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SC DHfK Leipzig sichert sich ganz wichtige Punkte gegen Lübbecke

Handball-Bundesliga SC DHfK Leipzig sichert sich ganz wichtige Punkte gegen Lübbecke

Was für eine Schlussphase! Der SC DHfK Leipzig hat sich am Samstagabend zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gesichert. Gegen den TuS N-Lübbecke setzten sich die Grün-Weißen im letzten Heimspiel des Jahres 26:24 (13:10) durch. 4111 Zuschauer in der Arena Leipzig sahen mitreißende letzte Minuten.

SC-DHfK-Coach Christian Prokop gibt seinen Jungs während der Auszeit taktische Vorgaben mit auf den Weg (Archivbild).

Quelle: Christian Modla

Leipzig. "Die Atmosphäre hier in der Halle ist so gut, dass meine Stimme immer mehr leidet", scherzte DHfK-Coach Christian Prokop, der auf der Pressekonferenz nach der Partie kaum zu verstehen war. Er lobte seine Jungs für ein taktisch und kämpferisch tolles Spiel. "Leider haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht und mit unseren Chancen geschludert." Sein Gegenüber Zlatko Feric, der die Punkte im Kampf um den Verbleib in der ersten Liga dringend hätte gebrauchen können, wirkte mitgenommen. "Das ganze Spiel über im Rückstand zu sein, immer wieder Nackenschläge wegzustecken, das kostet viel Kraft. Die hat uns am Ende gefehlt."

Einige Minuten benötigten die Hausherren, um so richtig anzukommen in der Partie. So verwarf Philipp Weber in der Anfangsphase einen Siebenmeter, Alen Milosevic scheiterte frei am Kreis. In der zwölften Minute traf Christoph Steinert zum 6:5 und damit zur ersten grün-weißen Führung der Partie. Nun lief der Ball besser in den Reihen der Hausherren, die nun zunehmend mehr Druck entwickelten. Das war auch der Tatsache geschuldet, dass sich Coach Christian Prokop nach einer Viertelstunde doch für die Hereinnahme von Weber, der zunächst auf der Bank saß, und damit den regelmäßigen Doppelwechsel zwischen Offensive und Defensive entschied. Dank mehrerer Paraden des gut aufgelegten Felix Storbeck im Tor sowie einiger Fehler der Gäste konnten die Gastgeber die Führung allmählich ausbauen. Vor allem Christoph Steinert wusste zu überzeugen. Zur Pause leuchtete ein verdientes 13:10 von der Anzeigetafel. Die DHfK-Sieben ging allerdings mit einer Hypothek in die zweite Hälfte. Der defensiv starke Benjamin Meschke war bereits nach 29 Minuten mit zwei Zeitstrafen belastet.

In Halbzeit zwei setzte sich das Geschehen zunächst unverändert fort. Die Messestädter agierten routiniert und unaufgeregt. Sie konnten sich auf eine ordentliche Defensive verlassen. Auf der Gegenseite stieg dagegen die Nervosität mit jedem Tor der Hausherren. Der aktuelle Tabellenletzte der Bundesliga braucht dringend Punkte, um eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Wo, wenn nicht bei einem Aufsteiger, könnten die Chancen darauf (zumindest theoretisch) größer sein. TuS-Trainer Zlatko Feric und auch seine auf der Bank sitzenden Schützlinge kamen aus dem Maulen, Reklamieren und Beschweren zwischenzeitlich kaum heraus. Der am Wettkampfgericht sitzende Spielbeobachter musste seinen Platz mehrfach verlassen und ordnend eingreifen. "Das ist schon nervig", gestand Marvin Sommer später. "Aber da dürfen wir uns nur auf uns konzentrieren."

Die Schlussviertelstunde brachte noch einmal Spannung. Vuko Borozan traf in der 48. Minute zum 21:20 aus Leipziger Sicht. Der TuS war wieder da. Vorausgegangen waren einige zu früh genommene Würfe der Hausherren, einige Fehler, einige Ungenauigkeiten. Zudem verteidigten die Gäste nun deutlich aggressiver und erfolgreicher. Prokop reagierte. Auf Linksaußen durfte nun Marvin Sommer ran, der sich mit zwei Treffern in Folge bestens einführte.

Lenz-Premiere: Leipzig liebt seine Keeper

Im Tor feierte Mathias Lenz seinen Einstand. Die Halle trug den erst unter Woche als kurzfristigen Ersatz für Milos Putera verpflichteten Keeper von Beginn an. Auch er zeigte sich unmittelbar auf dem Posten. "Die erste Liga war schon als Kind ein Traum von mir", meinte Lenz später. Er war erst am Freitag zum Abschlusstraining zum Team gestoßen. "Ich denke, es war ganz gut, dass ich in dieser engen Phase reinkam und gleich zwei Bälle gehalten habe." Von den Fans schwärmte der Keeper. "Als wir in der zweiten Liga mit Großwallstadt hier zu Gast waren, war die Halle halb voll und es war laut. jetzt ist es wie eine Wand." Auch Christian Prokop war zufrieden mit dem 30-Jährigen. "Es ist wichtig, dass Felix Storbeck weiß, dass jemand da ist und er eine Pause bekommen kann. Mathias passt menschlich gut ins Team."

Dennoch stand die Partie weiter auf Messers Schneide. Nach einem Siebenmeter von Jens Bechtloff war das Spiel in der 56. Minute nach ewig scheinenden 41 Minuten erstmals wieder ausgeglichen - 23:23.

Maximal ungünstig: Ausgerechnet jetzt kassierte Benjamin Meschke die dritte Zeitstrafe und damit die rote Karte. Philipp Pöter verursachte bei einer Abwehraktion am Kreis, bei der er sich selbst verletzte, einen Siebenmeter, den Bechtloff sicher verwandelte - 24:24. 120 Sekunden vor Ultimo ordnete Christian Prokop per Auszeit noch einmal die Reihen der Seinen. Das half. Und es reichte am Ende. "Ich denke am Ende hat der Wille entschieden und die Tatsache, dass wir noch einmal diese Körner hatten, um ein Tempospiel aufzuziehen", meinte Bastian Roscheck. "Und natürlich das Publikum."

Leipzig: Storbeck; Lenz; Semper; Steinert (7); Jurdzs (4); Krzikalla (5); Pöter; Binder (1); Sommer (3); Roscheck; Weber (4/2); Meschke; Milosevic (2).

Lübbecke: Blazicko; Skok; Herth; Bechtloff (3/3); Langhans (3); Tauabo; Pieczkowski (2); Lazovic; Suton (3); Schagen (1); Borozan (6); Klimek (5); Remer.

Siebenmeter: Leipzig 2/3; Lübbecke 3/3.

Strafen: Leipzig 4 plus rote Karte für Meschke; Lübbecke 6.

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