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SC DHfK Leipzig taumelt dem Abstieg entgegen - Grün-Weiße unterliegen Leutershausen

SC DHfK Leipzig taumelt dem Abstieg entgegen - Grün-Weiße unterliegen Leutershausen

Leipzig. Der SC DHfK Leipzig sieht schweren Zeiten entgegen. Im Duell der Abstiegskandidaten unterlagen die Zweitligahandballer aus der Messestadt am Samstagabend der SG Leutershausen 25:28 (12:15).

Vor 1952 Zuschauern gingen die Gastgeber nicht ein einziges Mal in Führung und müssen sich nun ernsthaft mit dem Thema Abstieg auseinandersetzen.

"Ich denke, wir hatten genügend Chancen, um das Spiel heute zu gewinnen", sagte ein konsternierter Uwe Jungandreas. "Wir haben das Spiel in der Kreismitte nie in den Griff gekriegt", monierte der Coach der Leipziger. "In unserer Situation ist das ein Spiel, das man gewinnen sollte."

Die Partie begann katastrophal aus Sicht der Hausherren. Denn gegen die mit nur neun Feldspielern angereisten Gäste hieß es bereits nach sieben Minuten 2:6. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Grün-Weißen sechs Fehlwürfe auf dem Konto. Nach vorn ging praktisch nichts. Im Tor fand Gabor Pulay nicht in die Partie. Die verletzten Thomas Oehlrich, Matthias Gerlich und Eric Jacob fehlten an allen Ecken und Enden. "Vor allem in dieser Phase haben wir uns nicht an die vorher getroffenen Absprachen in Sachen Torwurf gehalten", kritisierte Jungandreas.

Obwohl den Hausherren in der 14. Minute durch Alexander Feld das 7:7 gelang und der zwischenzeitlich ins Tor gekommene Igor Levshin einige Paraden zeigte, gelang kein wirklicher Befreiungsschlag. Im Gegenteil: Durch Unkonzentriertheiten in der Abwehr und auch weiterhin große Schwierigkeiten im Angriff der Leipziger zogen die Gäste aus Leutershausen erneut davon. Selbst Überzahlsituationen blieben ohne positiven Effekt.

Dabei kämpften die Leipziger durchgängig mit der körperlichen Größe der SGL. Die wenigen mitgereisten Akteure überragten die grün-weiße Sieben deutlich. Mangels entsprechend großer Rückraumspieler wirkten die Offensivbemühungen der Hausherren zuweilen regelrecht hilflos. Zu selten wurden die Außenspieler einbezogen. Zudem erwischte Roko Peribonio im Gästetor einen Sahnetag. Folgerichtig ging es mit einem 12:15 in die Halbzeit.

"Wir sind sehr gut reingekommen", freute sich der Co-Trainer der Gäste, Marc Nagel. Man sei mit ähnlichen Voraussetzungen in die Partie gegangen. Dennoch verhehlte Nagel nicht: "Das Fehlen von Matthias Gerlich hat uns geholfen. Leipzig haben dadurch die leichten Tore aus zehn Metern gefehlt."

Einzelne Zuschauer flüchten in der zweiten Halbzeit

Wer auf Besserung in Hälfte zwei gehofft hatte, wurde zunächst enttäuscht. Auch wenn der ins Tor zurückgekehrte Pulay nun den einen oder anderen Ball hielt, blieb die Angriffsleistung weitestgehend bestenfalls Stückwerk. Selbst freie Würfe konnten die Grün-Weißen nicht im Kasten unterbringen. Die Gäste agierten extrem ruhig und unaufgeregt, und spielten unbeeindruckt von allen taktischen Maßnahmen des Uwe Jungandreas ihren sprichwörtlichen Stiefel. Erste Gäste verließen die Arena. Von den Rängen tönten zwischenzeitlich erzürnte Zwischenrufe.

Eine knappe Viertelstunde vor Schluss keimte dann aber doch noch Hoffnung auf. Alexander Feld hatte zum 19:21 getroffen. Die Hausherren waren plötzlich wieder in Schlagweite des Gegners, auch dank Pulay, der sich deutlich gesteigert hatte. Feld war es ebenfalls, der in der 53. Minute den 23:23-Ausgleich schaffte. Nun waren auch die Fans wieder da. Doch es blieb schwierig für die Grün-Weißen. Wie schon in Hälfte eins gelang es nicht, auch den Führungstreffer zu setzen. Statt dessen zogen einmal mehr die Leutershausener davon. Da half auch der Einsatz eines sechsten Feldspielers in der Schlussminute nichts mehr.

"Mit dieser Chancenverwertung kannst du nicht gewinnen", sagte Leipzigs Hüne am Kreis, Rico Göde, nach dem Abpfiff. Als einer der Wenigen fand er einige Worte. "Wir haben immer wieder von vorne angefangen. Irgendwann ist das Spiel dann verloren."

Für die Leipziger wird es nun schwer. Da der EHV Aue sein Heimspiel gegen den TV Emsdetten mit 27:26 gewinnen konnte, hat sich der Abstand auf einen Abstiegsplatz auf zwei Punkt verringert. Zudem ist nicht mit einer schnellen Rückkehr von Matthias Gerlich zu rechnen. "Er hat morgen ein abschließendes MRT", so DHfK-Handball-Geschäftsführer Karsten Günther. "Aber es sieht nicht gut aus."

Leipzig:

Levshin; Pulay; Emanuel; Streitenberger; Krzikalla (2); Baumgärtel (4/1); Binder (6); Ogano; Boese (2); Riehn; Seitle (4); Prokopec (1); Feld (5); Göde (1).

Leutershausen:

Peribonio; Christian; Frietsch (4); Gunst (2/1); Müller (5); Forstbauer (5); Ruß (2); Prestel (5); Volk (1); Conrad; Engels (4).

Siebenmeter:

Leipzig 1/2; Leutershausen 1/1.

Strafen:

Leipzig 2; Leutershausen 4.

Antje Henselin-Rudolph

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