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SC DHfK Leipzig kassiert gegen Nordhorn erste Heimniederlage der Saison

SC DHfK Leipzig kassiert gegen Nordhorn erste Heimniederlage der Saison

Die Handballer des SC DHfK Leipzig sind ihren Heimnimbus los. Am Samstagabend kassierten die Messestädter eine 22:25-Niederlage (13:14) gegen die HSG Nordhorn-Lingen.

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DHfK Torwart Henrik Ruud Tovas.

Quelle: Nitsche

Leipzig. 2642 Zuschauer in der Arena Leipzig sahen eine schwierige grün-weiße Vorstellung mit vielen Fehlern. Auf die Tabellenkonstellation hat das Ergebnis keine Auswirkungen. Die Leipziger bleiben Zweitliga-Primus.

Zumindest bei den Gästen herrschte nach dem Abpfiff helle Freude. "Natürlich war unsere Motivation, als erste Mannschaft hier in Leipzig zu gewinnen, riesig", meinte HSG-Trainer Heiner Bültmann. "Das wichtigste war wohl, dass wir auch daran geglaubt haben, es heute schaffen zu können." Sein Gegenüber Christian Prokop schaute ernst drein. "Nordhorn hat das routiniert und clever herausgespielt. Wir haben völlig verdient verlorem."

Die Partie hatte mit Stille begonnen. In Gedenken an die Opfer des Absturzes der German-Wings-Maschine in dieser Woche erhoben sich die Fans zu einer Schweigeminute. Beide Mannschaften spielten darüber hinaus mit Trauerflor.

Als dann der Handball auf's Parkett zurückkehrte, herrschte nur kurzzeitig Begeisterung. Nach beiderseits zähem Auftakt konnten die Hausherren lange Zeit eine Zwei-Tore-Führung verteidigen, wurden dann aber zwei Mal kalt erwischt: Nach einer knappen Viertelstunde musste Philipp Weber verletzt raus, wurde lange am rechten Knie behandelt, machte Testläufe, kam aber dann doch nicht zurück. In der 18. Minute erwischte es auch Franz Semper. Er wurde vom Parkett geführt und war erst in Hälfte zwei wieder so richtig dabei. Damit fehlten den Grün-Weißen auf beiden Halb-Positionen die Stammkräfte.

Das machte sich im Spiel umgehend bemerkbar. "Wir haben es nach Philipps Ausfall nicht geschafft, die Durchschlagskraft zu entwickeln, die wir brauchen", so Prokop. Vor allem sei es nicht mehr gelungen, die entscheidenden Situationen zu setzen. Für Max Emanuel hatte die Misere schon viel früher begonnen. "Im Grunde ging das schon mit dem ersten Nordhorner Tor los. Schon da haben wir nicht gemacht, was wir uns vorgenommen hatten." Zudem haderten die Gastgeber einmal mehr mit dem Wurfglück und Unkonzentriertheiten im Passspiel. Eine zwischenzeitliche Leipziger Vier-Tore-Führung wandelten die vor allem aus dem Rückraum brandgefährlichen Gäste so in einen 13:14-Pausenrückstand. "Wir konnten uns heute auch nicht auf unser starke Abwehr verlassen", so Emanuel.

Thomas Oehlrich sieht die rote Karte

Nach Wiederbeginn tat sich das nächste Problem auf: Nach einer Aktion gegen Nils Meyer sah Thomas Oehlrich die rote Karte. Auch wenn die Entscheidung der Unparteiischen Thomas Hörath und Timo Hofmann etwas überzogen war, für das Spiel half diese Erkenntnis wenig. Die Hausherren schienen nun irgendwie gänzlich von der Rolle, kamen nicht ins Tempospiel. "Wir haben es Nordhorn schlicht zu einfach gemacht. Vor allem das Spiel über Jens Wiese haben wir nicht unterbunden", kommentierte Marc Pechstein später. Die Leipziger Abschlussversuche wirkten zunehmend hilflos. Geworfen wurde aus vielen erdenklichen Lagen, zu selten war die passende dabei. Technische Fehler häuften sich. Auch in der Abwehr fehlte der richtige Zugriff. In der 44. Minute traf Toon Leenders zum 16:20. Als Lukas Binder in der 47. Minute das 17:20 machte, beendete er eine zehnminütige Leipziger Tor-Durststrecke.

Ein kleiner Lichtblick aus DHfK-Sicht war Henrik-Ruud Tovas, der mit der einen oder anderen Parade für Jubel bei den Fans sorgte. Ansonsten gab es keinen Anlass zur Freude mehr. Die Prokop-Sieben, in der gegen Ende mit Maximilian Janke, Max Emanuel, Sebastian Greß und Lukas Krzikalla die Abteilung "Junge Wilde" randurfte, war nicht mehr in der Lage, gegen die groß gewachsene und sicher agierende Nordhorner Abwehr noch etwas zu reißen. "Wenn man nur noch drei Minuten Zeit hat und mit fünf Toren hinten liegt, muss man halt früher werfen. Das ist reine Mathematik", kommentierte Emanuel die hektischen Offensivaktionen in der Schlussphase, die nicht mehr von Erfolg gekrönt waren. Dennoch: Der Einsatz der Jungen war wohl auch ein deutliches Zeichen der Unzufriedenheit des Trainers an die Reste der "ersten Garnitur", die zuvor zu oft nicht gemacht hatte, was nötig war.

DHfK-Handball-Geschäftsführer Karsten Günther war indes nach dem Schlusspfiff um Beruhigung bemüht. "Wir dürfen jetzt nicht hektisch werden." Zum Zustand von Philipp Webers rechtem Knie, auf das sich am Samstagabend viele sorgenvolle Blicke richteten, konnte er nur so viel sagen. "Er hat stechende Schmerzen beim Auftreten."

Leipzig:

 Tovas; Storbeck; Semper (1); Emanuel (1); Krzikalla (2); Pöter (5/4); Oehlrich; Binder (3); Janke (3); Roscheck; Weber (4/3); Milosevic (2); Pechstein (1); Streitenberger; Greß; Boese.

Nordhorn:

 Buhrmester; Bartels; Verjans (4); Schumann; Leenders (2); Mickal; Miedema; Meyer; Schagen (9/3); Terwolbeck; de Boer (2); Kintrup; Wiese (8).

Siebenmeter:

Leipzig 7/8; Nordhorn 3/3.

Strafen:

Leipzig 3 + rote Karte für Oehlrich; Nordhorn 6 + rote Karte für Schumann.

Antje Henselin-Rudolph

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