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SC DHfK Leipzig erkämpft sich Punkt gegen Wetzlar

Zähes Ringen SC DHfK Leipzig erkämpft sich Punkt gegen Wetzlar

Es war ein zähes Ringen an diesem Nikolausnachmittag der in der Leipziger Arena: Der SC DHfK tat sich mit den Gästen aus Wetzlar nicht leicht. Nach einer spannenden Schlussphase gingen beide Teams mit jeweils einem Punkt vom Parkett.

Philipp Weber (2.v.r) vom SC DHfK Leipzig kämpft sich durch die Abwehr der HSG Wetzlar.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Es war ein schwieriger Nachmittag für den SC DHfK Leipzig: Die Grün-Weißen trennten sich am Sonntag nach zähem Ringen 22:22 (11:14) von der HSG Wetzlar. Vor 3868 Zuschauern in der Arena Leipzig scheiterten die Messestädter nach intensiven 60 Minuten und einer spannenden Schlussphase am Ende zu häufig an Gäste-Keeper Andreas Wolff, um den Sieg davonzutragen.

"Heute waren unheimlich viel Kampf und mentale Stärke erforderlich. Wir hatten viele Geduldsproben zu bestehen", resümierte DHfK-Coach Christian Prokop. Unzufrieden war er nicht mit dem Punkt. "Ich denke, es ist wichtig, sich über jeden Bundesligapunkt zu freuen." Auch sein Gegenüber Kai Wandschneider wirkte nicht unglücklich. "Ich denke, das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Es ist nicht einfach, hier in Leipzig zu gewinnen."

Am Nikolaustag 2015 hatte der SC DHfK Leipzig die HSG Wetzlar zu Gast. Beide Teams lieferten sich über das gesamte Spiel einen Kampf auf Augenhöhe. Am Ende trennten sie sich mit einem 22:22-Unentschieden. Fotos: Christian Modla

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Von Beginn an hatten die Hausherren vor allem mit zwei der gegnerischen Akteure Probleme. Steffen Fäth war in der Offensive eigentlich nicht zu halten, spielte all seine Routine und Erfahrung aus. Schon nach wenigen Minuten war dies sichtbar. Nicht umsonst gehört der 25-Jährige zum Kader der Nationalmannschaft. Zu dem darf sich auch Andreas Wolff zählen. Wo andere die Hand nehmen, um einen Versuch zu verhindern, nutzte der 24-Jährige den Fuß, der im Übrigen auf magische Weise neben seinem Ohr festgetackert zu sein schien. Wolff lieferte eine Vorstellung, die nicht nur die Zuschauer, sondern zunehmende auch die Akteure des SC DHfK beeindruckte. Allein Aivis Jurdzs scheiterte in Hälfte eins fünfmal am Keeper der HSG. "Irgendwann ist er drin in deinem Kopf", meinte Lukas Binder später. "Vor allem wenn du Zeit hast zu überlegen, bei Tempogegenstößen oder auf Außen ist es besonders schlimm."

Auch wenn die Gäste in der Spielanlage weder den Schönheitspreis noch den für Cleverness hätten erhalten können – was ihnen da fehlte, machten sie mit körperlicher Präsenz und Zweikampfverhalten wett. Die Folge: Die Gastgeber mühten sich zwar redlich, gingen zwischendurch mal in Führung und hielten den Rückstand ansonsten im erträglichen Bereich, aber so richtig in den Griff bekamen sie die Partie nicht. Zu klar waren die physischen Nachteile. Neben Jurdzs blieben auch Philipp Pöter und Christoph Steinert in Hälfte eins ohne Treffer. Philipp Webers makellose Bilanz vom Punkt milderte diese Flaute etwas ab. Mit einem 11:14 ging es in die Pause.

Mit Wiederbeginn präsentierten sich die Hausherren verbessert, mit mehr Biss und konzentrierter. Das Wolff-Problem blieb zwar, aber mit der Hereinnahme von Felix Storbeck ins Leipziger Tor hielten Fehlwürfe nun auch zunehmend auf Wetzlaer Seite Einzug. Storbeck zeigte sich später begeistert von der Wolffschen Leistung. "Was der Andi über 60 Minuten gezeigt hat, war Weltklasse. Er war der Faktor heute. Er hat seine Nominierung für die Nationalmannschaft eindrucksvoll bestätigt."

"Das war ein Tollhaus. Das macht mich richtig geil."

Zwischenzeitlich beorderte Coach Christian Prokop unter tosendem Jubel der Fans Stand-By-Profi Thomas Oehlrich auf's Parkett. Der Polizist sollte in der Defensive helfen. Während sich die Lage dort langsam besserte, fehlte weiterhin der Erfolg im Abschluss. Zwar kämpften sich die Grün-Weißen auf 18:18 (43.) heran, blieben dann aber vier Angriffe in Folge ohne Tor. Es blieb ein zähes Geschäft für den SC DHfK.

Bereits knapp 15 Minuten vor dem Ende erhoben sich die Fans in der Arena von ihren Plätzen. "Da hat der Kessel gekocht. Das war ein Tollhaus", meinte Storbeck, der unumwunden zugab: "Das macht mich richtig geil." Die Zuschauer sahen nun einmal mehr ein Duell der Torhüter und zwei Mannschaften, die nicht aufgaben, die rangen und rangelten, ackerten, kämpften, sich mühten. 60 Sekunden vor Ultimo stand ein 22:22 zu Buche. Wetzlar im Angriff. Ausgerechnet Steffen Fäth setzt den Ball neben den Kasten. Das folgende Tor von Philipp Weber pfiffen die Unparteiischen ab. Das Stürmerfoul hatten wohl nur sie gesehen. "Bei besserer Überzahl und einer besseren Chancenverwertung können wir das Spiel sicher gewinnen", so Christian Prokop. Zur Halbzeit habe man aber eher wie ein Verlierer ausgesehen. "Ich denke, wir können deshalb gut leben mit dem Ergebnis."

Roscheck und Sommer verlängern Verträge

In der kommenden Woche wartet dann eines der Highlights der Saison. Der THW Kiel kommt nach Leipzig. Für das Team von Alfred Gislasson steht Niklas Landin im Tor. "Da wird es für uns definitiv nicht leichter", so Lukas Binder.

Am Rande des Spiels gegen Wetzlar gab der SC DHfK zwei Vertragsverlängerungen bekannt. Bastian Roscheck und Marvin Sommer bleiben dem Verein bis 2017 treu. Ihre bisherigen Verträge liefen bis Juni des kommenden Jahres.

Von Antje Henselin-Rudolph

Statistik:

SC DHfK Leipzig: Storbeck; Putera; Semper (1); Steinert (1); Jurdzs; Krzikalla (3); Pöter (2/1); Oehlrich; Binder (3); Roscheck; Weber (10/8); Zhedik (1); Meschke; Milosevic (1)
HSG Wetzlar: Wolff; N. Weber; Lipovina (2); Ferraz (2); Laudt (1); Holst (6/2); Fäth (8); Bliznac; Joli (1); Klesniks; Kohlbacher (2); Mirkulovski; Prieto Martos; Rompf; S. Weber; Hahn
Siebenmeter: Leipzig 9/9; Wetzlar 2/2
Strafen: Leipzig 1; Wetzlar 4

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