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SC DHfK wunderbar: Leipziger Handballer fahren zum Final Four nach Hamburg

Sieg gegen Hannover SC DHfK wunderbar: Leipziger Handballer fahren zum Final Four nach Hamburg

Es ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Der SC DHfK Leipzig hat das Viertelfinale im DHB-Pokal gegen die TSG Hannover-Burgdorf 28:24 (14:13) gewonnen. Für die Prokop-Sieben heißt es damit: Auf zum Final Four nach Hamburg!

Der DHfK feiert seinen Einzug ins FinalFour des DHB-Pokals.

Quelle: dpa

Leipzig. Doll, doller, SC DHfK Leipzig! Der Handball-Bundesligist aus der Messestadt feierte am Dienstagabend im Viertelfinale des DHB-Pokals einen umjubelten 28:24-Sieg (14:13) gegen die TSG Hannover-Burgdorf. 4029 Fans hatten ihre Mannschaft 60 Minuten lang nach vorn und hinten geschrien und geklatscht. Sie erlebten einen emotionalen Abend und ein enges umkämpftes Spiel, an dessen Ende die Hausherren einmal mehr jubeln durften. Für sie geht es jetzt erstmals zum Final Four nach Hamburg.

Nach einem 28:24-Sieg gegen den TSG Hannover-Burgdorf am Dienstag steht der SC DHfK Leipzig im FinalFour des DHB-Pokals. Das Ticket nach Berlin ist gelöst. (Bilder: dpa)

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Was genau dieser Fakt für den Verein bedeutet, konnte man nach dem Schlusspfiff im Gesicht von DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther sehen. Verschwitzt, völlig entkräftet, mit Tränen in den Augen und seiner Tochter auf dem Arm sank er nach einer Jubelrunde auf eine der Mannschaftsbänke. "Ich weiß nicht, ob das was ist, was man oft erlebt", versuchte er, einen klaren Gedanken zu fassen. Kapitän Lukas Binder rang ebenfalls nach Worten. "Ich habe mal gedacht, ich werde ein guter Drittliga-Spieler. Jetzt fahre ich nach Hamburg. Ich glaube, ich muss mich jetzt erstmal setzen und ein Bier trinken."

Der Auftakt hätte aus Leipziger Sicht kaum besser laufen können. Keeper Jens Vortmann entschärfte direkt den ersten Versuch der Gäste. Hinten aggressiv und aufmerksam, vorn konzentriert und entschlossen: Nach sieben Minuten stand ein 5:2 zu Buche. Das machte Lust auf mehr. Doch in der Folge schlichen sich Unzulänglichkeiten ein. Lukas Binder setzte den Ball statt ins leere Tor ans Gebälk, Christoph Steinert ließ einen Tempogegenstoß ungenutzt. So war er recht schnell weg, der grün-weiße Anfangsschwung.

Hannovers starke Mitte

Was folgte, war eine ausgeglichene erste Hälfte. Vor allem der unangenehme defensive Hannoveraner Mittelblock mit Sven-Sören Christophersen, Erik Schmidt und Fabian Böhm machte den Leipzigern Probleme. Die Gäste unterbanden geschickt das Passspiel und erzwangen immer wieder Abschlüsse aus ungünstigen Positionen. Christian Prokop reagierte mit diversen personellen Umstellungen. Nach 30 Minuten waren bis auf Roman Becvar und Peter Strosack alle DHfK-Akteure zum Einsatz gekommen. Absetzen konnte sich die TSG-Sieben auch aufgrund der aufmerksamen Abwehrarbeit des SC DHfK allerdings zu keinem Zeitpunkt. Mit 14:13 ging es in die Kabinen.

Auch nach Wiederanpfiff lieferten sich beide Mannschaften einen hoch emotionalen, bissigen und engen Kampf. Zahlreiche aggressive Eins-gegen-Eins-Situationen bestimmten das Geschehen. Die Unparteiischen Nils Blümel und Jörg Loppaschewski hatten reichlich zu tun. Gäste-Coach Jens Bürkle zog alle Register. Er beorderte mit Dominik Kalafut einen wahren Hünen an den Kreis, um Räume für seine Angreifer zu schaffen. Er setzte ab der 43. Minute konsequent auf den siebten Mann. "Das zu verteidigen erfordert unheimlich viel Willen", analysierte Abwehrchef Bastian Roscheck später. Der Mittelmann war es auch, der es direkt mit Kalafut zu tun bekam. "Wenn der eine Sperre stellt, wird es schwer. Da kann mit nur mit schnellen Beinen drumherum kommen."

DHfK-Fans peitschen ihr Team an

Das Positive aus Sicht des SC DHfK: Die Grün-Weißen behielten in der Hitze des Gefechts die Nerven. Auch weil Milos Putera im Tor sich immer weiter steigerte. Auch weil Niklas Pieczkowski und Andreas Rojewski trafen. Auch weil Aivis Jurdzs, der seine Anläufe in Richtung Final Four kaum noch zählen kann, immer einen Weg zum Abschluss fand. "Ihn möchte ich stellvertretend für eine Mannschaft herausheben, die mit einem unglaublichen Willen agiert hat", so Prokop. Zehn Minuten vor Schluss stand ein 23:20 zu Buche. Das Final Four, es war nah, auch wenn jeder in der Halle wusste: Eine ungemütliche und noch einmal intensivere Schlussphase stand an.

Die Hausherren dominierten jetzt regelrecht, zogen auf vier Tore davon. Die Fans, die sich wie immer schon Minuten vor dem Abpfiff von ihren Plätzen erhoben hatten, schrien sich heiser. Die Gäste aus Hannover zeigten im Tollhaus Arena Nerven, leisteten sich mehrere vermeidbare Fehler. "Wir haben die Zweikämpfe gesucht, ohne dass der Ball richtig läuft", kritisierte TSG-Trainer Jens Bürkle. Spätestens beim Treffer zum 28:23 von Jurzds in der 58. Minute war klar: Hier brennt nichts mehr an. Der SC DHfK Leipzig fährt nach Hamburg.

"Am Ende war alles gut", meinte Andreas Rojewaski mit einem glücklichen Lachen. Für ihn ist es nicht der erste Trip zur Runde der letzten Vier ins DHB-Pokal. "Ich freue mich riesig, mit Leipzig dorthin zu kommen. Ich möchte hier helfen, Vereinsgeschichte zu schreiben." Die Szenen nach Spielschluss waren Euphorie pur, neben Jubel und Ausgelassenheit gab es reichlich Tränen. "Das hier ist etwas unglaublich Riesiges", versucht Roscheck das Erlebte in Worte zu fassen. "Für den Moment ist es kaum fassbar. Es ist so schön zu sehen, wie die jahrelange Arbeit hier belohnt wird."

Leipzig: Vortmann; Putera (1); Semper; Steinert (5/3); Rojewski (5); Jurdzs (4); Binder (2); Janke (3); Pieczkowski (7); Roscheck; Strosack; Meschke; Becvar; Milosevic (1).

Hannover: Ziemer; Semisch; Mortensen (3); Hykkerud; Lehnhoff (4/2); Häfner; Böhm (5); Karason (3); Schmidt (3); Olsen (2); Christophersen; Kastening (3); Johannsen; Patrail; Kisum; Kalafut.

Siebenmeter: Leipzig 3/3; Hannover 2/2.

Strafen: Leipzig 4; Hannover 3.

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