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SC DHfK mit Sieg vor Heimpublikum - Prokop Trainer der Saison

Abend der großen Emotionen SC DHfK mit Sieg vor Heimpublikum - Prokop Trainer der Saison

Noch einmal die ganze Palette der Emotionen: 36:31 (21:14) setzten sich die Grün-Weißen im letzten Heimspiel dieser Premierensaison in der ersten Liga gegen den HBW Balingen-Weilstetten durch. DHfK-Coach Christian Prokop wurde von den Trainern und Managern der ersten Liga zum "Trainer der Saison" gekürt.

DHfK-Coach Christian Prokop wurde von den Trainern und Managern der ersten Liga zum "Trainer der Saison" gekürt

Quelle: Modla/Mann

Leipzig. Philipp Weber, der den SC DHfK Leipzig in Richtung Wetzlar verlässt, hatte es als Abend der großen Emotionen angekündigt. Und genau der wurde es auch. Da war zum Einen die Siegeuphorie. 36:31 (21:14) setzten sich die Grün-Weißen im letzten Heimspiel dieser Premierensaison in der ersten Liga gegen den HBW Balingen-Weilstetten durch. Da war zum Anderen die Wehmut. Für sechs Akteure war es der letzte Auftritt in Leipzig, mit Weber, Felix Storbeck und Philipp Pöter waren drei echte Publikumslieblinge darunter. Und dann war da die riesige Freude eines einzelnen Mannes: DHfK-Coach Christian Prokop wurde von den Trainern und Managern der ersten Liga zum "Trainer der Saison" gekürt.

Als die Meldung schon lange kursierte, war er noch ahnungslos. Die Ehrung wurde ihm erst auf dem Fanfest nach dem Spiel zuteil. Ungläubig schüttelte er den Kopf, bevor sich mehrere Becher Bier über seinen Kopf ergossen. "Um die Chance zu bekommen, der beste Trainer der Saison zu werden, muss man eine starke Mannschaft trainieren", zeigte sich Prokop gewohnt bescheiden, um dann (tatsächlich) zu singen. "An Tagen wie diesen" wurde angestimmt.

Jede Menge Gefühle hatte es bereits vor dem Anpfiff gegeben. Über den Videowürfel flimmerten Szenen der großen Saisonsiege. Riesenjubel brandete auf bei den Bildern der Erfolge gegen den SC Magdeburg und die Füchse Berlin. Danach wurde jeder DHfK-Spieler einzeln auf's Parkett gerufen, zum Schluss die sechs, die "Adieu" sagen, jeder von ihnen begleitet von einer ganz persönliche Melodie. "Time to say goodbye" war es bei Weber, "An Tagen wie diesen" bei Pöter. "Schon vor dem Spiel in der Kabine war es der Wahnsinn. Die Ansprache, die Gefühle", meinte Kapitän Lukas Binder später. Die Fans schrien, klatschen, jubelten, als jeder ein großes gerahmtes Bild mit Erinnerungen an die Zeit in Leipzig von DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther entgegen nahm. Die Umarmungen waren lang, herzlich, ehrlich.

Trotz akutem Personalmangel mit Fortune

Erst danach Handball. In der subtropischen Atmosphäre der Arena Leipzig machten es die Balinger den Gastgebern nicht über Gebühr schwer, obwohl sie über die gesamten 60 Minuten bissen und kämpften. "Ich kann heute vor jedem meiner Spieler nur den Hut ziehen", kommentierte HBW-Coach Frank Bergemann. Der SC DHfK wiederum agierte trotz akuten Personalmangels mit der Fortune, die er sich zum Ende dieser unglaublichen Saison schlichtweg verdient hat. Da klappten Stemmwürfe aus unmöglichen Positionen und Anspiele an den Kreis, die nie hätten ankommen dürfen.

36:31 (21:14) setzten sich die Grün-Weißen im letzten Heimspiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten durch. Fotos: Christian Modla

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Die Fans freute das. Schon Mitte der ersten Hälfte, als sich die Hausherren langsam aber sicher begannen, immer weiter abzusetzen, entwickelte sich die Begegnung auf den Rängen zu einer einzigen Party. "Es war heute noch schwieriger als sonst, nur zusehen zu können", sagte Philipp Pöter, den es ebenfalls nach Wetzlar zieht und dem seit Wochen dank schwerer Verletzung nur die Zuschauerrolle bleibt. "Ich habe mich mehr als ein Mal umgedreht. Es war eine Wahnsinnsatmosphäre heute. Als der Vorsprung dann größer wurde, fiel der Druck ab. Wir haben viel rumgeflachst da hinten auf unserer Reihe. Das war gut so, es war locker." Riesenjubel gab es unter anderem in der 26. Minute für den Treffer von Routinier Thomas Oehlrich zum 18:11. Für Ekstase sorgte auch Weber, der in bewundernswerter Konstanz einen Siebenmeter nach dem anderen im Gästetor versenkte. Die 21:14-Halbzeitführung war auch in der Höhe völlig verdient.

Grün-weißes Spiel zwischenzeitlich fast schon chaotisch

Die zweite Hälfte lief zunächst etwas aus dem Ruder, beginnend auf Seiten der Balinger, die fünf Zeitstrafen in Serie kassierten. Die Gastgeber konnten daraus aufgrund vieler kleinerer Fehler nicht wie im Grunde nötig profitieren. Zwischenzeitlich wirkte das grün-weiße Spiel fast schon chaotisch. Bis auf Coach Christian Prokop schien das in der allgemeinen Letztes-Heimspiel-Euphorie aber erstmal niemanden zu stören. Denn in der 40. Minute wartete bereits der nächste emotionale Höhepunkt. Und der Vorsprung war beruhigend. Jens Vortmann machte den Platz im Tor frei für die Storbecksche Abschiedsvorstellung. "Felix, Felix, Felix" hallte es von den Rängen. Bei jeder erfolgreichen Aktion des Keepers riss es seine Anhänger in der Folge von den Sitzen. Riesenjubel auch wenige Augenblicke später, als Sebastian Greß, der die Saison mit Zweitspielrecht beim HC Elbflorenz verbrachte, noch einmal ran durfte. "Ich hab ja in dieser Saison fast gar nix mit dem Team zu tun gehabt. Umso schöner war es, heute noch einmal hier zu sein und auch zu spielen", so Greß. "Die Stimmung hier ist immer der Hammer. Aber heute war es noch einmal anders, vor allem als Felix dann reinkam."

Noch einmal zeigte der SC DHfK diese besondere Qualität, auf die Prokop im Saisonverlauf mehrfach mit Stolz hingewiesen hatte. Denn zwischenzeitlich lief es mies bis gar nicht mehr. Das Polster schmolz auf vier Tore. Auf einigen Expertenmienen waren erste Falten zu erkennen. Karsten Günther wirkte zunehmend leidend. Die Unparteiischen Peter Behrens und Marc Fasthoff trugen mit mindestens interessanten Entscheidungen ihren Teil bei zur sich vergrößernden Hektik. Doch die Hausherren fanden ihren Fokus wieder, konzentrierten sich neu, bissen sich zurück. Sie ließen sich auch nicht beeindrucken, als ausgerechnet Storbeck eine kuriose Zeitstrafe kassierte. Und spielten es nach Hause. Der Rest waren Jubel, Tränen, Glück, Stolz und natürlich ganz viel Wehmut. "Wir haben für mehr als nur ein paar Highlights gesorgt", resümierte Lukas Binder. "Es war eine unfassbare Saison."

 

SC DHfK : Vortmann; Storbeck; Semper 1, Steinert 2, Herth 1, Oehlrich 1, Binder 3, Greß 1, Weber 9/7; Zhedik 3, Strosack 4, Meschke 7, Milosevic 4.

Strafen : 10:12 min

Antje Henselin-Rudolph

Leipzig, Arena 51.344651 12.352742
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