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SC DHfK Leipzig startet mit Sieg gegen Bittenfeld in die Liga und verliert Michael Qvist

SC DHfK Leipzig startet mit Sieg gegen Bittenfeld in die Liga und verliert Michael Qvist

Leipzig. Es war ein hartes und womöglich teures Stück Arbeit. Der SC DHfK Leipzig ist mit einem Sieg in die neue Zweitligasaison gestartet.

Gegen den TV Bittenfeld setzten sich die Messestädter am Samstagabend vor 1253 Zuschauern in der heimischen Arena 23:19 (10:12) durch. Die Feierstimmung hielt sich allerdings in Grenzen. Neuzugang Michael Qvist verletzte sich während der Partie womöglich schwer.

"Mit diesem Sieg war nach unserer ersten Halbzeit nicht unbedingt zu rechnen", zeigte sich DHfK-Coach Christian Prokop erleichtert. Man habe sicher kein Glanzspiel abgeliefert. "Heute haben die Moral, der Kampf und auch die Breite unseres Kaders entschieden." Sein Gegenüber Jürgen Schweikardt war weniger zufrieden. "Es war klar, dass wir sehr intensiv spielen müssen, um hier etwas zu holen. Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen. Am Ende hat dann auch die Kraft gefehlt."

Der Beginn der Hausherren gestaltete sich rabenschwarz. Fünf Fehlwürfe in den ersten sechs Minuten, fehlende Konzentration in der Defensive - es lief nichts so, wie es sollte. Beim Stand von 1:4 in der 10. Minute reagierte Prokop mit einer Auszeit. Nach dem 2:8 in der 18. Minute folgte die zweite. Ohne Ideen rannten die Grün-Weißen gegen die clever agierende Bittenfelder Abwehr an. "Wir waren einfach zu unkonzentriert", gab Lukas Krzikalla unumwunden zu. "Wir haben unsere Angriffe in Überzahl nicht genutzt und zu viele Fehler gemacht."

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Leipzig. Schlechte Nachricht für den SC DHfK: Neuzugang Michael Qvist muss am Montag operiert werden. Der Rückraumspieler hatte sich in der Partie am Samstagabend (23:19) gegen den TV Bittenfeld bereits im ersten Durchgang verletzt, am Sonntag erhielt er die Diagnose. Ebenfalls am Sonntag wurden auch die Begegnungen zur zweiten Pokalrunde augelost.

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Nur sehr langsam gelang es den Gastgebern, sich dann doch irgendwie in die Partie zu kämpfen. Der TVB leistete sich jetzt die eine oder andere Zeitstrafe. Zudem konnte der SC DHfK nun auch im Angriff bisweilen Akzente setzen. Als Philipp Pöter in der 24. Minute zum 6:9 traf, schienen die Grün-Weißen wieder auf einem guten Weg. Doch dann Schrecksekunde: Michael Qvist blieb am Kreis liegen, wurde minutenlang behandelt und verließ schließlich gestützt auf zwei Betreuer das Parkett. Er wurde noch während der Partie ins Krankenhaus gefahren. "Es wird sofort ein MRT gemacht", erklärte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther. "Es besteht der Verdacht auf einen Kreuzbandriss."

Qvists Mannschaftskameraden ahnten von diesen Umständen nichts und konzentrierten sich auf ihr Tagwerk. Bis zur Halbzeitpause hatten sie sich auf 10:12 herangekämpft. "Da hätten wir mehr mit in die Pause nehmen müssen", monierte Gäste-Coach Schweikart. Er sollte Recht behalten. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff schaffte Lukas Krzikalla dann den herbeigesehnten Ausgleich. "Da kann man der Mannschaft insgesamt nur ein ganz großes Kompliment machen", sagte Lukas Binder. 

Nun ging es quasi bei Null los. Und da machte es der SC DHfK wesentlich besser. Mit einer konsequenten Abwehrleistung, mehr Geduld im Angriff und vor allem ganz viel Leidenschaft drehten die Hausherren das Spiel, das nun zusehends hitziger wurde. Vor allem die Gäste gingen rustikal zu Werke. Das Schiedsrichtergespann Marcus Hurst und Mirko Krag spielte ebenfalls keine unwesentliche Rolle. Ihre Entscheidungen waren unausgewogen. Das brachte zusätzliche Hektik ins Geschehen. Beide Trainer kassierten Verwarnungen. Allseits wurde diskutiert und reklamiert, was das Zeug hielt. Dennoch: In der 48. Minute traf Philipp Weber zum 19:15.

Zwei Minuten später lag Weber dann am Boden. Erneut musste das Medi-Team ran. Der 21-Jährige konnte nicht weitermachen, blutete nach einer nicht geahndeten gegnerischen Attacke stark aus der Nase. "Ich glaube nicht, dass die Nase gebrochen ist", meinte Weber nach dem Abpfiff in einer ersten Selbstdiagnose. "Mal sehen, was die Ärzte sagen. Ich denke aber, da ist nur was eingerissen." Bittenfeld nutzte die erneute Schwächung und verkürzte auf 19:18. Näher sollte der TVB dem Sieg aber nicht mehr kommen. Beim Team von Jürgen Schweikardt, dass wie die Feuerwehr begonnen hatte, war nun die Luft raus. Leipzig spielte den in der ersten Hälfte nicht für möglich gehaltenen Sieg souverän herunter.

"Ich denke, die Einwechslung von Marc Pechstein und die überragende Leistung von Felix Storbeck im Tor waren spielentscheidend", analysierte Christian Prokop im Nachgang. "Auf diese Weise konnten wir uns peu a peu rausziehen." Auch Lukas Krzikalla zeigte sich in Top-Form. Der Rechtsaußen traf sechs Mal, ungewöhnlich viel für einen Außenspieler. "Ja, ich bin ganz gut reingekommen heute. Aber das sollten wir jetzt nicht überbewerten."

Leipzig:

Tovas; Storbeck; Emanuel (2); Qvist (2); Krzikalla (6); Pöter (1); Oehlrich; Binder (1/1); Roschek (1); Weber (5/1); Milosevic (3); Pechstein (2).

Bittenfeld:

Müller; Jerkovic; Schimmelbauer (1); Schöbinger (2); Kienzle (5/2); Schweikardt (1); Friedrich (2); M'Bengue (3); Bischoff; Sundberg; Seiz; Heib (3/2); Kretschmer (1).

Siebenmeter:

Leipzig 2/3; Bittenfeld 4/6.

Strafen:

Leipzig 4; Bittenfeld 7.

Antje Henselin-Rudolph

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