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SC DHfK Leipzig unterliegt dem HC Erlangen in hart geführter Partie 26:27 (13:14)

SC DHfK Leipzig unterliegt dem HC Erlangen in hart geführter Partie 26:27 (13:14)

Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig sind mit einer Niederlage ins Punktspieljahr 2012 gestartet. Der Zweitligist aus der Messestadt unterlag am Sonntagnachmittag in einem hart geführten Spiel dem HC Erlangen mit 26:27 (13:14).

In der mit 1531 Zuschauern gut gefüllten Ernst-Grube-Halle hatten die Gastgeber über die gesamten 60 Minuten Probleme mit der Gangart des Tabellenvierten, der sich ingesamt ausgeschlafener und konzentrierter präsentierte.

"Es war immer spannend heute, mit viel Leidenschaft", resümierte Erlangens Coach Frank Bergemann. "Meine Jungs haben immer geduldig gespielt, haben auf ihre Chance gewartet." Auf beiden Seiten sei viel Leidenschaft gewesen. "Wir haben ein spannendes Spiel gesehen."

Vom Anpfiff weg hielt die Partie, was die Tabellenkonstellation versprach. Es war das Duell zweier Klasse-Mannschaften, auch wenn die Gastgeber dies zu Beginn kaum zeigen konnten und große Probleme hatten, ins Spiel zu finden. Besonders die Gäste gingen aggressiv zu Werke, verteidigten geschickt und verschoben ihre Positionen dabei so erfolgreich, dass die Grün-Weißen in der Anfangsphase große Mühe hatten, überhaupt zum Abschluss zu kommen. Dass Abwehrchef Georg Münch wegen einer Ellbogenverletzung fehlte, merkte man nicht wirklich. "Oliver Hess hat diesen Job ganz fantastisch gemacht", verteilte Bergemann ein Sonderlob.

Auch im Angriff zeigte der HCE, warum er vor dem Spiel den vierten Platz belegte. Insbesondere Daniel Pankofer, mit 100 Treffern bis dato bester Schütze seines Teams, war kaum zu halten. Erst als DHfK-Coach Uwe Jungandreas „Sonderbewachung" für die Nummer 20 anordnete, verlor sich dessen Wirkung ein wenig.

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Leipzig. Die Handballer des SC DHfK Leipzig sind mit einer Niederlage ins Punktspieljahr 2012 gestartet. Der Zweitligist aus der Messestadt unterlag am Sonntagnachmittag in einem hart geführten Spiel dem HC Erlangen mit 26:27 (13:14). In der gut gefüllten Ernst-Grube-Halle hatten die Gastgeber über die gesamten 60 Minuten Probleme mit der Gangart des Tabellenvierten.

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Dennoch: Erlangen blieb gefährlich, auch weil die Gäste ihre Angriffe ruhig ausspielten, auf die Lücke warteten, überlegt abschlossen. Oliver Krechel im DHfK-Tor war dem nicht in erhoffter Weise gewachsen. In der 18. Minute musste er für Michael Galia Platz machen. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Hausherren 6:10 zurück. Dem 39-Jährigen gelang es besser, sich auf die Partie einzustellen. Mehrfach parierte er glänzend. Dass die Grün-Weißen zur Halbzeit auf 13:14 verkürzt hatten, war vor allem auch ihm zu verdanken.

"Wir haben alleine in den ersten 30 Minuten elf technische Fehler gemacht, waren übernervös", kritisierte ein sichtlich mitgenommener Uwe Jungandreas, der vier bis fünf Totalausfälle ausgemacht hatte. "Das können wir in diesem Ausmaß nicht kompensieren." Erst zur Pause hin habe man ins Spiel gefunden. "Zu viele einfache Fehler" hatte auch Eric Jacob erkannt. "Diesem Fünf-Tore-Rückstand sind wir fast ewig hinterhergerannt. Das war zu wenig so", meinte der Rückraumspieler, der am Sonntag erstmals nach überstandener Verletzung wieder mit an Bord war.

Der endgültige Bruch im DHfK-Spiel kam in der 48. Minute

Beide Mannschaften führten die Partie intensiv. Bisweilen war die Gangart durchaus ruppig. Recht früh begannen die Unparteiischen Martin Thöne und Marijo Zupanovic, großzügig Strafen zu verteilen. DHfK-Kapitän Thomas Oehlrich war bereits ab der 17. Minute nach zwei Zeitstrafen akut rotgefährdet. Das Problem: „Ersatz"-Kreisläufer Cristian Telehuz hatte sich unmittelbar vor der Begegnung eine Meniskusverletzung zugezogen und stand nicht im Aufgebot. "Das ist für jemanden wie mich natürlich ein Riesenproblem", meinte "Oehle" später. "Ich spiele nun mal körperbetonter. Wenn das dann nicht mehr so geht, ist das Mist." Immerhin erging es auch den Gästen nicht besser. Mit Oliver Hess und Claudio Schneck begannen gleich zwei Erlanger die zweite Halbzeit mit derselben Hypothek wie Oehlrich.

An der Intensität änderte das allerdings nichts. Aber es gelang den Hausherren nun besser, sich in Szene zu setzen. In der 32. Minute gelang Philipp Seitle erstmals der Ausgleich. In der 39. Minute warf Oehlrich mit dem 18:17 die erste Führung heraus. Galia hielt seine Mannschaft mit starken Paraden auf Kurs. Aber auch Andreas Bayerschmidt im gegenüberliegenden Tor machte einen hervorragenden Job. Die Partie hatte sich nun endgültig zum Spitzenspiel gemausert. Die Grubehalle kochte.

In der 48. Minute dann der Super-GAU für den SC DHfK: Der Kapitän kassierte die dritte Zeitstrafe und musste beim Stand von 21:23 das Parkett verlassen. Seine Teamkameraden hatten nun wieder deutlich mehr Mühe mit ihrem Gegner und schienen aus dem Tritt geraten. Erneut häuften sich die Abspielfehler. Erlangen wirkte wacher, ausgeschlafener, aufmerksamer. Uwe Jungandreas reagierte in der 53. Minute mit einer Auszeit. Dennoch wuchs der Vorsprung der Gäste fünf Minuten vor Ultimo erneut auf drei Tore an. Zudem kassierte Steve Baumgärtel nach einer Aktion gegen Christoph Nienhaus in der 57. Minute die Rote Karte.

"Der Rest war Ergebniskosmetik", konstatierte der DHfK-Coach. "Wir mussten der Herausstellung von Oehle Tribut zollen." Der Kapitän selbst wusste wohl um die Tragweite seiner Roten Karte. "Es ist natürlich immer schlecht, wenn der Abwehrchef raus ist. Eric Jacob hat das so oft noch nicht gemacht." Oehlrich litt hinter der Mannschaftsbank sichtlich unter seiner notgedrungenen Passivität. "Das war richtig schwer." Er habe sich wirklich bemüht, die Situation zu vermeiden, sich zurückzunehmen. "Aber in dem Moment konnte ich es irgendwie nicht."

Übrigens: Vor dem Anpfiff wurde es kurz „politisch". Die Erlanger Fans von Block B entrollten hinter dem Leipziger Tor ein Spruchband mit der Aufschrift „Die Spielstätte ist die Seele des Vereins. Ernst-Grube-Halle für immer!" Der beabsichtigte Umzug des SC DHfK von der engen Halle in die deutlich weitläufigere Arena stößt offensichtlich nicht bei allen auf ungeteilte Zustimmung.

Leipzig:

Galia; Krechel; Müller (1); Dietzmann; Streitenberger (1); Baumgärtel (1); Oehlrich (5); Binder; Boese (9/3); Jacob (3); Wagner (1); Riehn (1); Seitle (4); Wolf.

Erlangen:

Bayerschmidt; Selke; Müller; Schwandner (3); H. Münch (2); Nienhaus (4); Hess (2); Schneck; Pankofer (10/2); Schmidtke (1); Stumpf (4); Urbasik; Link (1).

Siebenmeter:

Leipzig 3/4; Erlangen 2/2.

Strafen:

Leipzig 4 (Rote Karte für Oehlrich; Rote Karte für Baumgärtel); Erlangen 6.

Antje Henselin-Rudolph

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