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SC DHfK Leipzig und TV 1893 Neuhausen trennen sich im Spitzenspiel 26:26 (11:14)

SC DHfK Leipzig und TV 1893 Neuhausen trennen sich im Spitzenspiel 26:26 (11:14)

Leipzig. Nach einer nervenaufreibenden Schlussphase hat sich der SC DHfK Leipzig am Mittwochabend im Spitzenspiel der 2. Handballbundesliga 26:26 (11:14) vom Tabellennachbarn TV 1893 Neuhausen getrennt.

Vor 1351 Zuschauern liefen die Hausherren zwischenzeitlich lange einem Rückstand hinterher, zeigten sich aber am Ende kampfstark.

Beide Trainer waren mit dem jeweils einen Punkt zufrieden. "Ich denke, es ist ein gewonnener Punkt", sagte Neuhausens Coach Markus Gaugisch. "Keiner muss heute traurig sein." Uwe Jungandreas pflichtete ihm bei. "Beide Mannschaften haben heute kämpferisch am Limit gespielt. Es war eine spannende, wenn auch nicht immer gutklassige Partie."

Die Ausgangssituation war mehr als ausgeglichen. Die Tabellennachbarn, beide mit 29:17 Punkten auf dem Konto, trennten lediglich neun Plustore. Das Hinspiel hatte keinen Sieger gefunden. 28:28 trennten sich beide Teams. Ähnlich ausgeglichen begann die Partie am Mittwoch. Das Geschehen plätscherte ein wenig vor sich hin. Keine Mannschaft konnte sich zunächst wesentliche Vorteile erarbeiten. Vor allem die Hausherren wirkten anfangs seltsam kraftlos, steigerten sich aber zusehends.

Die Gäste agierten in der Defensive ungeheuer aggressiv, gingen den angreifenden Leipzigern früh entgegen, hatten allerdings Defizite in der Offensive. Denn außer Marcel Schiller, mit 150 Treffern zweitbester Torjäger der Liga, und Nico Büdel zeigten sich die Neuhausener wenig treffsicher. Zudem erwischte Michael Galia einen guten Start und entschärfte gleich zu Beginn mehrere Versuche des TV 1893. Sein Gegenüber Thomas Bauer schien sich vor allem auf die Würfe von Philipp Seitle gut eingestellt zu haben.

Der wirkte zu Beginn ein wenig nervös. "Ja, ich war doch etwas angespannt. Es war heute ein besonderes Spiel für mich", bestätigte Seitle später. Der 26-Jährige wechselt bekanntlich im Sommer nach Neuhausen. "Ich denke trotzdem, dass ich es ganz gut gemacht habe. Ich habe gezeigt, dass ich für meine Jungs bis zum Schluss alles gebe." Tatsächlich war Seitle am Ende mit sieben Toren bester Leipziger Werfer.

Etwa ab der elften Minute hatten die Hausherren die Partie recht gut im Griff, führten zwischenzeitlich mit drei Toren und schienen auf dem besten Weg zu einer souverän geführten Partie. Doch ab der 22. Minute verloren die Grün-Weißen zunehmend ihre Linie. Es gelang ihnen immer weniger, Büdel und Schiller auszuschalten. Im Angriff häuften sich eklatante Abspielfehler. Zudem zeigte sich der für Bauer im Neuhausener Tor eingewechselte Magnus Becker auf dem Posten. "Da haben wir uns nicht mehr an die taktischen Absprachen gehalten und wollten Dinge machen, die man gegen eine solche Abwehr nicht machen kann", ärgerte sich Jungandreas später. In der 25. Minute gelang den Gästen so der Ausgeich durch Schiller. Ein Dreierpack von Büdel brachte den Baden-Württembergern zur Pause das 11:14.

Die zweite Hälfte begann wesentlich dynamischer als die vorherige, führte allerdings anfangs nicht zu einer echten Veränderung der Kräfteverhältnisse auf dem Parkett. Denn die Messestädter intensivierten zwar ihre Bemühungen in allen Bereichen, konnten aber die Gäste im Angriff nicht entscheidend genug stören und blieben so lange Zeit regelrecht auf ihrem Rückstand sitzen. "In dieser Phase waren wir mutiger im Spiel nach vorn, haben einfachen Handball gespielt", analysierte Markus Gaugisch. Erst in der 50. Minute gelang Streitenberger per Siebenmeter der Anschluss zum 22:23, der allerdings postwendend mit einem Rückraumtreffer von Büdel beantwortet wurde.

Bereits zuvor hatte das Duell der Tabellennachbarn an Hitzigkeit zugenommen. Die recht kleinlich pfeifenden Unparteiischen Ronny Dedens und Nico Geckert trugen mit ihren Entscheidungen wenig zur allgemeinen Beruhigung bei. Die Ernst-Grube-Halle kochte zusehends, erst recht als Thomas Oehlrich in der 53. Minute zum 23:24 traf und Jeremias Rose im Gegenzug verwarf. Der in Halbzeit eins glücklose Steve Baumgärtel schaffte in der 56. Minute schließlich den Ausgleich und läutete eine hart umkämpfte Schlussphase ein. "Das war einfach nur Kampf", beschied der stark erkältete Streitenberger später. "Wir haben es über den Kampf noch einmal gedreht."

In den letzten Minuten fehlte beiden Mannschaften das Schussglück. 35 Sekunden vor Ultimo verschaffte Uwe Jungandreas seinen Jungs per Auszeit noch einmal Luft. Im Anschluss traf Seitle - 26:25. Nun ließ auch Markus Gaugisch für eine Minute unterbrechen, und das zwölf Sekunden vor Schluss. Er brachte den sechsten Mann. Es war dann aber Alexander Trost, der das 26:26 machte und das Spiel beendete.

Leipzig:

Galia; Schulz; Müller; Dietzmann; Streitenberger (6/5); Wolf; Baumgärtel (3); Oehlrich (5); Binder; Boese (4/2); Jacob; Wagner; Riehn (1); Seitle (7).

Neuhausen:

Bauer; Becker; Emrich (1); Trost (4); Reusch; Schiller (7/4); Stevic (3); Michalik; Büdel (8); Rose; Möck; Oesterle; Schröder (2); Bader (1).

Siebenmeter:

Leipzig 7/9; Neuhausen 4/6.

Strafen:

Leipzig 7; Neuhausen 3.

Antje Henselin-Rudolph

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