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Ohne Biss - Der SC DHfK Leipzig geht gegen Göppingen kraftlos unter

1. Bundesliga Ohne Biss - Der SC DHfK Leipzig geht gegen Göppingen kraftlos unter

Mit einer schwachen Offensivleistung musste sich der SC DHfK gegen Göppingen geschlagen geben. Die Auswärtspartie am Mittwochabend endete mit 29:21 (13:9). Zwischenzeitlich stand gar ein Zehn-Tore-Rückstand auf der Anzeigentafel der EWS Arena. 5000 Zuschauer verfolgten das Spiel.

Philipp Pöter steigt in die Luft. (Archiv)

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Mit Frisch Auf Göppingen hatte der Leipziger SC DHfK ein dickes Brett am Tag vor Heiligabend zu bohren. Die Turn – und Polizeisportgemeinschaft „Frisch Auf!“ um Trainer Magnus Andersson ist exquisit mit Nationalspielern besetzt und Mannschaft flirtet in dieser Saison mit den Europapokalplätzen.

Die Leipziger um Chefcoach Christian Prokop führten sich auf fremdem Parkett jedoch gut ein. In den ersten zehn Minuten ließen die Gäste lediglich drei Tore zu, konnten den Göppingern selbst aber zwei abtrotzen. Doch dann drehten die Hausherren auf und spielten in den folgenden Minuten mehrmals eine Drei-Tore-Führung heraus. Wann immer Philipp Pöter (15. und 18. Minute) oder Aivis Jurdzs (16.) verkürzen konnten, legten die Baden-Württemberger nach. Auch ein Siebenmeter von Philipp Weber ging nicht in die Maschen sondern blieb an Keeper Primoz Prost kleben (20. Minute).

„Pipo“ Pöter und Marvin Sommer konnten mit zwei Treffern in den Kasten auf 10:8 verkürzen, aber der unangenehme Drei-Tore-Vorsprung blieb bestehen. Besonders Michael Kraus in der Mitte machte den grün-weißen Leipzigern das Leben immer wieder schwer und der Ex-Delitzscher Lars Kaufmann erzielte vier Minuten vor der Pause das 12:8. Leipzigs Schlussmann Storbeck machte seine Sache ungeachtet der Entwicklungen in dieser Woche gut. Drei technische Fehler, zwei verworfene Siebenmeter und klare Chancen, die ausgelassen wurden, waren die Gründe für den 13:9-Rückstand zur Pause. "Unsere Deckungsarbeit war gut, auch die Torhüterleistung. Wir haben es aber in der ersten Halbzeit nicht geschafft, die starke gegnerische Abwehr in Bedrängnis zu bringen", gab sich Co-Trainer André Haber nach dem Spiel kritisch. "Zudem haben wir klare Chancen liegen lassen - und sind an Göppingens Torwart Primoz Prost gescheitert. Unter den Umständen war das 9:13 zur Pause noch ganz ordentlich."

Nach vorn geht beim DHfK nicht viel

Kaum hatte das Schiedsrichtergespann die Partie wieder angepfiffen, wurde Christoph Steinert von der Platte gestellt. Zwei Minuten später kam er an den Ball, setzte sich durch und traf direkt ins Tor der Göppinger. Anderssons Sieben war aber hellwach, und legte im Gegenzug wieder nach: Zarko Sesum zum 15:10. Wie schon im ersten Durchgang hielten die Hausherren den DHfK stets auf Abstand. Kaum kamen die Leipziger mal zum Torerfolg, klingelte es auch schon im Kasten der Gäste.

Prokops Team agierte durchaus homogen, ließ aber im Angriff jeglichen Biss vermissen. Das Fehlen des an der Achillessehne verletzten Lucas Krzikalla auf Rechtsaußen war offensichtlich, Franz Semper konnte die Lücke nicht schließen und Marvin Sommer als Rechtshänder tat sich auf dieser Position sichtlich schwer. So stand es nach 40 Minuten 20:13. Die Hausherren mussten die Partie nur noch herunterspielen. Gute zehn Minuten vor dem Spiel lag der SC DHfK zwischenzeitlich neun Tore zurück. Jurdzs und Kapitän Lukas Binder konnten noch auf sieben Tore Rückstand verkürzen.

Mit einem Rückstand von zehn Toren in der 56. Minute drohte eine noch herbere Klatsche als gegen Melsungen (21:32 in der Arena). "Unser Team hat auch nach einem Zehn-Tore-Rückstand die gewohnte Mentalität bewiesen und die Niederlage in Grenzen gehalten", so Co-Trainer Haber. Philipp Weber nämlich, der am Abend meist auf der Bank sitzen musste, und Benjamin Meschke konnten nochmals verkürzen. Leipzig betrieb in der Schlussphase lediglich Schadensbegrenzung. Mit 29:21 konnte Göppingen als Sieger in die Feiertage gehen. Haber versöhnlich: "Das Ergebnis geht auch in dieser Höhe in Ordnung, Göppingen war heute die bessere Mannschaft."

Nach starker Hinrunde und bislang 17 Punkten war der Chef-Trainer Christian Prokop hingegen erstmals richtig sauer. „Das war unser bislang schwächster Auftritt in der Bundesliga. Wir haben im Angriff ohne Biss gespielt und uns zu viele technische Fehler geleistet. Ein, zwei guten Aktionen folgten immer wieder drei, vier schlechte – ganz egal, wer auf der Platte stand.“ In den kommenden vier Auswärtspartien müsse sich die Mannschaft enorm steigern: "Das waren nicht die Tugenden, mit denen wir bislang erfolgreich gepunktet haben." Leichter wird es für die Leipziger auch nach Weihnachten nicht, denn am 27. Dezember geht es nach Melsungen zur Elf-Punkte-Rückstand-Nemesis. Angepfiffen wird am Sonntag um 15 Uhr. Danach steht für die Handballer dann die verdiente Winterpause an. Erst am 10. Februar geht es weiter: Mit dem Derby in Magdeburg.

Statistik

Frisch Auf Göppingen: Primoz Prost (T), Bastian Rutschmann (T), Michael Kraus (7), Tobias Gehrke, Tim Kneule (2), Zarko Sesum (2), Daniel Fontaine (4), Lars Kaufmann (1), Thomas Kristensen, Anton Halen (6), Marcel Schiller (5/4), Manuel Spath, Niclas Barud (2)

SC DHfK Leipzig: Felix Storbeck (T), Mathias Lenz (T), Franz Semper, Christoph Steinert (2), Aivis Jurdzs (3), Philipp Pöter (3), Lukas Binder (1), Sebastian Gress, Marvin Sommer (2/1), Bastian Roschek (1), Philipp Weber (3), Sergey Zhedik (3), Benjamin Meschke (1), Alen Milosevic (2)

Zeitstrafen:
Göppingen: 6 Minuten
Leipzig: 4 Minuten

Zuschauer: 5000

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