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Sensation in Grün-Weiß: SC DHfK Leipzig nach Sieg gegen Balingen im Viertelfinale

Sensation in Grün-Weiß: SC DHfK Leipzig nach Sieg gegen Balingen im Viertelfinale

Wahnsinnsspiel! Der SC DHfK Leipzig hat am Mittwochabend echten Klassehandball auf's Parkett gezaubert und mit einem 28:24-Sieg (16:12) gegen den Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten das Viertelfinale im DHB-Pokal erreicht.

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Sensationell besiegt der SC DHfK Leipzig den Erstligisten Balingen-Weilstetten mit 28:24 (16:12). Damit stehen die Grün-Weißen nund im DHB-Viertelfinale.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Vor 2449 Zuschauern zeigten die Hausherren in der Arena Leipzig von Beginn an eine unglaublich disziplinierte Leistung und ließen sich selbst durch den bitteren Ausfall von Philipp Weber nicht aus dem Konzept bringen.

"Mir war wichtig, dass meine junge Mannschaft daran glaubt, dass es möglich ist, zu gewinnen", sagte DHfK-Coach Christian Prokop, der immerhin einräumte, der Gewinn sei eine kleine Sensation. "Wir stehen im Pokal jetzt unter den acht besten deutschen Mannschaften. Soviel Werbung kriegen wir nie wieder." Am Samstag wird das Viertelfinal ausgelost. "Da dürfen wir uns keinen Gegner wünschen, glaub ich", meinte Philipp Pöter. "Im Grunde ist egal, was oder wer kommt. Wir stehen im Viertelfinale", gab der überglückliche Franz Semper zu Protokoll. Gästetrainer Markus Gaugisch wurde da schon deutlicher. "Ich wünsche Leipzig einen Gegner, den sie zu Hause schlagen können. Beim Final Four in Hamburg sind immer dieselben Mannschaften dabei. Ich fände es toll, wenn Leipzig da ein Farbtupfer sein könnte."

Christian Prokop hatte zuvor die bewährte Start-Sieben auf die Platte gebracht und war zunächst nicht gänzlich zufrieden. "Da haben wir hinten nicht die Deckung hingestellt, die uns in den vorherigen Spielen ausgezeichnet hat." MIt der Hereinnahme von Thomas Oehlrich änderte sich das. Spätestens ab der 15. Minute war in der Abwehr alles beim Alten und damit gut. Die Hausherren zeigten sich diszipliniert und machten den Klassenunterschied gut wett. In der Defensive gingen sie ihren Gegnern früh entgegen, versuchten so, erfolgreiche Aktionen bereits in der Entstehung zu verhindern. Lediglich im Rückraum hatten die Gäste Vorteile. Gegen die gewaltigen Würfe von Alexandros Vasilakis war erst einmal kein Kraut gewachsen.

Einen ersten Dämpfer für den Erstligisten gab es bereits in der achten Minute, als Martin Strobel die zweite Zeitstrafe kassierte. Auch wenn Trainer Markus Gaugisch ihn weiter im Spiel beließ. In der Abwehr konnte die Nummer 15 nicht mehr so zupacken wie zuvor. 

In der 18. Minute brachte Prokop Henrik-Ruud Tovas für den etwas glücklosen Felix Storbeck im Kasten. Der Norweger schaffte es erstmals in der Partie, Vasilakis zu stoppen. "Rudi-Rudi-Sprechchöre" hallten durch die Arena. Im Spielverlauf wurden sie immer lauter. Die Grün-Weißen konnten in der Folge erstmals auf zwei Tore "davonziehen".

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Sichtlich gezeichnet und mit zerfetztem Trikot: Philipp Weber vom SC DHfK.

Quelle: Dirk Knofe

Der HBW leistete sich nun den einen oder anderen Fehlwurf. Die Konsequenzen waren direkt auf der Anzeigetafel sichtbar. In der 30. Minute traf Philipp Weber zum 16:12. Es war seine letzte Aktion. Unmittelbar nach dem Wurf ging der 22-Jährige, der bereits zuvor mehrfach hart angegangen worden war, nach einer Attacke von Sascha Ilitsch wie ein Stein zu Boden. Ilitsch sah die rote Karte. Weber musste minutenlang behandelt werden, kam nur schwer wieder auf die Beine, taumelte auf einen Betreuer gestützt zur Bank und wenig später in die Kabine. Bei Wiederanpfiff war er bereits auf dem Weg ins Krankenhaus - Verdacht auf Gehirnerschütterung. In der Kabine hatte er sich weder an sein Tor zum 16:12 erinnern können noch daran, wie er dorthin gekommen war. Ein schwerer Schlag für die Gastgeber.

Doch wirklich beeindrucken ließen sich die Leipziger davon nicht, Sie versuchten, dort weiterzumachen, wo sie mit Weber aufgehört hatten. Statt seiner war nun Marc Pechstein auf der Platte, der sich redlich mühte. "Wir haben Philipp als Team ersetzt", kommentierte Franz Semper später. Für den 17-Jährigen war es das erste Pflichtspielduell mit einem Erstligisten und er wuchs über sich hinaus, obwohl die Balinger ihn mehrfach hart anpackten. "Ist halt ein Erstligist,

da ist das so." In der 40. Minute war der grün-weiße Vorsprung dank disziplinierter Arbeit in allen Mannschaftsteilen auf 21:16 angewachsen. Die Gäste wirkten nervös, setzten den einen oder anderen Versuch neben das Gehäuse. Zudem blieb Tovas auf dem Posten, fischte mehrere Versuche weg. "Seine Leistung und unsere Abwehrarbeit waren heute der Sieggarant", lobte Christian Prokop später.

Gegenüber hütete nun Matej Asanin statt Radivoje Ristanovic den Kasten. Der bekam ebenfalls etwas mehr zu fassen, vereitelte unter anderem einen Alleingang von Lukas Binder in der 49. Minute. Zu diesem Zeitpunkt hatte der HBW bereits den nächsten Spieler eingebüßt. Niklas Ruß musste nach einer überzogenen Aktion gegen Semper mit der dritten Zeitstrafe das Parkett verlassen.

Unglaublich, aber wahr: Den Hausherren gelang es trotz aller Widrigkeiten bis zum Schluss, an ihrem Konzept festzuhalten. Mannschaftlich geschlossen und diszipliniert spielten sie den Einzug in die nächste Runde nach Hause, unter dem frenetischen Jubel ihrer Fans, die es zum Schluss nicht mehr auf den Sitzen hielt. "Wir hatten tierisch Bock auf dieses Spiel und haben uns dem Gegner mit allen Kräften gestellt. Auch wenn es zwischendurch ganz schön weh getan hat", so Philipp Pöter.

Lob für seine Leistung und die seiner Teamkameraden kam später auch vom Gegner. "Es hat Spaß gemacht, dieser Mannschaft zuzusehen", bekannte Gästetrainer Markus Gaugisch. "Da waren junge Leute, die Mut hatten, die sich an ihren Plan gehalten haben und die deshalb völlig verdient gewonnen haben." Weniger positive Worte hatte der HBW-Coach für seine eigenen Jungs übrig. "Wir sind dem Rückstand aus der ersten Halbzeit beständig hinterhergerannt. Ich bin von einigen doch enttäuscht. Das war nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte."

Leipzig:

Tovas; Storbeck; Semper (3); Krzikalla (1); Pöter (3); Oehlrich; Binder (9); Greß; Roscheck; Weber (7/4); Milosevic (3); Pechstein (2); Naumann; Streitenberger; Boese.

Balingen:

Ristanovic; Asanin; Böhm (3); König; Foth; Hausmann; Frietsch; Vasilakis (10/1); W. Strobel (1); Vrazalic (2); M. Strobel (5); Djozic (2/2); Ilitsch; Ruß (1).

Siebenmeter:

Leipzig 4/5; Balingen 3/3.

Strafen:

Leipzig 3; Balingen 7 (plus Rot für Ilitsch; plus Rot für Ruß)

Antje Henselin-Rudolph

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