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SC DHfK Leipzig unterliegt trotz starker Leistung gegen Flensburg

Handball-Bundesliga SC DHfK Leipzig unterliegt trotz starker Leistung gegen Flensburg

Mit ganzem Herzen gekämpft, guten Handball geboten, die Fans begeistert, aber doch verloren: Der SC DHfK Leipzig musste sich am Mittwochabend der SG Flensburg-Handewitt mit 25:31 (13:14) geschlagen geben.

Der SC DHfK Leipzig musste sich am Mittwochabend der SG Flensburg-Handewitt mit 25:31 (13:14) geschlagen geben.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Mit ganzem Herzen gekämpft, guten Handball geboten, die Fans begeistert, aber (dann doch deutlich) verloren: Der SC DHfK Leipzig musste sich am Mittwochabend der SG Flensburg-Handewitt mit 25:31 (13:14) geschlagen geben. Vor 4940 Zuschauern boten die grün-weißen Hausherren dem Meisterschaftsaspiranten vor allem in der ersten Hälfte einen leidenschaftlichen Kampf und erwiesen sich als äußerst unbequem. Dass die mit Nationalspielern reichlich „gesegneten“ Gäste die Partie für sich entschieden, hatten sie vor allem auch der größeren individuellen Klasse zu verdanken. Bei einigen Spielzügen der SG konnten auch DHfK-treue Handballfreunde nur ungläubig mit dem Kopf schütteln und mit der Zunge schnalzen.

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Der SC DHfK Leipzig musste sich am Mittwochabend der SG Flensburg-Handewitt mit 25:31 (13:14) geschlagen geben.

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„Die Gefühlslage ist gemischt“, bekannte DHfK-Coach Christian Prokop. „Es ist natürlich traurig, dass der erwartete Spielausgang am Ende trotz der vielen Dinge, die wir gut gemacht haben, eingetreten ist. Aber wir hätten heute eine Spitzenleistung gebraucht, um etwas Zählbares mitzunehmen.“ Sein Gegenüber Lubomir Vranjes bekannte, sich und seine Jungs sehr sorgfältig auf die Partie vorbereitet zu haben. „Wir haben die Spiele, die Leipzig bisher gemacht hat, natürlich gesehen. Ich habe meinen Spielern deutlich gesagt, dass wir mit großem Respekt hierher fahren müssen.“

Mietwagen statt Flieger: Hallensprecher Röser kommt extra aus Polen

Vor dem Anpfiff stand der Kampf gegen die Uhr auf dem Programm. Hallensprecher Sascha Röser sollte eigentlich aus Krakau eingeflogen werden, um den Fans einzuheizen. Sein Flieger durfte wegen schlechten Wetters aber nicht starten. Also verlegte der 31-Jährige seine Vormittagstermine in Polen und machte sich per Mietwagen auf den Weg an die Pleiße. Erst gegen 18.30 Uhr schaffte er es in die Arena, nach 627 Kilometern in fünfeinhalb Stunden. „Ich hab so geschwitzt zwischendurch“, lachte er nach der Ankunft.

Belohnt wurden Röser und die Fans in der gut gefüllten Halle mit einer sehenswerten und intensiven ersten Halbzeit. Die Hausherren, bei denen Philipp Weber erstmals von Beginn an ran durfte, boten eine starke Vorstellung. Milos Putera im Tor entschärfte in den ersten 30 Minuten insgesamt 13 Versuche der Flensburger, darunter sämtliche Würfe über die Außen sowie einen Siebenmeter. „Das war Wahnsinn“, meinte Bastian Roscheck später. Weber und Philipp Pöter lenkten das Spiel der Grün-Weißen umsichtig. „Wir wollten Flensburg nicht den roten Teppich ausrollen“, so Prokop. Dieser Plan sei in den ersten 45 Minuten auch aufgegangen. „Wir haben in der Abwehr eine aggressive schnelle Beinarbeit gezeigt, waren vorn sehr konsequent.“

Vor allem in der ersten Halbzeit gab es immer wieder Grund zum Jubel auf der DHfK-Bank

Vor allem in der ersten Halbzeit gab es immer wieder Grund zum Jubel auf der DHfK-Bank.

Quelle: Christian Modla

Was allerdings auffiel: Die Hausherren mussten sich mühen, mussten beißen, sich ihre Tore aufwendig erarbeiten. In der Anfangsviertelstunde konnten sie ihre Gäste so auf Distanz halten. „Wir hatten das Tempospiel der SG gut im Griff“, sagte Roscheck. „Wir haben geduldig gespielt“, ergänzte Alen Milosevic. Erst in der 18. Minute gelang der SG durch den unbequemen Johan Jakobsson der erstmalige Ausgleich. Danach konnten die Fans zwar keine Führung ihrer Lieblinge mehr bejubeln. Die Gastgeber ließen sich aber auch nicht abschütteln. Obwohl die Tore der Flensburger vergleichsweise leicht und vor allem schnell fielen, verteidigte das Team von Coach Christian Prokop klug und ohne unnötige Strafen zu ziehen. Zur Halbzeit leuchtete ein achtbares 13:14 von der Anzeigetafel. „Uns haben die Paraden gefehlt“, monierte Vranjes. „Ich habe meinen Jungs in der Pause gesagt, dass sie sich mehr auf den Abschluss konzentrieren und den Fokus auf sich legen müssen.“

Glandorf mit Galaleistung

Nach Wiederbeginn versuchten die DHfK-Jungs ihr Spiel weiter umzusetzen: Sie blieben unbequem, sie ließen sich nicht abschütteln, bissen. Dennoch gelang es der SGF nun besser, ihre individuelle Klasse auszuspielen. Vor allem Holger Glandorf zeigte nun des Öfteren, warum er zu den weltbesten Akteuren auf der halbrechten Position gehört. Die Abwehr der Gastgeber fand kein Mittel gegen den 32-Jährigen. Er warf und traf nach Belieben. „Da muss man ehrlich sein. In dieser Phase des Spiels ist es für uns momentan nicht möglich, so etwas zu verteidigen“, kommentierte Christian Prokop. „Da fehlt dann einfach die Frische im Kopf.“ Die Flensburger Außen konnten sich trotz der weiter starken Leistung von Putera im Tor nun ebenfalls das eine oder andere Mal durchsetzen.

Nicht zu stoppen

Nicht zu stoppen: Holger Glandorf (rechts).

Quelle: Christian Modla

Auf der Gegenseite war dagegen nicht mehr jeder grün-weiße Wurf ein Treffer. Weltklassekeeper Mattias Andersson, der in Hälfte eins noch ohne sehenswerte Aktionen auf die Bank gegangen war, kehrte nun zurück, und wie. Die eigenen grün-weißen Fehler häuften sich zusätzlich. In der 49. Minute war der grün-weiße Rückstand so auf 20:24 angewachsen. Und er wuchs weiter. In den Schlussminuten entwickelte sich die Partie zu einer Lehrstunde, in der der SC DHfK nur noch in wenigen Momenten glänzen konnte. „Mir war wichtig, dass wir unsere kämpferische Leistung über 60 Minuten aufrecht erhalten“, so Prokop. Positiv für die Hausherren: Die Fans blieben unbeirrt, feierten jede gute Aktion ihrer Mannschaft und sorgten bis zum Abpfiff trotz des deutlichen Rückstands für eine tolle Atmosphäre.

„Ich denke nicht, dass das eine Niederlage ist, mit der wir uns zu lange beschäftigen werden und sollten“, kommentierte Milosevic. „Sicher werden wir diese 15 bis 20 Minuten eingehend analysieren, in denen es so schlecht lief. Aber es gibt ansonsten nicht so viel, das schlecht war. Wir haben gegen eine Weltklasse-Auswahl gespielt. Und ein Holger Glandorf, der macht auch gegen Kiel zehn und gegen Barcelona zwölf Tore.“

Leipzig: Storbeck; Putera; Semper; Steinert (3); Jurdzs (2); Krzikalla (4); Pöter (3); Binder (3); Janke (2); Sommer; Roscheck; Weber (4/1); Milosevic (3); Oehlrich (1); Zhedik; Meschke.

Flensburg: Andersson; Moeller; Karlsson; Eggert (4/3); Glandorf (10); Mogensen (4); Svan (2); Djordjic; Jakobsson (4); Toft Hansen (1); Gottfridsson (1); Lauge Schmidt (5); Mahé; Radivojevic.

Siebenmeter: Leipzig 1/2; Flensburg 3/4.

Strafen: Leipzig 3; Flensburg 4.

Zuschauer: 4940

Von Antje Henselin-Rudolph

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