2); Preiß (3); Krämer; Nienhaus, Hess (5); Pankofer; Rahmel (13/6); Böhm; N. Link (3).

Siebenmeter:

Leipzig 4/4; Erlangen 6/7.

Strafen:

Leipzig 5; Erlangen 6.

Antje Henselin-Rudolph

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