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SC DHfK Leipzig überzeugt gegen Melsungen nur eine Halbzeit

Erste Pleite SC DHfK Leipzig überzeugt gegen Melsungen nur eine Halbzeit

Der SC DHfK Leipzig musste in der 1. Handball-Bundesliga eine bittere Lektion hinnehmen. Am Sonnabend verlor der Aufsteiger gegen MT Melsungen in eigener Halle mit 21:32 (7:16).

Philipp Pöter (9) und Alen Milosevic (r.) vom SC DHfK Leipzig werden von Michael Allendorf (l.) und Kreisläufer Felix Danner (2. v.r.) gestoppt.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Bereits nach einer Viertelstunde war den Zuschauern in der Arena klar: Das wird hier heute nichts. Zu diesem Zeitpunkt führte Melsungen schon mit 10:2 und DHfK-Trainer Christian Prokop nahm bereits die zweite Auszeit. "Das war heute ein Klassenunterschied, daraus müssen wir lernen. In der ersten Halbzeit haben wir uns in die Hosen gemacht", sagte DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther.

Der SC DHfK hatte vor allem gegen die kompakte MT-Abwehr kein Rezept. Die Rückraumspieler fanden gegen die körperlich robuste Deckung um die Zwillingsbrüder Michael und Philipp Müller kaum eine Lücke. "Als Handballer muss man Schmerzen auch etwas mögen", meinte Lukas Binder mit Blick auf die kompromisslos zupackende MT-Defensive.

Mit MT Melsungen war eines der Top-Teams der Bundesliga beim SC DHfK in der Arena zu Gast, die Leipziger hatten das Nachsehen. (Bilder: Christian Modla)

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Zur Halbzeit verbuchte der Aufsteiger eine Wurfquote von 36 Prozent, Melsungen setzte einen Wert von 76 Prozent dagegen. Immerhin: Nach der gesamten Spielzeit hatte sich das Verhältnis auf 51:68 Prozent verändert. Wenn in der ersten Hälfte ein Leipziger Ball den Weg zum Tor fand, stand dort Keeper Johan Sjöstrand. Er hatte vor der Partie noch zugegeben, dass ihm der Gegner unbekannt sei und er ein intensives Videostudium betreiben werde. Die Hausaufgaben hat der Schwede erledigt, im ersten Durchgang hielt er acht klare Würfe und zeigte dabei seine Stärke bei flachen und halbhohen Bällen. "Wir hatten uns viel ausgerechnet, vor allem von der ersten Hälfte bin ich enttäuscht", so DHfK-Coach Christian Prokop.

Anders als der HSV in der Vorwoche präsentierte sich Melsungen als abgezocktes Team, bei dem alle Spielzüge bis ins Detail abgestimmt sind und das penibel dem Matchplan des Trainers folgt. Die Mannschaft veränderte sich im Sommer kaum, ist mit einem Altersschnitt von 28,5 Jahren erfahren und hat ein Dutzend Nationalspieler in seinen Reihen. "Wir waren vorgewarnt und haben das Spiel sehr ernst genommen. Zur Halbzeit war es entschieden", meinte Melsungens Coach Michael Roth.

DHfK dreht hinten raus auf

Trotz des permanenten Rückstands gaben sich die Leipziger aber nie auf. Die Mannschaft pushte sich im zweiten Durchgang gegenseitig, auch die 2765 Zuschauer standen hinter dem Team und feuerten es lautstark an. Zwar geriet der Sieg von Melsungen nicht mehr in Gefahr, die zweite Halbzeit verloren die Leipziger aber nur noch mit zwei Toren Unterschied und zeigten: Es geht doch.

In den letzten zehn Minuten wurde das Spiel noch einmal hektisch, erst musste Felix Danner nach einem Foul und anschließendem Meckern mit doppelter Zeitstrafe für vier Minuten auf die Bank, dann bekamen beide Trainer kurz nacheinander die gelbe Karte wegen Reklamierens. Als auch noch Gregor Remke raus musste, war Platz auf dem Spielfeld.

Der SC DHfK muss jetzt diese Niederlage schnell aus den Köpfen bekommen. "Wir werden das Spiel genau auswerten. Einen Mentalcoach brauchen wir aber nicht, es war doch klar, dass wir in dieser Liga mehr Spiele verlieren als gewinnen werden", sagte Prokop.

In der kommenden Woche steht das Auswärtsspiel gegen die Füchse Berlin auf dem Programm, am 9. September steigt das Handballfest gegen den SC Magdeburg in der Arena. Für das Ostderby gingen bereits 4000 Tickets über den Tresen. Danach folgen die Wochen der Wahrheit. Gegen Teams wie Stuttgart, Lemgo und Gummersbach müssen die Grün-Weißen ihre Punkte für den Klassenerhalt holen.

Michael Roth jedenfalls glaubt an eine reelle Chance der Leipziger. "Sie können die Liga halten, müssen aber bis zum Schluss kämpfen. Für uns wäre es schön, wir haben eine kurze Anfahrt und die Stadt ist immer eine Reise wert", sagte er.

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Putera - Steinert 4, Jurdzs 3, Krzikalla 1, Pöter 6/1 , Binder 3, Janke 1, Sommer 1, Roscheck, Remke, Meschke, Milosevic 2, Naumann

MT Melsungen: Sjöstrand, Villadsen - Maric 3, Sellin 2, Forstbauer, Hildebrand, Danner 1, Müller. Ph. 3, Boonhouwer 3, Rnic 4, Schneider 1, Allendorf 4, Vuckovic 4, Müller, M. 7

Zeitstrafen: DHfK 3, Melsungen 6

7m: DHfK 2/1, Melsungen 2/2

Zuschauer: 2765

Schiedsrichter: Philipp Dinges/Daniel Kirsch (Eggenstein)

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