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SC DHfK Leipzig schlägt mit bärenstarkem Galia den TV Emsdetten 27:24 (12:11)

SC DHfK Leipzig schlägt mit bärenstarkem Galia den TV Emsdetten 27:24 (12:11)

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben ein weiteres Achtungszeichen gesetzt. Die Messestädter setzten sich am Sonntagnachmittag vor 1352 Zuschauern in eigener Halle 27:24 (12:11) gegen den TV Emsdetten durch.

Matchwinner war ein bärenstarker Michael Galia im Tor der Hausherren, der gegen Ende der Partie nahezu unüberwindbar erschien.

"Ich war motiviert wie immer. Keine Ahnung, warum das heute so gut lief", gab sich der Keeper später bescheiden. Und nein, es sei auch nicht sein bestes Spiel gewesen. "Heute waren einfach alle gut", resümierte er knapp, wollte aber nicht ausschließen, dass eine jahrzehntealte galiasche Tradition (mit-)verantwortlich sein könnte für seine Leistung. Vor jedem Spiel nimmt der 39-Jährige einen Schluck aus einer kleinen, durchsichtigen Glasflasche unter der Mannschaftsbank. "Franzbranntwein", sagte er am Sonntag mit einem Augenzwinkern. "Hilft eigentlich immer."

Die Hausherren hatten nervös begonnen. War es der Gedanke an die 26:33-Hinspielniederlage oder der Umstand, dass mit Kapitän Thomas Oehlrich (gesperrt) und Cristian Telehuz (Reha nach Meniskusverletzung) kein etatmäßiger Kreisspieler zur Verfügung stand? Was auch immer die DHfK-Jungs zögerlich agieren ließ, es verlor sich im Verlauf der ersten Hälfte zusehends. Trainer Uwe Jungandreas hatte sich am Kreis für eine variable Lösung entschieden. Zunächst begann René Wagner, später folgte ihm Lukas Binder, jeweils sekundiert von Ole Dietzmann oder zeitweise Martin Müller sowie Till Riehn. Oehlrich, der hinter der Mannschaftsbank Platz genommen hatte, konnte zufrieden sein. Seine Teamkameraden gaben sich in der Abwehr keine Blöße.

"Es war schon ganz ok", sagte ein sichtlich erleichterter René Wagner nach dem Abpfiff. Unter der Woche hatte er noch seinen Respekt vor dem "Amt am Kreis" erkennen lassen und geäußert, lieber verzichten zu wollen. "Naja, wir haben ja gewonnen, also hat sich der Einsatz ja geloht", meinte er später. Auch wenn es ihm die Emsdettener nicht leicht machten. "Das sind ja da alles kräftige Jungs. Ich bin doch nur 1,86." Wäre nicht das Lachen in Wagners Augen gewesen, er hätte einem fast leid tun können.

Probleme machte den Hausherren zunächst der Angriff. Wie so oft in den vergangenen Partien wurden beste Gelegenheiten ausgelassen. So scheiterten Philipp Seitle und René Boese (der mit gebrochenem Zeh spielte) mit Kontern. Auch Steve Baumgärtel und Ulrich Streitenberger ließen Chancen liegen. Allerdings erging es auch den Gästen aus Emsdetten nicht besser. Ein gut aufgelegter Michael Galia entschärfte mehrere Versuche. Die Top-Torjäger des TVE - Janko Bozovic, Elvir Selmanovic und Jeffrey Boomhouwer - kamen in den ersten 30 Minuten nicht zur gewohnten Entfaltung. Vor allem Ersterer agierte recht unauffällig. Die 12:11-Halbzeitführung für die Hausherren war dann auch verdient. Sie hatten sich hineingearbeitet in das Spiel. "Es war vielleicht nicht schön, aber zweckmäßig", kommentierte DHfK-Coach Uwe Jungandreas später,

Den Beginn der zweiten Hälfte verschliefen sie allerdings. Denn binnen fünfeinhalb Minuten drehten die Gäste das Spiel, führten 16:13. Drei Konter in Folge hatten die Wende gebracht, eingeleitet von guten Aktionen des Emsdettener Keepers Nils Babin. Knapp zehn Minuten benötigte der SC DHfK, um den Ausgleich wiederherzustellen. Die Gäste griffen den Hausherren dabei mit zwei Zeitstrafen unter die Arme. In der 45. Minute traf Seitle zum 19:18. Das Zwischentief war endgültig überwunden. "Eigentlich hatten wir da doch alles im Griff", monierte TVE-Coach Patrik Liljestrand später. Aber dann sei nach den Strafen und den verworfenen Bällen plötzlich Hektik im Spiel gewesen. "Das müssen wir einfach besser machen."

Den ganz großen Auftritt hatte nun einmal mehr Michael Galia, der sich zusehends auch zum Meister des Nachschusses entwickelte und dem TVE ganz allmählich die sprichwörtlichen Zähne zog. Dass sein Team in der 51. Minute 23:20 in Front lag, war zu großen Teilen seinen Paraden zu verdanken. "Meine Spieler haben die Köpfe hängen lassen", sagte Liljestrand, der per Auszeit versuchte, seinen Jungs noch einmal Mut zu machen und die Reihen zu ordnen. Der Effekt dieser Maßnahme blieb aber aus. Seine Spieler warfen zu früh und aus ungünstigen Positionen. Die Abwehr der Hausherren stand. Die Leipziger verließen hochverdient als Sieger das Parkett.

Uwe Jungandreas hob im Anschluss vor allem die letzten 20 Minuten hervor. "Was wir da im Angriff gespielt haben, war warscheinlich das bisher Beste in dieser Saison." Auch die Lauf- und Abwehrarbeit seiner Mannschaft sei in dieser Phase weit über der normalen Leistung gewesen. "Jeder hat einen Schritt mehr gemacht, genau so, wie wir das im Vorfeld auch besprochen hatten", so der Trainer der Grün-Weißen, der neben einem Sonderlob für (natürlich) Galia eines an Philipp Seitle verteilte. "Phil hat das Spiel taktisch sehr gut gesteuert." Mit acht Toren war er zusätzlich auch bester Werfer auf Leipziger Seite.

Leipzig:

Galia; Krechel; Müller; Dietzmann (1); Streitenberger (5/4); Wolf; Baumgärtel (3); Binder; Boese (5/1); Jacob (5); Wagner; Riehn; Seitle (8).

Emsdetten:

Babin; Feshchanka; Selmanovic (9/4); Wesseling; Kvalvik (2); Bozovic (1); Cordes; Thünemann (4); Giesbert; Boomhouwer (3); Fridgeirsson (3); Arnarson (2).

Siebenmeter:

Leipzig 5/5; Emsdetten 4/4.

Strafen:

Leipzig 2; Emsdetten 4.

Antje Henselin-Rudolph

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