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SC DHfK Leipzig schlägt sich achtbar: THW Kiel ist aber eine Nummer zu groß

Handball-Bundesliga SC DHfK Leipzig schlägt sich achtbar: THW Kiel ist aber eine Nummer zu groß

Die nächste Sensation ist ausgeblieben: Der SC DHfK Leipzig hat am Sonntag in der Handball-Bundesliga beim THW Kiel mit 21:30 (12:18) verloren.

Starker Rückhalt: Jens Vortmann vom SC DHfK Leipzig.

Quelle: dpa

Kiel. Es hätte wirklich alles passen müssen, damit der SC DHfK nach dem Sieg in Magdeburg die nächste Überraschung schafft: Am Ende war der THW Kiel eine Nummer zu groß für die Leipziger. Der Aufsteiger hielt nur 20 Minuten mit und geriet nach einem Zwischenspurt des Deutschen Meisters zum Ende der ersten Halbzeit auf die Verliererstraße. Da zog die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason von 9:9 auf 17:11 (28.) davon.

„Der Glaube verleiht Flügel“, hatte DHfK-Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar vor dem Spiel noch Mut zugesprochen. Entsprechend motiviert starteten die Gäste. Vor allem Kapitän Lukas Binder ließ sich zu Beginn von großen Namen nicht beeindrucken. Der Linksaußen erzielte drei der ersten fünf Leipziger Treffer und brachte sein Team beim 5:4 sogar in Führung.

Trainer Christian Prokop versuchte durch einen zusätzlichen Feldspieler für Torhüter Jens Vortmann mehr Wucht ins eigene Angriffsspiel zu bekommen. „Wir sind von Anfang an volles Risiko, das hat sich zunächst ausgezahlt. Wir haben tolle Chancen kreiert und Kiel damit das Anfangsfeuer genommen", sagte Prokop. Das Problem: Bei Ballverlusten steht das eigene Tor ohne Keeper offen. Kiel eroberte das Spielgerät gleich mehrfach und Philipp Weber musste mit seinem blauen Leibchen die Rolle von Vortmann einnehmen, ohne aber etwas ausrichten zu können. In der 23. Minute traf Kiels Schlussmann Niklas Landin sogar mit einem Wurf über das gesamte Spielfeld in den verwaisten DHfK-Kasten. "Da waren wir zu undiszipliniert", meinte der Trainer. Prokop verzichtete anschließend auf diese Taktik. "In der Phase haben wir zu schnell den Abschluss gesucht und Kiel hat das gnadenlos bestraft", so Rückraumspieler Christoph Steinert.

„Mit einer starken Torhüterleistung wie in Magdeburg sind für uns überall Punkte drin“, hatte der Leipziger Coach als Marschrichtung ausgegeben. Vortmann überzeugte zwar auch in Kiel mit starken Reflexen, hatte mit Landin aber einen ebenso starken Kollegen im Gehäuse gegenüber stehen. Das Plus verbuchte Kiel im Angriff. Zur Pause zeigte die Statistik für den THW eine Trefferquote von 72 Prozent, für den SC DHfK von 55 Prozent. Am Ende lag das Plus aber nur noch mit 55:52 Prozent bei den Norddeutschen.

Zweite Halbzeit, neue Hoffnung: Mit einem Blitzstart brachten sich die Grün-Weißen noch einmal zurück ins Spiel. Sie verkürzten Tor um Tor zum 15:18. "Da hat uns der Coach in der Halbzeit noch einmal neu eingestellt, wir haben aber auch genug Eigenmotivation", meinte Steinert. Weiter kamen die Leipziger nicht mehr heran, beeindruckten die 10.285 Zuschauer dennoch. Sie ließen sich von den Stars nicht den Schneid abkaufen, griffen in der Abwehr beherzt zu und beachteten eine zweite Vorgabe von Prokop. Wenn nämlich schon die ganz große Überraschung nicht gelingen sollte, dann muss zumindest das Torverhältnis geschützt werden. Die Mannschaften hinter den Leipzigern in der Tabelle weisen nämlich allesamt eine schlechtere Trefferbilanz auf. Das bleibt auch nach diesem Wochenende so. Die zweite Halbzeit verloren die Gäste nur noch mit drei Toren Unterschied. "Es war über weite Strecken eine starke Leistung von uns, am Ende ist das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen", so Prokop, den besonders die drei Gegentore in den letzten drei Minuten bei keinem eigenen Treffer schmerzten. Lob bekamen die Leipziger vom Gegner. "Das Spiel war enger und Leipzig taktisch besser, als es der Spielstand aussagt", sagte THW-Coach Alfred Gislason.

Und noch einen positiven Trend nehmen die Sachsen mit ins Spiel am Mittwoch gegen die SG Flensburg-Handewitt: Sergey Zhedik wird immer mehr zur erhofften Verstärkung. Der Russe war mit sechs Treffern nicht nur bester DHfK-Werfer, sondern mit vier Siebenmetertoren auch sicherer Strafwurfschütze. Der THW dagegen darf weiter auf die Titelverteidigung hoffen und drückt dem SC DHfK jetzt ganz fest die Daumen. Mit einem Sieg im nächsten Spiel wäre Flensburg-Handewitt nicht nur wieder auf Abstand gehalten, sondern der Erzrivale der Kieler auch blamiert. Anwurf ist um 19 Uhr.

Matthias Roth

THW Kiel: Landin 1, Katsigiannis, Duvnjak 8, Lackovic 2, Mamelund, Sprenger 2, Ekberg, Anic 1, Canellas 2, Dahmke 2, Jaanimaa 1, Klein 2, Brozovic, Vujin 8/4

SC DHfK: Vortmann, Storbeck, Semper, Steinert 4, Herth 1, Jurdzs 3, Binder 3, Janke, Roscheck 1, Weber 1, Zhedik 6/4, Strosack, Meschke, Milosevic 2

Siebenmeter: Kiel 4/4, Leipzig 4/6

Zeitstrafen: Kiel 3, Leipzig 5

Zuschauer: 10.285

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