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SC DHfK Leipzig unterliegt keineswegs übermächtigem TV 05/07 Hüttenberg

SC DHfK Leipzig unterliegt keineswegs übermächtigem TV 05/07 Hüttenberg

Leipzig. Der SC DHfK Leipzig hat am Samstagabend eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen müssen. Die Zweitligahandballer unterlagen nach mäßiger Leistung dem TV 05/07 Hüttenberg 27:29 (15:15).

Vor der mageren Kulisse von 1580 Zuschauern leisteten sich die Hausherren zahlreiche Fehler, die die keineswegs übermächtigen Gegner konsequent bestraften.

"Ich denke, wir hatten heute genug Chancen, um das Spiel für uns zu entscheiden", kommentierte DHfK-Coach Christian Prokop. Geschäftsführer Karsten Günther wurde deutlicher. "Wir sind zu keinem Zeitpunkt so richtig ins Kämpfen gekommen", stellte er konsterniert fest. "Und dann machen wir auch noch wirklich dumme Fehler."

Wer sich einen Spaziergang für die Gastgeber erhofft hatte, sah sich schnell getäuscht. Der TVH trat körperlich präsent auf und hatte vor allem am Kreis deutliche Größenvorteile gegenüber den Grün-Weißen. Die hatten im Angriff mit schönen Aktionen vor allem über Links Erfolg. Lukas Binder zeigte sich einmal mehr in guter Form und ließ reichlich Spielfreude erkennen. Vier Tore gingen in der ersten Hälfte auf sein Konto.

Dennoch: Die Angriffsleistung der Leipziger ließ zu wünschen übrig. Philipp Webers Einsatz verpuffte - abgesehen von seinem Treffer zum 1:0 - fast völlig. Im Gegenteil: Mehrere Fehlpässe der Nummer 20 leiteten erfolreiche Angriffe der Gäste ein. In der 22. Minute musste er schließlich Matthias Gerlich Platz machen, durch dessen Größe und Wurfgewalt sich Christian Prokop offensichtlich eine Verbesserung der Lage am Kreis erhoffte. Bis zur Pause klappte das immerhin teilweise.

"Wir waren in der Favoritenrolle und wollten das Spiel schnell an uns reißen", so Prokop. "Das hat nicht geklappt." Die Defenisvleistung sei von Beginn an schwierig gewesen. "Das konnten wir in Hälfte eins noch durch eigene Tore kompensieren."

In der Abwehr hatte sich der Trainer der Grün-Weißen für eine sehr massive Variante mit Pavel Prokopec, Thomas Oehlrich und Alen Milosevic entschieden. Das lief nur teilweise gut. Es mangelte an Aggressivität. Zudem war bereits früh zu erkennen: Weder Gabor Pulay noch Henrik Rudd Tovas im Tor würden die Partie an diesem Abend entscheidend beeinflussen. Sie vereitelten bisweilen einen Treffer. Ansonsten agierten sie zu unauffällig für das Leipziger Spiel, dass seit Langem auf starke Leistungen der Schlussmänner angewiesen ist.

Nach dem Seitenwechsel - man war mit einem hart erkämpften 15:15 in die Pause gegangen - sorgten zunächst die Unparteiischen für Furore. Ramesh und Suresh Thiyagarajah schickten in der 37. Minute DHfK-Kapitän Thomas Oehlrich mit der dritten Zeitstrafe zum Duschen. Prokop, der sich engagiert beschwerte, sah die Gelbe Karte. Sein Team packte die "Jetzt-erst-recht"-Mentalität aus. Kurzzeitig lief das grün-weiße Spiel getragen vom hörbar wütenden Publikum wie am Schnürchen.

Doch der TV Hüttenberg wankte nur kurz und fand schnell zu seiner Stabilität zurück. "Wir haben sehr diszipliniert gespielt", lobte Gäste-Trainer Heiko Karrer. Sein Gegenüber probierte viel. Für Gerlich, der vier Mal am Stück verwarf, brachte er erneut Weber. Philipp Seitle und etwas später Uli Streitenberger durften nun ebenfalls ran. René Boese war bereits zur Halbzeit gekommen. Durchschlagenden Erfolg hatten diese Maßnahmen nicht. Es blieb ein zähes Ringen, in dem die Hausherren die größeren Fehler machten. Unnötig verfrühte Abschlüsse, Fehlabspiele, reichlich Unruhe: Drei Minuten vor Schluss lagen die Leipziger 26:28 hinten, ein Rückstand, von dem sie sich nicht mehr erholten.

"In der Abwehr war das heute ein richtiger Rückschritt", resümierte Matthias Gerlich. "Da sind wir irgendwie gar nicht reingekommen ins Spiel." Den Rückraum-Hünen ärgerten vor allem die Probleme am Kreis. "Hüttenberg hat da nicht die stärksten Leute der Liga. Und trotzdem waren die heute besser als wir."

Leipzig:

Tovas; Pulay; Emanuel (4); Krzikalla (1); Oehlrich; Binder (5); Jonsson; Gerlich (4); Boese; Weber (1); Seitle; Prokopec (10/3); Milosevic (2); Streitenberger; Göde.

Hüttenberg:

Ritschel; Schomburg; Pechstein (5); Lex (2); Lambrecht (3); Faulenbach; Wernig (7/3); Warnke; Scholz (2); Mraz (4); Fernandes (1); Mappes; Schmidt (3); Ludwig (2).

Siebenmeter:

Leipzig 3/5; Hüttenberg 3/3.

Strafen:

Leipzig 4 + Rote Karte für Oehlrich; Hüttenberg 3.

Antje Henselin-Rudolph

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