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Pöter fällt sechs Monate aus - SC DHfK Leipzig mit teurem Sieg in Eisenach

Handball-Ostderby Pöter fällt sechs Monate aus - SC DHfK Leipzig mit teurem Sieg in Eisenach

Der SC DHfK Leipzig hat das Ostderby beim ThSV Eisenach klar mit 35:24 (21:10) gewonnen. Bitter: Philipp Pöter bestritt sein letztes Spiel für den SC DHfK.

Nach einem Faul liegt Philipp Pöter schwer verletzt am Boden. Seine Mannschaft rief nach dem Spiel seinen Namen.

Quelle: Christian Modla

Eisenach. Was für eine Demonstration des SC DHfK Leipzig: Im Duell der Aufsteiger und Ostteams zerlegte die Mannschaft von Trainer Christian Prokop den ThSV Eisenach in dessen eigener Halle und gewann mit 35:24 (21:10)

Überschattet wurde das Spiel von der schweren Verletzung Philipp Pöters. Der Leipziger wurde unmittelbar nach der Begegnung nach Leipzig gebracht und noch in der Nacht von Professor Pierre Hepp in er Universitätsklinik operiert. Zunächst hatten die Verantwortlichen einen Wadenbeinbruch befürchtet. Im Krankenhaus stellte sich heraus: Pöter zog sich eine Sprunggelenkfraktur am rechten Außenknöchel und einen Riss des Syndesmosebandes zu. Hepp setzte dem 29-Jährigen eine Platte ein. Er muss nun ein halbes Jahr pausieren. Für Pöter war die Begegnung in Eisenach damit die letzte im DHfK-Trikot. Der Rückraumspieler wechselt im Sommer nach Wetzlar.

Daniel Luther hatte den Spielmacher in der 42. Minute an der Schulter gestoßen, der dann schreiend auf dem Parkett liegen blieb. „Das Bein sah nicht gesund aus", sagte sein Mannschaftskollege Philipp Weber. Luther, der die rote Karte sah, entschuldigte sich später beim SC DHfK mit Genesungswünschen für Pöter. Besondere Geste der Mannschaft: Nach dem Spiel nahm sie Pöters Trikot mit zu den Fans, hielt es hoch und feierte den Sieg, hatten aber ihre Gedanken bei ihrem Kollegen.

Und noch ein Spieler fuhr mit einer Blessur nach Hause. Peter Strosack prallte in der ersten Halbzeit mit einem Gegenspieler zusammen und saß danach nur noch auf der Bank. "Ich kann nicht richtig auftreten, hoffe aber, dass nichts kaputt ist", sagte er.

Auch wenn die Sachsen theoretisch noch abgefangen werden können, dürfen sie die große Party nun vorbereiten. In dieser Form und mit 21 Punkten auf dem Konto ist der Klassenerhalt nahezu geschafft. Das sah auch Trainer Christian Prokop so: „Wahrscheinlich wird es jetzt reichen, wir sind aber weiter hungrig.“

Beim ThSV dagegen ist der Effekt des Trainerwechsels von Velimir Petkovic zu Gennadij Chalepo schon nach 30 Minuten verpufft. Schwache Abwehr, statischer Angriff und kein Aufbäumen: So wird es für die Thüringer ganz schwer, die Klasse zu halten. „Ich muss mich bei den Zuschauern für die Leistung entschuldigen“, sagte Chalepo.

 Im Duell der Aufsteiger und Ostteams zerlegte die Mannschaft von Trainer Christian Prokop den ThSV Eisenach in eigener Halle und gewann mit 35:24.

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Ausgerechnet Aivis Jurdzs erzielte den ersten Treffer für den SC DHfK. Der Rückraumspieler trug in der vergangenen Saison noch das Trikot der Eisenacher und liegt mit dem ThSV bis heute im Rechtsstreit über das Ende seines Arbeitsvertrages. „Der schnelle Treffer war eine Überraschung für mich, ist aber umso schöner.“ In der ersten Viertelstunde dominierte der Leipziger Rückraum. Neben Jurdzs spielte vor allem Weber wie aufgedreht. Allein in der ersten Halbzeit versenkte er neun Bälle im Eisenacher Gehäuse. „Ich hatte einen guten Tag“, fand Weber.

Dem ThSV fiel nichts ein, um die Leipziger Angriffswucht zu stoppen. Selbst als drei Abwehrspieler an den Armen und dem Trikot von Kreisspieler Alen Milosevic hingen reichte das nicht. Der Schweizer warf das nächste Tor. Wie stets von Coach Prokop gefordert, spielten die Gäste in der Abwehr mit schnellen Füßen und boten nur selten Lücken an. Torhüter Jens Vortmann gewann zudem das Duell der Keeper klar.

Chalepo sollte dem ThSV wieder Leben einhauchen. In der Anfangsphase pushte die Bank noch die Kollegen auf dem Parkett. Mit jeden Leipziger Treffer wurde es dort aber ruhiger und die Pfiffe in der Werner-Aßmann-Halle lauter.

Die Gäste ließen bis zum Schluss nicht locker und der überragende Weber schraubte seine Trefferzahl auf zwölf Tore weiter nach oben. Besonders spektakulär war sein Treffer zum 31:17, als er aus rund 13 Metern Torentfernung abzog. In der Schlussphase gab Marvin Sommer noch sein Comeback.

Zumindest einmal hatten die Thüringer Grund zur Freude. Der Hallensprecher gratulierte einem ThSV-Fan nicht nur nachträglich zum 88. Geburtstag, sondern bedankte sich auch für eine 10.000-Euro-Spende des Anhängers zugunsten des Nachwuchses. Vielleicht ein Signal für die Zukunft der Eisenacher.

Matthias Roth

ThSV Eisenach: Verkic, Redwitz - Wöhler 4, Luther, Celica 1, Ragnarsson 1, Hruscak, Schliedermann 3, Hansen, Urban 4, Holzner 6/5, Koloper 1, Mackovsek, Criciotoiu 4

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Storbeck - Semper 1 Steinert 2, Jurdzs 5, Pöter, Binder 5, Janke 2, Roscheck 1, Weber 12/4 Strosack 1, Meschke 2, Milosevic 4, Sommer

Siebenmeter: ThSV 6/5 SC DHfK 4/4

Zeitstrafen: ThSV 4, SC DHfK 2

Rote Karte für Daniel Luther (42.)

Zuschauer: 2773

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