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SC DHfK Leipzig verschenkt Sieg

Spielbericht SC DHfK Leipzig verschenkt Sieg

Der SC DHfK Leipzig musste sich gegen den ASV Hamm-Westfalen mit einem 28:28 begnügen. Vor 1960 Zuschauern hatten die Hausherren Probleme mit der Konzentration und produzierten für einen Sieg zu viele Fehler.

Lucas Krzikalla (links) und Bastian Roscheck (rechts) nehmen Jan Brosch (Hamm) in die Mangel.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Unentschieden! Der SC DHfK Leipzig musste sich am Mittwochabend gegen den ASV Hamm-Westfalen mit einem 28:28 (14:15) begnügen. Vor 1960 Zuschauern hatten die Hausherren größere Probleme mit der eigenen Konzentration und produzierten für einen Sieg zu viele unnötige Fehler.

DHfK-Coach Christian Prokop musste auf Philipp Weber (muskuläre Probleme) verzichten, gab Maximilian Janke und Max Emanuel eine Chance in der Start-Sieben. Im Tor begann Henrik-Ruud Tovas. Die Frage, wie genau man sich für Spiele motiviert, in denen es um nichts mehr geht, weil man schon alles erreicht hat, schwang von Beginn an mit. "Ja, wir haben alle unsere Ziele erreicht", sagte der Trainer später selbst. Aber natürlich habe es ein internes Ziel gegeben. "Wir wollten gegen keine Mannschaft zwei Mal verlieren." Dennoch war vom Anpfiff weg eine gewisse Leichtigkeit zu spüren. Der letzte Zug in den grün-weißen Aktionen fehlte, auch wenn sie zunächst konzentriert zu Werke gingen und nach zwölf Minuten 9:5 führten. "Es ist schon ein anderes Gefühl gewesen. Diese aggressive Anspannung vor dem Spiel hat bei mir heute gefehlt", meinte Keeper Felix Storbeck, der gegen seinen Ex-Verein erst in der Schlussviertelstunde zum Einsatz kam." Zwischendurch gab es dann natürlich doch noch was zu feiern. Janke erzielte mit dem 10:7 das 1000. Saisontor des SC DHfK.

Der bereits in die erste Bundesliga aufgestiegene SC DHfK Leipzig kam im Heimspiel gegen Hamm Westfalen nicht über ein 28:28 hinaus.

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Möglich, dass sich dann immer mehr der Gedanke einschlich, es liefe ja ganz gut und würde so schon weitergehen. Möglich, dass es nach Aufstieg und Meisterschaft ohnehin schwierig ist, den Fokus aufrecht zu erhalten. So gesehen war das weitere Geschehen wenig verwunderlich. Da waren Pässe ins Nirgendwo, die den Einen oder Anderen im Publikum auflachen ließen. Da waren Fehlwürfe quer durch alle Mannschaftsteile. Da fehlte die Abstimmung, die Konsequenz. "Wir haben viele viele Chancen liegen lassen", gab Franz Semper unumwunden zu. In die Kabinen ging es mit einem 14:15. Denn der ASV Hamm-Westfalen, der ohnehin nicht zu den Lieblingsgegnern der Leipziger gehört und dem Prokop-Team beim 27:31 im Hinspiel eine schmerzhafte Niederlage beibrachte, war nicht zum artigen Gratulieren gekommen. "Wir wollten den Meister schlagen", bekannte Gäste-Coach Kay Rothenpieler, der bei einem Sieg sogar einen Tag Extra-Urlaub ausgelobt hatte. Seine Mannschaft um den stets bissigen Kreisläufer Björn Wiegers agierte motiviert und setzte geschickt Nadelstiche. Vor allem am Kreis stellten sie die Gastgeber vor massive Probleme.

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Nach Wiederbeginn zeigten sich die Hausherren zumindest in der Defensive verbessert, hatten aber weiter Schwierigkeiten im Abschluss. Gleich vier Siebenmeter blieben ungenutzt, in der knappen Partie einen nennenswerte Größe. Die ganz große grün-weiße Wende blieb aus, trotz zahlreicher personeller Maßnahmen, mit denen Christian Prokop bereits in Hälfte eins begonnen hatte. So bekamen unter anderem Michael Qvist, Sebastian Greß und René Boese eine Einsatzchance. "Das hatte ich auch so angekündigt", meinte Prokop später. Als es ihm doch zu eng wurde, brachte er schließlich Felix Storbeck für Tovas und Franz Semper für Max Emanuel. "Franz hätte ich unter anderen Umständen nicht gebracht", so der DHfK-Coach. Der 17-Jährige will am Sonntag mit der grün-weißen A-Jugend Deutscher Meister werden und sollte wie schon in der vergangenen Woche in Neuhausen eigentlich geschont werden. "Das war so heute schon ok für mich. Das ist die zweite Bundesliga und für mich immer noch eine Ehre", so Semper.

Einwöchiger Sonderurlaub

Erst in der Schlussphase gelang es den Hausherren, mehr von der Emotionalität auf's Parkett zu bringen, die sie im Saisonverlauf stets so stark gemacht hatte. Max Janke traf in der 60. Minute zum 28:28. Nun stand die Halle, nun war Lärm wie eh und je. 19 Sekunden vor Schluss sammelte Prokop seine Jungs noch einmal zur Auszeit. Ein letzter Angriff, eine letzte Chance. Lukas Binder bekam den Ball. Aber ASV-Keeper Dennis Doden stand wie eine Wand und sicherte seiner Mannschaft einen Punkt. "Man hat gesehen, dass wir gewinnen wollten. Die Jungs haben gekämpft und das Spiel nicht einfach hergeschenkt", so Christian Prokop. "Auch dafür gebührt der Mannschaft mein Respekt."

Mit der Schlusssirene verabschiedete sich das Team in einen einwöchigen Sonderurlaub. "Wir werden nach Saisonende nur dreieinhalb Wochen frei haben bis zum Vorbereitungsbeginn. Im Winter war es nur eine Woche frei. Also nutzen wir die Pause jetzt", so der DHfK-Trainer. Einzig Franz Semper muss am Sonntag eine Sonderschicht ranhängen. Gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen muss die grün-weiße A-Jugend ein 26:32 wettmachen. "Es wird ein ganz heißer Fight. Aber wir haben gegen die HSG in dieser Saison schin zwei Mal gewonnen. Das sollte also möglich sein", ist der 17-Jährige optimistisch. "Ich hoffe einfach, dass ich eine glückliche Hand erwische."

Antje Henselin-Rudolph

Statistik:

Leipzig: Tovas; Storbeck; Semper; Emanuel (1); Qvist (1); Krzikalla (1); Pöter (7/2); Oehlrich (1); Binder (5/1); Janke (5); Greß (1); Boese (3/2); Roscheck (2); Milosevic (1).

Hamm: Doden; Mrkva; Blohme (1); Doldan; Brosch (3); Fuchs; Wiegers (3); Ritterbach (4/3); Zdrahala (7/1); Gudat; Wiencek (2); Gaubatz (5); Possehl (3).

Siebenmeter: Leipzig 5/9; Hamm 4/5.

Strafen: Leipzig 4; Hamm 3.

Arena Leipzig 51.3445 12.352865
Arena Leipzig
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