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SC DHfK Leipzig besiegt Hildesheim

Aufstieg in die erste Liga SC DHfK Leipzig besiegt Hildesheim

Ja, ja, jaaaa! Mit dem Schlusspfiff der Partie zwischen dem SC DHfK Leipzig und Eintracht Hildesheim explodierte am Freitagabend die Arena Leipzig. Dank eines 31:26-Sieges (18:12) sicherten sich die Grün-Weißen vier Spieltage vor Schluss den Aufstieg ins deutsche Handball-Oberhaus.

Freudengesänge: Philipp Pöter, Lukas Binder und Lucas Krzikalla unterhielten die Fans unmittelbar nach Abpfiff musikalisch.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. "Geil, erste Bundesliga", brüllte Alen Milosevic ins Hallenmikro. "Jetzt wird gefeiert ohne Ende", legte Philipp Weber nach. 4060 frenetische Zuschauer hatten ihre Jungs in den 60 Minuten zuvor auf unnachahmliche Weise begleitet. Der Lärm bei gelungenen Aktionen der Hausherren war ohrenbetäubend. Und zu bejubeln gab es schon während der Partie reichlich.
Deren sportliche Eckdaten sind schnell erzählt. Die Gastgeber fanden zügig ins Spiel. Überbordende Nervosität war nicht zu spüren, dafür jede Menge Adrenalin und Emotion. Keeper Felix Storbeck zeigte sich in der Anfangsphase besonders stark, legte vier Paraden in Folge hin und zog den Gästen damit den ersten Zahn. Nach 30 Minuten hatte er zehn Hildesheimer Versuche vereitelt. "Felix, Felix" hallte es immer wieder durch die Arena. Ebenfalls stark auf Leipziger Seite: Franz Semper und Alen Milosevic. Sie gestalteten mit ihren Toren die erste Viertelstunde maßgeblich. Abgemeldet war dagegen Philipp Weber. Mit Lothar von Hermanni hatte ihm Gästecoach Gerald Oberbeck einen Sonderbewacher zugeteilt, der Leipzigs Nummer 20 bereits an der Mittellinie erwartete. In Hälfte zwei übernahm Christian Zufelde den Job. "Diese Taktik hat uns überrascht", gab DHfK-Coach Christian Prokop später zu. Der "Service", der Weber im Spielverlauf zunehmend auf die Nerven ging, für seine Mitspieler aber im Angriff reichlich Räume schaffte. In die Kabinen ging es mit 18:12.

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Leipzig. Ja, ja, jaaaa! Mit dem Schlusspfiff der Partie zwischen dem SC DHfK Leipzig und Eintracht Hildesheim explodierte am Freitagabend die Arena Leipzig. Dank eines 31:26-Sieges (18:12) sicherten sich die Grün-Weißen vier Spieltage vor Schluss den Aufstieg ins deutsche Handball-Oberhaus. 4060 frenetische Zuschauer hatten ihre Jungs in den 60 Minuten zuvor auf unnachahmliche Weise begleitet. Der Lärm bei gelungenen Aktionen der Hausherren war ohrenbetäubend. Und zu bejubeln gab es schon während der Partie reichlich.

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Sicher auch bedingt durch den deutlichen Vorsprung schlichen sich in Hälfte zwei bisweilen Lässigkeiten ins DHfK-Spiel ein. Wirkliche Folgen hatte das nicht. Die Hildesheimer, die wegen Staus auf der Autobahn erst eine gute halbe Stunde vor dem Anpfiff eingetroffen waren, hatten zu keinem Zeitpunkt die Chance, die Partei in ihrem Sinn zu gestalten. Die Hausherren waren in zu vielen Belangen deutlich überlegen. Bitter: Während die Arena nach der Schlusssirene in Jubel versank, stand mit der Niederlage für die Eintracht-Akteure fest: Sie müssen den Gang in Liga drei antreten, können dies aber erhobenen Hauptes tun. Trotz der Wichtigkeit der Partie aus ihrer Sicht agierten die Hildesheimer hart aber fair und verzichteten auf unsaubere Aktionen.

Spätestens ab der 49. Minute richteten sich dann auch die größten Leipziger Skeptiker auf die große Party ein. 28:22 stand es zu diesem Zeitpunkt. Zwischenzeitlich hatte Maskottchen Ball-Leo als Wischhelfer einen umjubelten Kurzauftritt. Das Schiedsrichter-Duo Tim König und Sascha Siebert bewies Gespür für die Besonderheit des Abends und griff nicht ein. Neun Minuten vor Schluss erhoben sich die Fans von ihren Plätzen. Stehend "trugen" sie ihre Mannschaft die letzten Meter. Und dann, dann war es plötzlich geschafft. Nach acht Jahren harter Arbeit und einer ganz starken Saison 2014/15 ist der SC DHfK Leipzig erstklassig.

Der Rest war Jubel, Pfeffi und Gesang

Mit dem Abpfiff begann der Wahnsinn. Wer noch kein (natürlich grünes) Aufstiegsshirt trug, bekam schnell eins übergestülpt. Die Spielfläche verwandelte sich zügig in einen Sektsee, in dem die euphorischen DHfK-Jungs "badeten". "Ich hoffe, dass der Trainer diesen Abend überleben wird", kündigte Philipp Weber einen Party-Marathon an. Geschäftsführer Karsten Günther umarmte mit seiner Tochter auf den Schultern unterdessen jeden. Alle Anspannung der Saison war gewichen. Sein "Endlich geschafft" war mehr gehaucht als gesprochen. "Das heute ist die Bestätigung für acht Jahre Arbeit", fand Ulrich Streitenberger fast schon präsidiale Worte. Eine Sensation sei es trotzdem, "auch wenn alle in dieser Saison den Aufstieg erwartet haben. Die Jungs haben Unglaubliches geleistet. Das kann uns jetzt keiner mehr nehmen." "Uli" gehört zu den Akteuren im Team, die bereits mit Delitzsch erstklassig unterwegs waren. Als alter Hase sei er deshalb vorab auch nicht allzu nervös gewesen. "Ich hab eigentlich sehr gut geschlafen diese Woche."

Kapitän Lukas Binder hatte zumindest in der Nacht vor dem Matchball-Spiel mehr mit sich zu kämpfen. "Vielleicht konnte ich drei Stunden schlafen", bekannte er. Auf dem Parkett habe er das nicht gemerkt. "Da war zu viel Adrenalin. Heute hat es richtig Spaß gemacht zu spielen. Ich hoffe einfach, dass ich diese Nacht jetzt irgendwie schaffe." Seine Sängerqualitäten hatten unter dem Schlafmangel auf jeden Fall nicht gelitten. Er stimmte noch auf der Platte lautstark für die ganze Halle an. Für den 24-Jährigen stand nach dem Singen und vor dem Feiern der Interview-Marathon. "Ich hab noch gar nix vom Pfeffi gekriegt", monierte Binder mit einem Lachen.
Die Drei-Liter-Flasche mit dem klebrig-süßen Minzlikör wurde von René Boese "bewacht". "Die hab ich selbst gekauft, im Auftrag des Teams natürlich." Das habe sich so eingebürgert in den vergangenen Jahren, "nicht das mit der großen Flasche, das mit dem Pfeffi". Für den Rechtsaußen ist mit dem Aufstieg Endstation beim SC DHfK. Er wechselt im Sommer zum HC Elbflorenz. "Ich gebe zu, dass da heute zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Ich bin vor fünf Jahren mit dem Ziel hergekommen aufzusteigen. Jetzt haben wir das geschafft, und ich gehe nicht mit. Das ist schade. Aber eigentlich soll man ja ohnehin gehen, wenn's am schönsten ist. Es war eine geile Zeit hier. Die werde ich immer im Herzen behalten."
Noch während Boese sprach, hatte sich Alen Milosevic die Likörflasche geschnappt. Der Schweizer verströmte wie alle seiner Teamkameraden die unverwechselbare Aufstiegsgeruchsmischung aus Schweiß und Sekt. "Es war eine sehr lange Woche", bekannte er. Vor allem die jüngeren Spieler seien durchaus nervös gewesen. "Ich natürlich nicht. Ich bin ja schon alt", lachte der 25-Jährige. "Aber im Ernst: Wir waren alle riesig froh, dass es heute nicht nur um zwei Punkte ging, sondern ums Ganze." Begreifen können er das alles noch nicht. "Das braucht noch ein paar Stunden. Vielleicht hab ich es nachher realisiert, nach der zehnten Runde Bier."

Die durften er und seine Kollegen am Abend und in der Nacht mit dem Segen ihres Trainers genießen. Auch Christian Prokop hatte eine ordentliche Sektdusche abgekriegt und zeigte sich vor allem erleichtert. "Wir haben diesen Moment so herbeigesehnt. Jetzt dürfen sich die Jungs endlich belohnen." Wie genau nach der Party mit den Fans in der Arena weitergefeiert würde, wussten weder Trainer noch Mannschaft. "Ich hoffe doch mal, dass der Karsten Günther da was vorbereitet hat", meinte Lukas Binder mit einem Grinsen und machte sich auf den Weg zu René Boese und dem Pfeffi.

Leipzig: Tovas; Storbeck; Semper (4); Emanuel; Qvist; Krzikalla (4); Pöter (11/8); Oehlrich; Binder (4); Janke (3); Roscheck; Weber (2); Milosevic (3).
 Wetzel; Kinzel; Struck (4); Hoppe; Nikolov (1); Stüber; Simon (13/5); Zechel; Lungela (1); Zufelde (1); Tzoufras (2); von Hermanni (1); Gorenac (1); Savvas (2/1).

Siebenmeter: Leipzig 8/10; Hildesheim 6/8.

Strafen: Leipzig 1; Hildesheim 2.

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