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SC DHfK gewinnt das Ostderby gegen den SC Magdeburg

Sensation in Leipzig SC DHfK gewinnt das Ostderby gegen den SC Magdeburg

Riesige Überraschung in der Arena Leipzig: Der SC DHfK hat am Mittwoch das Ostduell gegen den SC Magdeburg mit 26:25 (12:11) gewonnen. Die überragenden Männer hießen Milos Putera und Marvin Sommer.

Großes ostdeutsches Derby: SC DHfK gegen Magdeburg

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Was für eine Partie in der Arena Leipzig: Derbystimmung vor 5504 Zuschauern und ein SC DHfK Leipzig, der gegen den haushohen Favoriten SC Magdeburg ohne Angst auftrumpfte. Als Marvin Sommer vier Sekunden vor dem Ende zum Sieg traf, standen die Fans schon seit zehn Minuten und jubelten ausgelassen.

Der Aufsteiger war im Vergleich zum Heimspiel gegen Melsungen nicht wiederzuerkennen. Selbstbewusst und mit erhobenem Kopf nahm er den Kampf gegen die Bördeländer an. Und ganz wichtig: Als das Spiel zu kippen drohte, behielten die Gastgeber die Nerven. In der 12. Minute lag der SC DHfK mit 2:4 zurück und musste nach einer Zeitstrafe mit einem Mann weniger auskommen. Trainer Christian Prokop gestikulierte in dieser Phase wild, impfte seinen Spielern noch einmal Selbstvertrauen ein und hatte damit Erfolg. Leipzig ließ den SCM nicht enteilen und war in der 18. Minute beim 6:6 wieder im Spiel. "Wir konnten heute mit kritischen Phasen umgehen, haben uns immer wieder zurückgekämpft", sagte Prokop.

Schon in der Anfangsphase hätten sich die Gastgeber deutlich absetzen können, scheiterten aber gleich mit einer Reihe hundertprozentiger Möglichkeiten an Keeper Dario Quenstedt. Milos Putera stand ihm in nichts nach und wurde zum entscheidenden Rückhalt der Leipziger in den ersten 30 Minuten. Das Torhüterduell entschied Putera da mit acht zu sieben Paraden noch knapp für sich. Am Ende lag der Leipziger Keeper mit einer Quote von mehr als 43 Prozent gehaltener Bälle deutlich vor seinem Kontrahenten, der auf einen Wert von 30 Prozent kam.

Prokop hatte die Abwehr seiner Mannschaft bestens eingestellt, verzichtete auf eine offensive Variante. Der am Sonntag für Magdeburg noch gegen die Rhein-Neckar-Löwen stark agierende Michael Daamgard fand kaum eine Lücke und wurde schließlich durch Finn Lemke ersetzt. Auch der 2,10 Meter große Rückraumschütze, Nationalspieler und Neuzugang aus Lemgo, wurde von der Leipziger Abwehr um Organisator Bastian Roscheck an seinen gefürchteten Sprungwürfen gehindert.

Beim SC DHfK wollte eigentlich Philipp Weber nach seiner Verletzung gegen seinen alten Club ein Comeback feiern. "Es hat noch nicht gereicht", so der gebürtige Schönebecker. Beim SCM stand der zuletzt erkrankte Marko Bezjak wieder im Team.

Großes ostdeutsches Derby: DHfK Leipzig gegen SC Magdeburg in der Arena am Sportforum. (Bilder: Christian Modla)

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SC DHfK baut den Vorsprung aus

Wer die erste Halbzeit mit einer 12:11-Pausenführung schon für einen Leipziger Handball-Wahnsinn hielt, bekam im zweiten Durchgang noch eine Zugabe serviert. Der SC DHfK begann jetzt seinen Vorsprung auszubauen. Aus einer überragenden Teamleistung ragte neben Putera noch ein weiterer Spieler heraus: Marvin Sommer. Der Linksaußen traf mit einer unglaublichen Quote von 91 Prozent. Siebenmeter, Konter, Wechsel an den Kreis, dem 23-Jährigen gelang einfach alles. Am Ende war er mit elf Treffern bester Werfer. "Vor meinem ersten Siebenmeter hatte ich richtig Schiss", gab der Neuzugang aus Aue zu. Strafwurf für Strafwurf wurde er aber sicherer und cooler und brachte alle sechs Bälle vom Punkt im SCM-Tor unter.

Die Zuschauer rieben sich zwischenzeitlich die Augen: Leipzig lag mit fünf Toren Vorsprung beim 22:17 in Front. Der SCM wäre aber nicht der SCM, wenn er in der Schlussphase keine Antwort parat gehabt hätte. Die Gäste steigerten sich nun in der Deckung, die DHfK-Aufsichtsrat Stefan Kretzschmar auch gern einmal als "ostdeutsche Mauer" bezeichnet. Tor für Tor holten die Elbestädter auf. In der 56. Minuten waren sie wieder dran: 23:23. Ihre gefährlichste Waffe, die Außenzange mit Robert Weber und Matthias Musche blieb allerdings stumpf. Nur drei Feldtore gelangen dem Duo. Magdeburgs Sportlicher Leiter Steffen Stiebler fand nach dem Spiel deutliche Worte: "Heute haben Leidenschaft gegen Überheblichkeit gespielt. Wir haben den Gegner nicht so ernst genommen wie nötig, der Gegner hat reagiert und gewonnen."

Die Schlussminuten waren dann Dramatik pur. Magdeburg spielte die letzten beiden Minuten in Unterzahl, glich aber noch einmal aus. Die letzte Antwort hatte erneut Sommer in der Hand. Wie schon vor der Halbzeitsirene reichten ihm wenige Sekunden Spielzeit für den letzten Treffer. Tor, Abpfiff und Sieg! "Ich hatte heute einen guten Tag, glaube ich", so Sommer.

Vor der Partie hatte SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt im Interview mit LVZ.de gesagt: "Wenn Leipzig die Partie lange offen hält und wir uns Nachlässigkeiten erlauben, dann kann der Schuss nach hinten losgehen." Der Mann sollte Recht behalten.

SC DHfK: Storbeck, Putera - Steinert 2, Jurdzs 4, Krzikalla 4, Pöter 2, Oehlrich, Binder, Janke 1, Sommer 11/6, Roscheck, Zhedik, Milosevic 2, Naumann, Remke, Meschke

SC Magdeburg: Green, Quenstedt - Musa 1, Rojewski, Musche 2, van Olphen, Natek, Bagersted, Haaß 2, Bezjak 3, Weber 9/8, Damgaard 3, Lemke 3, Saul

Zeitstrafen: SC DHfK 3, SCM 3

Siebenmeter: SC DHfK 7/6, SCM 8/8

Zuschauer: 5504

Schiedsrichter: Martin Thöne/Marijo Zupanovic

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