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SC DHfK Leipzig feiert in intensivem Derby gegen Aue einen Sieg im Endspurt

SC DHfK Leipzig feiert in intensivem Derby gegen Aue einen Sieg im Endspurt

Leipzig. Was für ein Spiel! Die Zweitligahandballer des SC DHfK Leipzig und des EHV Aue schenkten sich am Mittwochabend nichts. Das bessere Ende nach intensiven 60 Minuten hatten die gastgebenden Messestädter für sich, die vor 2069 Zuschauern in der Arena Leipzig einen hart erkämpften 34:31-Sieg (14:16) feierten.

Dabei profitierten die Hausherren davon, dass den couragiert auftretenden Gästen zum Ende hin die Luft ausging.

"Für mich war es ein verdienter Sieg", freute sich DHfK-Coach Christian Prokop. Er machte das vor allem an der Steigerung seiner Jungs in der zweiten Hälfte fest. Aues Geschäftsführer Rüdiger Jurke, lange Jahre erfolgreicher und beliebter Kreisläufer der Erzgebirger, mochte ihm da so gar nicht zustimmen. "Dieses Spiel hatte keinen Sieger verdient, schon gar nicht einen aus Leipzig. Wir waren mehr als gleichwertig", meinte er und machte für die Niederlage seines Teams auch strittige Schiedsrichterentscheidungen verantwortlich. "Da waren mehrere Ellenbogenschläge, die nicht geahndet wurden", meinte auch Gästetrainer Runar Sigtryggsson, der die Vorherrschaft im sächsischen Handball nicht vor dem Rückspiel entschieden sehen wollte. "Warten wir bis Mai. Sie sollen nur kommen."

Natürlich war die Frage vor der Partie vor allem: Wie würden sich Philipp Weber und Alen Milosevic nach ihrer Verwarnung präsentieren? Die Antwort: Zunächst gar nicht. Coach Christian Prokop ließ beide erst einmal draußen Platz nehmen. Sie mischten erst ab Mitte der ersten Halbzeit mit. Weber, der über die vergangenen Tage nicht sprechen mochte, sagte später: "Ich bin ab der 35. Minute richtig ins Spiel reingekommen. Da habe ich das erste Mal getroffen, und da war dann auch das Selbstvertrauen wieder da." Statt ihm und Milosevic durften zunächst René Boese und Matthias Gerlich von Beginn an ran. Zur Einlaufshow hatten sich die Zuschauer von ihren Sitzen erhoben. Es sollte ein Signal an die Mannschaft sein: Wir stehen hinter Euch! Das übertrug sich vor allem in den ersten Minuten tatsächlich auf's Team. Die DHfK-Sieben wirkte entschlossen, emotional, grimmig und konnte das anfangs auch im Spiel umsetzen.

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Leipzig. Was für ein Spiel! Die Zweitligahandballer des SC DHfK Leipzig und des EHV Aue schenkten sich am Mittwochabend nichts. Das bessere Ende nach intensiven 60 Minuten hatten die gastgebenden Messestädter für sich, die vor 2069 Zuschauern in der Arena Leipzig einen hart erkämpften Sieg feierten. Dabei profitierten die Hausherren davon, dass den couragiert auftretenden Gästen zum Ende hin die Luft ausging.

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Doch die Treffer aus dem Rückraum, die Konzentration, die Dynamik, sie hielt sich nur eine knappe Viertelstunde. Dann waren sie wieder da, die bekannten Probleme: Fehlwürfe en gros (allein Gerlich und Pavel Prokopec produzierten in den ersten 20 Minuten je drei), überhastete Abschlüsse aus unmöglichen Positionen, unkonsequente Defensivarbeit. Aus dem Rückraum kam nichts mehr. Die Außenspieler wurden nicht einbezogen. Zwischenzeitlich mussten die grün-weißen Anhänger acht Minuten auf einen Leipziger Treffer warten. So wurde aus einem 6:4 in der 8. Minute ein 10:13 in der 23. Minute.

Denn die Gäste, die ihrerseits auf einen starken mitgereisten Fanblock bauen konnten, agierten ruhiger als die Gastgeber. Zudem hatten sie mit David Hansen und Ladislav Brykner zwei Akteure in ihren Reihen, die in Hälfte eins sechs und fünf Treffer verzeichnen konnten und von den Leipzigern kaum unter Kontrolle gehalten werden konnten. Gleiches galt für Eric Meinhardt, der die Bälle für die Auer klug verteilte und von der Defensive der Hausherren kaum zu fassen war.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich erst einmal nicht so viel. Die Grün-Weißen liefen zwischenzeitlich einem Drei-Tore-Rückstand hinterher und kamen trotz nun regelmäßigerer Treffer nicht so richtig voran, da sich die Gäste ihrerseits ebenfalls treffsicher zeigten. Was dagegen deutlich zunahm, war die Intensität der Partie. Man schenkte sich nichts. Die Unterbrechungen häuften sich. Das Spiel war nun ein richtiges Derby. Mit Aues Brykner musste in der 45. Minute einer der besten Akteure der Erzgebirger nach der dritten Zeitstrafe das Feld verlassen. "Sicher eine wichtige Situation", kommentierte Alen Milosevic. "Aber ich denke nicht die eine spielentscheidende."

Dennoch markierte die Hinausstellung einen Bruch in der Partie. In der 47. Minute gelang Philipp Weber das 23:23. Die Leipziger Anhänger hofften wieder. Und das zu Recht, denn die Hausherren steigerten sich allmählich deutlich. Lukas Binder fünf Minuten vor Ultimo mit dem 28:27 die erstmalige Führung nach einer gefühlten Ewigkeit. Der Lärm in der Arena war nun ohrenbetäubend. Trotz beinahe durchgängigen Rückstands war der Sieg nun drin, denn den Auern ging sichtlich die Puste aus. Kombiniert mit einem starken Gabor Pulay im Leipziger Tor reichte das schlussendlich trotz doppelter Unterzahl in der Schlussminute tatsächlich für einen Sieg der Gastgeber.

"Nur mit diesem fantastischen Publikum im Rücken konnten wir diese Energieleistung abrufen", machte Christian Prokop im Anschluss den Zuschauern ein Kompliment. "Da war dieser Moment, da konnten wir die Auer einfach überrennen", resümierte Milosevic. "Die waren plötzlich überfordert und bei uns haben auch die Dinge geklappt, die sonst so fifty-fifty ausgehen." Schließlich zeigte sich auch Rüdiger Jurke milde: "Wenn wir ehrlich sind: Leipzig braucht die zwei Punkte dringender als wir. Wir wollen nur die Klasse halten. Leipzig will um den Aufstieg mitspielen."

Leipzig:

Tovas, Pulay; Emanuel; Streitenberger; Krzikalla; Oehlrich; Binder; Jonsson; Gerlich; Boese; Weber; Prokopec; Milosevic; Göde.

Aue:

Musil; Petursson; Schäfer; Meinhardt; Roch; Hansen; Brykner; Sigtryggsson; Sommer; Faith; Gunnarsson; Berthold; Kempe; Runarsson.

Antje Henselin-Rudolph

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