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Spannung bis zum Schluss: SC DHfK Leipzig erkämpft gegen starke Rostocker den Sieg

Spannung bis zum Schluss: SC DHfK Leipzig erkämpft gegen starke Rostocker den Sieg

In einer extrem schnellen und spannenden Partie hat der SC DHfK dem HC Empor Rostock einen 28:27-Sieg abgerungen. Beide Teams agierten auf Augenhöhe und blieben über 60 Minuten auf Schlagdistanz.

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Philipp Weber war mit Lucas Krzikalla und Franz Semper mit jeweils fünf Toren bester Schütze. Unter anderem verwandelte er zwei Strafwürfe.

Quelle: Rainer Justen

Leipzig. Vor der Partie waren Hansestädter auf Platz 13 gesetzt, mit nur drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Ganz im Gegensatz zu Leipzig, die elf Punkte Luft auf den direkten Verfolger im Kampf um die Tabellenspitze haben. „Wir haben schon immer gesagt, dass Rostock ein starker Gegner ist und sind dafür belächelt wurden", zollte SC-DHfK-Handballgeschäftsführer Karsten Günther dem Gegner Respekt.

Die Rostocker begannen druckvoll und zeigten keine Scheu vor dem Tabellenersten. Die Flut der Blau-Gelben rollte immer wieder auf das Tor von Felix Storbeck zu. Drei Mal musste der DHfK-Keeper hinter sich langen, bevor Lucas Krzikalla in der 5. Minute mit dem 3:1 fürs erste Tor der Gäste sorgte. Kurz darauf waren die Jungs von Chefcoach Christian Prokop im Spiel. Das Team konsolidierte sich und verkürzte den Rückstand. In der 12. Minute war es Krzikalla der einnetzte und damit für den 5:5-Gleichstand sorgte. Doch Rostocks 2,06-Meter-Hüne Patrik Hruscak traf zum 6:5. Umgehend glich Phillip Weber aus.

Den ersten Siebenmeter der Partie bekam Empor: Tom Wetzel prüfte die Latte statt Schlussmann Storbeck. Nachdem im Gegenschlag Alen Milosevic zu Fall gebracht wurde, entschied das Schiedsrichtergespann auf Strafwurf. Weber verwandelte souverän und brachte die Leipziger erstmals in Führung. Einige Minuten später dann Schockstarre beim DHfK: Franz Semper ging zu Boden und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, hielt sich das Knie, musste anschließend erstmal von der Platte. „Wie es dem Knie geht, da müssen wir mal schauen. Das kann ich noch nicht sagen", so der Jungprofi nach dem Abpfiff. „Das war ein Ostderby, da ist es nie leicht. Da wird hart gespielt.“

Torwart-Albtraum Vyron Papadopoulos

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Fünf Sekunden des Schluss hielt Felix Storbeck den entscheidenden Siebenmeter und sicherte dem DHfK so den Sieg.

Quelle: Rainer Justen

Nach einem Siebenmeter für Rostock, der wieder an die Latte statt in die Maschen ging, jagte Weber vor das Tor der Hausherren und erzielte das 7:9. Rostock glich binnen zwei Minuten aus, aber erneut war es Weber, der an seiner Torbilanz feilte und das 9:10 machte. Vyron Papadopoulos traf anschließend vom Punkt: Gleichstand. Der Grieche hatte ein glückliches Händchen: Noch vor dem Pausentee verwandelte er zwei weitere Strafwürfe. So auch den letzten, fünf Sekunden vor dem Pfiff gegen Henrik Ruud Tovas. Mit 14:14 ging es in die Unterbrechung.

Franz Semper zur packenden Atmosphäre: „Das war Wahnsinn hier vor den 3000 Leuten. Und unsere 30 haben auch richtig Stimmung gemacht.“ Und die Handballfans in der Halle sollten auch nach dem Seitenwechseln ein packendes Derby geboten bekommen. Rostocks Papadopoulos begann genau so, wie er aufgehört hatte: Mit einem Siebenmeterwurf zum 15:15. Die Partie blieb weiter extrem schnell und druckvoll aber auch fahrig und unübersichtlich auf beiden Seiten. Die Führung wechselte hin und her. Die Schiedsrichter hatten bisweilen Schwierigkeiten den Überblick zu behalten, waren sich auch untereinander nicht immer einig.

Rostock liegt hinten, kämpft sich aber wieder ran

Aus spitzem Winkel legte Lukas Binder in der 41. Minute das 18:19 vor. Bastian Roschek legte nach und schon nahm Rostocks Trainer Aaron Ziercke ob des ungewohnt „hohen“ Zwei-Punkte-Vorsprungs eine Auszeit. Im Anschluss verkürzten Patrik Hruscak und Roman Becvar im Sekundenabstand, schon stand es 20:20. Maximilian Janke brachte nach einer weiteren Auszeit den DHfK nach vorn. Leipzigs dritter Siebenmeter durch Philipp Pöter landete in der 47. Minute zum 20:22 in den Maschen.

In der 49. Minute trat Papadopoulos dann zum sechsten Mal an den Punkt. Storbeck konnte vereiteln, allerdings kam der Grieche noch an den Ball und verkürzte im Nachwurf. Semper, mit einem dick verbundenen Knie, jagte in der 53. das Rund zwischen die Pfosten: 21:24. Erstmals hatte die Prokop-Sieben eine Drei-Tore-Führung. Rostock revanchierte sich aus dem Rückraum.

Die Nordlichter gönnten sich keine Ruhe, agierten auch in der Verteidigung sehr offensiv. Empor gelang es auf 25:26 zu verkürzen, da waren noch gute zwei Minuten zu spielen. Doch der angeknockte Semper hielt tapfer dagegen. „Ich werf’ mich da immer voll rein. Klar will ich da auch gewinnen.“ 15 Sekunden vor Schluss, beim Stand von 27:28 zog Trainer Ziercke noch mal die grüne Karte. Mit dem Schlusspfiff zeigten die Unparteiischen noch einen 7-Meter für Rostock an. Nun hing alles an Papadopoulos und Storbeck. Gehalten! Der SC DHfK erkämpft sich in einer hochspannenden Partie einen 28:27-Sieg. „Das war ihr Spiel des Jahres!" freute sich Manager Karsten Günther über einen so stark agierenden Gegner. „Rostock hat stark gespielt und wir haben mit Glück gewonnen.“

Zuwachs beim SC DHfK

Ulrich Streitenberger stand am Sonntag nicht im Aufgebot von Christian Prokop. Während seine Mannschaft in Rostock spielte, saß er nervös in Leipzig. Doch gute zehn Minuten vor dem Spiel kam die freudige Nachricht: Der 33-jährige Linksaußen ist Vater geworden: Sein Töchterchen hört auf den Namen Ella Tilda. In der kommenden Woche sollte Streitenberger also wieder entspannt auf der Platte stehen. In der heimischen Arena geht es am Samstag, dem 28. März, ab 19.30 Uhr gegen die HSG Nordhorn-Lingen.

Statistik:

SC DHfK Leipzig: Tovas (T), Storbeck (T), Semper (5), Emanuel (2), Krzikalla (5), Pöter (2; 2/2), Binder (2), Janke (3), Roschek (2), Weber (5; 2/2), Milosevic (2), Pechstein

Zeitstrafen: 2 Minuten

HC Empor Rostock: Kominek (T), Porath (T), Becvar (2), Barten, Gruszka (1; 0/1), Flödl (2), Wetzel (3), Sadewasser, Papadopoulos (10; 5/7), Zboril, Hruscak (9), Zemlin

Zeitstrafen: 10 Minuten

Johannes Angermann

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