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SC DHfK verlässt nach Sieg gegen Hüttenberg die Abstiegsränge – Gerlich verlängert

SC DHfK verlässt nach Sieg gegen Hüttenberg die Abstiegsränge – Gerlich verlängert

Leipzig. Und sie können es doch: Der SC DHfK Leipzig hat sich am Samstagabend dank einer mehr als ordentlichen Leistung mit 32:27 (18:15) gegen den TV 05/07 Hüttenberg durchgesetzt.

Vor 2179 begeisterten Zuschauern zeigten sich die Hausherren nach durchwachsenem Beginn konzentriert und hellwach. Durch den Sieg verließen die Grün-Weißen (vorübergehend) die Abstiegsränge und verkündeten gleich im Anschluss eine wichtige Vertragsverlängerung.

"Dieser Sieg heute war wichtig für so viele Dinge", sagte ein sichtlich erleichterter Uwe Jungandreas nach dem Abpfiff. Er sei zufrieden, dass seine Jungs mit dem Druck umgehen konnten, so der DHfK-Coach. Übetriebene Euphorie wollte der Trainer aber nicht aufkommen lassen. "Wir haben im April vier Heimspiele. Das sind für uns vier Endspiele. Das heute war der erste Schritt."

Aus Leipziger Sicht begann die Partie dürftig. "Da hat man die Nervosität gespürt", meinte Hüttenbergs Tariner Heiko Karrer später. Als erste Aktion verwarf René Boese einen Siebenmeter. Schnell lagen die Hausherren 0:2 hinten und taten sich zunächst schwer damit, die Partie auszugleichen. Während Thomas Oehlrich und Co. lange arbeiten mussten, um zum Abschluss zu kommen, schienen die Tore bei den Gästen wie von selbst zu fallen. In der Anfangsphase hinterließen vor allem die Brüder Andreas und Stefan Lex einen starken Eindruck. Auf der anderen Seite fand Gabor Pulay im Tor der Grün-Weißen gar nicht zu seinem Spiel. Die Gastgeber kamen außerdem mit der offensiven 4-2-Abwehr des TV Hüttenberg nicht wirklich zurecht.

In der 12. Minute machte Pulay Platz für den wieder genesenen Michael Galia. Aber auch der hatte zunächst Probleme. 10:13 leuchtete es in der 19. Minute von der Anzeigetafel. So mancher Fan rutschte da bereits unruhig auf seinem Sitz umher, zumal den Leipzigern einmal mehr erschreckende Patzer unterliefen. Umso größer war der Jubel, als Alexander Feld per Doppelschlag in der 22. Minute erst ausglich und dann zur erstmaligen Führung des SC DHfK traf. Nun war plötzlich auch "Galos" im Spiel und parierte in der Schlussphase der ersten Hälfte und dem tosenden Applaus der Fans gleich mehrfach. Mit einem respektablen 18:15 ging es in die Kabinen.

"Vielleicht war es mal ganz gut, dass wir nicht schnell auf sechs oder sieben Tore weggezogen sind", versuchte Lukas Binder im Nachgang eine Analyse. Der 20-Jährige durfte von Beginn an auf Rechts ran und machte ein starkes Spiel. Geburtstagskind Uli Streitenberger musste dafür auf der Bank bleiben. "Wir haben uns irgendwann hinten gefunden, der Torhüter hat gehalten. Dann hat es einfach gepasst."

Die bange Frage vor Wiederbeginn: Würden die Jungs von Uwe Jungandreas die Nerven behalten und nicht wieder in sich zusammenfallen? Sie behielten die Nerven. Sie fielen nicht in sich zusammen. Im Gegenteil. Die Grün-Weißen begannen konzentriert und bauten ihren Vorsprung aus. In der 42. Minute traf Steve Baumgärtel zum 25:20. "Wir sind gut rausgekommen. Da spielt es sich dann natürlich auch leichter", sagte "Baumi" später. Gästecoach Heiko Karrer nahm eine Auszeit. Die Hausherren agierten überwiegend konzentriert und nutzten die sich häufenden Fehler des TV Hüttenberg. Dessen Akteure suchten nun des Öfteren überhastet den Abschluss und wurden dafür bestraft.

Als Baumgärtel in der 53. Minute das 29:23 machte, durfte auch der letzte Skeptiker sicher sein: Heute würde es endlich etwas werden. Auch wenn die Hausherren zwischenzeitlich ebenfalls deutlich zu hektisch agierten und so unnötig Chancen liegenließen, machten sie im Gegensatz zu den Vorwochen einen selbstsicheren Eindruck. Das spürten auch die Zuschauer, die einmal mehr wie ein Mann hinter dem Team standen. Die Paraden in Serie von Galia taten ihr Übriges, um die Stimmung zusätzlich anzuheizen und den Gegner auf Abstand zu halten. Da fiel es dann, zumindest ergebnistechnisch, nicht mehr ins Gewicht, dass in den Schlussminuten noch einmal der Schlendrian Einzug hielt. Der erste Heimsieg seit dem 22. Dezember war unter Dach und Fach.

"Für mich persönlich war es das geilste Spiel, das ich je gemacht habe", sprudelte es aus Lukas Binder heraus, der sich über seine Leistung zu Recht freute. Er hatte am Ende sieben Tore auf dem Konto. "Ich gehe davon aus, dass es nun insgesamt leichter wird", meinte Steve Baumgärtel, der ebenfalls sieben Mal getroffen hatte. "Wir haben jetzt so oft so bitter verloren. Endlich ist mal was Zählbares rausgekommen."

Ebenfalls positiv: Nach der Partie gab es lauten Jubel im VIP-Bereich der Arena. DHfK-Handball-Geschäftsführer Karsten Günther verkündete nicht ohne Stolz die Vertragsverlängerung von Rückraum-Akteur Matthias Gerlich bis 2015.

Leipzig:

Galia; Pulay; Emanuel; Streitenberger; Baumgärtel (7/3); Oehlrich (4); Binder (7); Gerlich (4); Boese (2); Riehn (1); Seitle (2); Prokopec; Feld (5); Krzikalla; Ogano.

Hüttenberg:

Ritschel; Pechstei (2); A. Lex (6/4); Faulenbach (2); Wernig (4/1); Jezewski; Weber; S. Lex (6); Fernandes (1); Mappes; Pausch (5/1); Stock (1); Vuglac; Redwitz; Ludwig.

Siebenmeter:

Leipzig 3/4; Hüttenberg 6/7.

Strafen:

Leipzig 2; Hüttenberg 6.

Antje Henselin-Rudolph

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