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SC DHfK Leipzig bewahrt kühlen Kopf und gewinnt gegen Wetzlar

Bundesliga-Handball SC DHfK Leipzig bewahrt kühlen Kopf und gewinnt gegen Wetzlar

Der SC DHfK Leipzig hat die Arena Leipzig erneut zur Festung ausgebaut. Gegen die HSG Wetzlar feierten die Grün-Weißen am Sonntagnachmittag einen umjubelten 30:26-Sieg (14:10). In einer intensiven und in der zweiten Hälfte engen Partie zeigten die Hausherren sich einmal mehr von ihrer emotionalen Seite.

Lukas Binder, SC-DHfK-Kapitän, hilet die Leipziger in der späten Phase der Partie mit seinen Treffern über Wasser.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Der SC DHfK Leipzig hat die Arena Leipzig erneut zur Festung ausgebaut. Gegen die HSG Wetzlar feierten die Grün-Weißen am Sonntagnachmittag einen umjubelten 30:26-Sieg (14:10). In einer intensiven und in der zweiten Hälfte engen Partie zeigten die Hausherren sich einmal mehr von ihrer gefühligen Seite. "Dieses Spiel haben wir über Emotion und Kampfgeist entschieden", kommentierte Bastian Roscheck treffend. Teamkollege Christoph Steinert hob zudem die hervorragende Torhüterleistung heraus.

Die wichtigste Frage im Vorfeld: Wie würden sich die Grün-Weißen am Ende dieser turbulenten Woche ihrem Heimpublikum präsentieren? Gegen den THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt hatte es (erwartbare) Niederlagen gegeben. Das gefühlte Endlos-Hickhack um Coach Christian Prokop und den Posten des Bundestrainers kam obendrauf. Von all dem war am Sonntag vor dem Anpfiff tatsächlich nichts zu spüren. "CCCP", der nach beiden Mannschaften gemeinsam mit seinem Co André Haber wie üblich als Letzter das Parkett betrat, wurde freundlich begrüßt, keine Pfiffe, keine Buhrufe. Wie groß die Anspannung allerdings tatsächlich gewesen sein muss, zeigte sich nach der Schlusssirene, als der Sieg im Kasten war. Ausnahmslos jeder Spieler nahm Prokop in den Arm, drückte ihn herzlich.

Zusammen eine Einheit: Trainer Christian Prokop und die Mannschaft des SC DHfK Leipzig.

Zusammen eine Einheit: Trainer Christian Prokop und die Mannschaft des SC DHfK Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Seine Jungs hatten von Beginn an klargemacht, dass sie sich von den Irrungen und Wirrungen nicht würden beeindrucken lassen. Sie spielten von Anpfiff weg konzentriert auf, wie immer mit aggressiver und geschlossener Abwehrleistung sowie einem ganz starken Jens Vortmann im Tor. Prokop begleitete sie an der Außenlinie gewohnt unaufgeregt. "Wir haben eine hervorragende erste Halbzeit gespielt", lobte der Trainer später. "Alle waren unglaublich fokussiert. Mit Niclas Pieczkowski haben wir vorn eine tolle Qualität in den Angriff bekommen."

Mit einem 30:26-Sieg hat der SC DHfK Leipzig am Sonntag die HSG Wetzlar besiegt. Nach dem 14:10-Zwischenstand machten die Gäste gehörig Druck. Die Grün-Weißen hielten jedoch stand. (Bilder: Christian Modla)

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Bei der HSG waren natürlich alle Augen auf Philipp Weber gerichtet, der erstmals nach seinem Wechsel wieder in Leipzig auflief. Fast schien es, als spüre Wetzlars Nummer 20 den Druck. In Hälfte eins gelang ihm nicht viel. Die DHfK-Abwehr machte ihm das Leben ordentlich schwer. Zudem hatte Weber wie schon beim Aufeinandertreffen im DHB-Pokal zumindest am Anfang reichlich damit zu tun, sich über Dieses und Jenes wortreich zu beschweren. In Hälfte zwei besserte sich seine Leistung deutlich, auch weil seine ehemaligen Mitspieler ihn nicht mehr ausreichend konsequent in die Zange nahmen.

Mit Wiederanpfiff büßten die Gastgeber ihre Linie allerdings ein. Vorn klappte jetzt nicht mehr viel. Auch zwei Minuten Überzahl durch eine Strafe gegen Weber brachten keinen nennenswerten Vorteil. Mehrere Angriffe wurden durch unnötige Fehler unterbrochen oder schlecht abgeschlossen. Die Folge: Kasper Kvist traf in der 40. Minute zum 17:17-Ausgleich. Christian Prokop reagierte unmittelbar mit einer Auszeit und warf in der Folge Andreas Rojewski ins Getümmel auf der Platte.

"Kapitän, der seinen Namen verdient"

Sein Gegenüber Kai Wandschneider entschied sich für eine taktische Maßnahme. Er brachte den siebten Mann und das - abgesehen von kleineren Rückschlägen - mit zählbarem Erfolg. Der SC DHfK wurde in dieser Phase wurftechnisch vor allem von seinem Kapitän über Wasser gehalten. Dank der  Treffer von Lukas Binder blieben die Grün-Weißen trotz aller jetzt auftretenden Schwierigkeiten am Drücker. "Wir hatten heute einen Kapitän, der diesen Namen wirklich verdient, der vorneweg gegangen ist, der alle mitgezogen hat", lobte Prokop. Im Tor war jetzt Milos Putera am Zug. Der führte sich mit einem gehaltenen Siebenmeter und einer weiteren Parade direkt ordentlich ein und verschaffte seinen Vorderleuten zusätzliche Sicherheit. In der Schlussphase setzte dann auch der SC DHfK auf den zusätzlichen Feldspieler, um eine künstliche Überzahl zu schaffen. Wie zuvor auf der Gegenseite verfehlte das Mittel seine Wirkung nicht.

Gab die Richtung vor: Kapitän Lukas Binder (#11).

Gab die Richtung vor und warf zehn Tore: Kapitän Lukas Binder (#11).

Quelle: Christian Modla

Fünf Minuten vor Ultimo, beim Stand von 26:23, erhoben sich die Fans von ihren Plätzen und zauberten die für Heimspiele des SC DHfK charakteristische Atmosphäre in die Arena. Sie sahen eine Zeitstrafe gegen Benjamin Meschke, ungewöhnliche aber wirkungsvolle Aktionen von Putera, leidenschaftliche Gastgeber und Gäste, die in der Abwehr fast bis zur Mittellinie herausrückten und um schnelle Abschlüsse bemüht waren.

Am Ende jubelten die Gastgeber. "Es macht mich stolz, dass die Mannschaft heute diese Leistung gebracht hat, dass sie gezeigt hat, dass sie trotz allem am sportlichen Fortkommen dieses Vereins interessiert ist", so Prokop. Seine Spieler gaben unumwunden zu, dass die vergangenen Tage an ihnen genagt hatten. "Es war keine einfache Woche", sagte Maximilian Janke. "Da den Fokus zu finden, war definitiv eine Herausforderung. Aber wir sind nicht umsonst Leistungssportler. Genau darin liegt unsere Aufgabe." Bastian Roscheck sah den Schlüssel zum Erfolg auch in der Kommunikation im Team. "Es ist wichtig, dass da alles passt. Alles andere darf einfach nicht an uns rütteln."

Aussprache am Montag

Der Gesprächsfaden zwischen Team und Trainer soll bereits am Montag wieder aufgenommen werden. Dann steht noch vor der gemeinsamen Weihnachtsfeier eine Aussprache aller Beteiligten an. Lukas Binder gab sich bereits im Vorfeld salomonisch. "Ganz ehrlich, wenn ein Angebot vom THW Kiel käme, wüsste ich auch nicht, wie ich mich verhalten soll. Es ist eben unglücklich gelaufen." Einer möglichen Doppelfunktion von Prokop sieht der DHfK-Kapitän gelassen entgegen. "Christian ist ein harter Hund, Wenn einer das schaffen kann, dann er."

Leipzig: Vortmann; Putera; Semper (2); Steinert (4/3); Rojewski (2); Jurdzs (1); Binder (10); Janke; Pieczkowski (6); Roscheck; Strosack (1); Meschke; Becvar; Milosevic (4).

Wetzlar: Buric; N. Weber; Kneer (1); Lipovina (2); Björnsen (4/1); Mirkulovski; Ph. Weber (5); Hahn; Berggren (2); Kvist (2); Klesniks; Lindskog (1); Cavor (3); Kohlbacher (6).

Siebenmeter: Leipzig 3/4; Wetzlar 1/2.

Strafen: Leipzig 2; Wetzlar 3.

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