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Sensation nach der EM-Pause: SC DHfK schlägt SC Magdeburg

Handball-Bundesliga Sensation nach der EM-Pause: SC DHfK schlägt SC Magdeburg

Sensation in Magdeburg: Zum zweiten Mal in dieser Saison hat der als Außenseiter angetretene SC DHfK Leipzig in der ersten Handball-Bundesliga den SC Magdeburg geschlagen. Als Glücksfall erwies sich dabei der im Leipziger Tor eingesprungene Jens Vortmann.

Alen Milosevic vom SC DHfK Leipzig gegen Magdeburg.

Quelle: Christian Modla

Madgeburg/Leipzig. Der SC DHfK macht die Sensation perfekt: Zum Auftakt nach der EM-Pause gewann der Außenseiter aus Leipzig am Mittwoch zum zweiten Mal in dieser Saison das Ostderby gegen die Favoriten vom SC Magdeburg. Vor 6712 Zuschauern in der nahezu ausverkauften GETEC-Arena hieß das Endergebnis 31:28 aus Leipziger Sicht.

Die Partie begann erwartet kämpferisch und mit starker Verteidigung auf beiden Seiten. Der SC DHfK versuchte zunächst, den Magdeburger Abwehrriegel zu durchbrechen, allen voran Aivis Jurdz scheiterte aber mehrfach an der aggressiven Deckung des SCM. Doch auch die Gäste schenkten nichts her. Erst nach vier Minuten gelang Nemanja Zelenovic der erste Treffer der Partie. Der Magdeburger erwischte den Innenpfosten.

Der SC DHfK hat mit 31:28 gegen den SC Magdeburg gewonnen. Fotos: Christian Modla

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Davon ließ sich Leipzig allerdings nicht beeindrucken, Alen Milosevic glich direkt wieder aus. Beide Mannschaften zeigten in Folge weiter eine Leistung auf technisch höchstem Niveau. Magdeburg ging immer wieder kurz in Führung, aber der SC DHfK blieb dran. Nach reichlich zehn Minuten dann die Wende: Die erste Chance zur Leipziger Führung ergriff Bastian Roscheck, 4:3 aus Gästesicht lautete die Belohnung.

Der Ausfall von Milos Putera im Tor der Grün-Weißen entpuppte sich als Glücksfall. Der erst im Winter aus Hamburg gewechselte Jens Vortmann lief zur Bestleistung auf, vereitelte einen Magdeburger Wurf nach dem nächsten und brachte es bis zur Pause auf insgesamt acht Paraden. "Man konnte bei den vielen Revanche-Gelüsten nicht davon ausgehen, dass wir hier zwei Punkte holen", sagte nach dem Spiel ein glücklicher Trainer Christian Prokop: "Wir hatten eine phanstastische Abwehrarbeit und Jens Vortmann war ein guter Rückhalt. Ich bin die glücklich, dass wir nach einer souveränen Leistung die Sensation erreicht haben."

Zelenovic, als Mitglied im serbischen Team war auch er bei der EM in Polen, hielt den SCM zunächst noch im Spiel. Näher als zwei Tore Rückstand kamen die Gastgeber aber nicht heran.

In der 18. Minute setzte Leipzig zum Tempo-Gegenstoß an, Jacob Baggerstedt konnte Lukas Binder nur noch mittels einem brutalen Block stoppen. Dafür kassierte er zwei Minuten, die Christoph Steiner direkt nutzte, um Leipzig mit 9:6 erstmals drei Zähler in Führung zu bringen.

Weitere Zeitstrafen dezimierten beide Mannschaften. In der 20. Minute standen nur noch jeweils fünf Spieler auf der Platte. Das Verhältnis verschlechterte sich noch für den SC DHfK. Nachdem Alen Milosevic auf die Bank geschickt wurde, war Leipzig zu viert, Magdeburg dagegen wieder zu sechst. Doch auch die doppelte Überzahl führte nicht zur Wende, im Gegenteil. Stattdessen bauten Aivis Jurdzs und Binder die Führung auf vier Tore aus. Bis zum Pausenpfiff verschlechterte sich der für Magdburg katastrophale Zählerstand auf 17:12 aus Leipziger Sicht.

Der SCM kam etwas erholter aus der Kabine zurück, Zelenovic und Robert Weber verkürzten auf 14:17. Doch mehr war wieder nicht drin. Nach Treffern von Strosack, Steinert, Jurdsz und lag Leipzig fünf Minuten nach Wiederanwurf wieder fünf Tore vorn. Das Heimpublikum reagierte erst schockiert sprachlos. Dann mehrte sich der Unmut, der sich mit Pfiffen Luft machte. "Wir sind sehr enttäuscht, ich entschuldige mich bei jedem in der Halle", sagte der konsternierte SCM-Trainer Bennet Wiegert. "Das tut sehr weh, so wird es auch morgen und übermorgen noch sein. Wir sind sehr bedrückt. Es wird eine Mammut-Aufgabe, das Team jetzt aus dem mentalen Tief herauszuholen." Zentralen Anteil am Vorsprung der Gäste hatte wie schon in Hälfte Neuzugang Vortmann, an dem kaum ein Weg vorbei führte.

Aber der SCM, der in der Liga oben mitspielt, hatte noch eine knappe Viertelstunde. Bagersted und Robert Weber verkürzten auf 20:24. Kam jetzt die Wende für Magdeburg? Leipzig fand ein ums andere Mal die Lücke, verlor allerdings Milosevic, der nach zwei Zeitstrafen schließlich die rote Karte sah. Die Gastgeber blieben weitere Minuten paralysiert, der SC DHfK lag beim 29:22 (54. Minute) mitunter sogar sieben Treffer vorne. Magdeburg nahm Timeout und zeigte anschließend nochmal einen Funken der Gefahr, die vom SCM gewöhnlich ausgeht. Grafenhorst, Weber, Damgaard und Zelenovic trafen, plötzlich war der Leipziger Vorsprung auf drei Tore abgeschmolzen. Doch die Gäste ließen nichts mehr anbrennen, der am Schluss eingewechselte Fanz Semper machte mit seinem ersten Wurf den Sieg perfekt.

DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther lobte und mahnte zugleich: "Das war ein ganz wichtiger Sieg auf dem Weg zum Klassenerhalt, jetzt kommt es darauf an, dass wir nicht abheben." Beim SCM dagegen wird wohl in den kommenden Tagen ein Donnerwetter über der Mannschaft niedergehen. "Ich bin maßlos enttäuscht. Die Mannschaft steht jetzt in der Pflicht und muss enger zusammenrücken", sagte  Steffen Stiebler, Sportlicher Leiter des SCM.

DHfK: Vortmann; Milosevic 2, Weber 5/3, Binder 4, Roscheck 1, Strosack 2, Meschke 5, Jurdzs 3, Steinert 5, Zhedik 3/1, Oehlrich, Semper 1.

Zuschauer: 6712.

Siebenmeter: SCM 4/1, DHfK 4/4.

Strafminuten: SCM 8, DHfK 18.

Stationen: 3:2/9., 7:10/20., 10:17/27., 14:17/32, 14:20/35, 18:24/45., 20:24/47., 22:29/54, 26:29/57.

chg

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