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Spektakel ohne Happy End: THW Kiel zu stark für den SC DHfK

Handball-Bundesliga Spektakel ohne Happy End: THW Kiel zu stark für den SC DHfK

Dieser THW Kiel war eine Nummer zu stark für den SC DHfK Leipzig. Der deutsche Meister gewann am Sonntag in der Arena mit 33:38 (13:21). Die 6327 Zuschauer in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Halle feierten den Aufsteiger trotzdem.

Der Kieler Christian Dissinger (l-r) gegen die Leipziger Sergey Zhedik und Alen Milosevic

Quelle: dpa

Leipzig.  

Die Niederlage leuchtete nach dem Abpfiff deutlich auf der Anzeigetafel. 38 Gegentore sahen darauf die Spieler des SC DHfK Leipzig. Dennoch: Geknickt war beim Aufsteiger niemand. Es wurden nämlich auch 33 eigene Treffer gegen den Deutschen Meister vom THW Kiel angezeigt. Mit einer starken Aufholjagd in der zweiten Halbzeit haben die Grün-Weißen dieses am Ende beachtliche Resultat abgeliefert. Die zweiten 30 Minuten gewann der SC DHfK sogar mit 20:17. „Wir haben uns noch einmal zusammengerissen und wollten uns nicht abschlachten lassen“, sagte Phlipp Pöter.

Der SC DHfK Leipzig ging mit ganz viel Selbstbewusstsein in dieses Spiel gegen einen übermächtigen Gegner. „Wir müssen aggressiv spielen, dann ist definitiv etwas möglich“, hatte Kapitän Lukas Binder als Marschroute ausgegeben. Zumindest in der Anfangsviertelstunde hielten die Grün-Weißen nicht nur mit, sondern gingen auch zweimal beim 1:0 und 2:1 in Führung.

Das war es dann aber auch schon. Der THW trat einmal kurz aufs Gaspedal und zeigte seine internationale Klasse. Vor allem den wurfgewaltigen Rückraum bekam die Leipziger Abwehr nicht in den Griff. Christian Dissinger (11 Tore) und Steffen Weinhold (5 Tore) trafen nach Belieben. Und wenn die Leipziger die beiden Schützen umklammerten, war immer noch ein Pass an den Kreis mit einem weiteren Treffer möglich. Beide Leipziger Keeper bekamen gegen die platzierten Würfe kaum eine Hand an den Ball. „Eine Parade in 30 Minuten ist zu wenig“, merkte DHfK-Coach Christian Prokop an.

Im Angriff ackerten die Gastgeber und holten in der ersten Halbzeit immerhin vier Siebenmeter heraus, Philipp Weber (8 Tore) verwandelte drei Versuche. Sonst hatte der SC DHfK gegen die offensive Deckung seine Probleme. Statt ausgespielter Varianten probierte es der Underdog mit Einzellösungen und scheiterte damit ein ums andere Mal.

Prokop versuchte es nach einer Viertelstunde mit einer ungewöhnlichen Maßnahme. Wie sonst beim Spiel in Unterzahl üblich, nahm er den Torhüter aus der Partie und brachte nun sogar einen siebten Feldspieler. Kiel ließ sich davon nicht beeindrucken und zog Tor um Tor bis zum 13:21 zur Halbzeit davon.

Kapitän Binder setzte in der Kabine zur Mannschaftsansprache an. „Wir müssen die Köpfe hochnehmen“, forderte er. Kämpferisch brauchten sich die Leipziger keine Vorwürfe machen. Sie liefen um jeden Ball und gaben trotz des Rückstandes nicht auf. Die Zuschauer feuerten ihr Team dafür an, waren sich aber spätestens in der 40. Minute beim Stand von 17:27 sicher: Das gibt hier heute eine Niederlage.

Und wie sehr die Fans aber mit ihrer Mannschaft verbunden sind, zeigte ein Zwischenspurt des Aufsteigers in der 45. Minute. Plötzlich führte Kiel nur noch mit 31:26 und rund 6000 Besucher standen, schrieen und klatschten für den SC DHfK. „Das haben wir mitbekommen, das war richtig geil“, so Binder. Vielleicht kommen nächste Woche gegen Nettelstedt 5000 Zuschauer wieder, hofft er.

Weber setzte in der 50. Minute mit seinem achten Tor zum 27:31 noch einen drauf. Milos Putera im Leipziger Tor hatte zuvor für einige Minuten seine Paradeform der vergangenen Wochen wieder aufblitzen lassen. „Am Ende waren wir nicht körperlich genug, um gegen Leute wie Dissinger zu bestehen. Mit fünf Toren Unterschied kann ich aber gut leben“, meinte Weber.

Kiel hatte nach dem Spiel viel Lob für den Aufsteiger parat. THW-Geschäftsführer Thorsten Storm: „Vereine wie Leipzig braucht die Bundesliga. Respekt vor der Arbeit, die hier geleistet wird.“ Der Manager kritisierte allerdings die Unparteiischen. „Es gab Situationen, wo sich unsere Spieler nicht mehr auf die Schiedsrichter einstellen konnten, da wünsche ich mir mehr Ausgewogenheit.“ Das habe nichts mit Leipzig zu tun und sei Kiel zuletzt schon häufiger passiert.

Und Trainer Alfred Gislason wünschte dem SC DHfK, dass er jetzt alle Heimspiele der Saison gewinnt. Nicht ganz uneigennützig: Ein Niederlage der Rhein-Neckar-Löwen in Leipzig würde dem THW im Kampf um die Meisterschaft helfen.

SC DHfK Leipzig : Putera, Storbeck - Semper 1, Steinert 2, Jurdzs 1, Krzikalla 3, Pöter 6, Binder 3, Roscheck 1, Weber 8/7, Zhedik 1, Meschke 2, Milosevic 2, Oehlrich, Sommer 3

THW Kiel : Landin, Katsigiannis, Duvnjak 6, Toft Hansen 2, Mamelund, Sprenger, Weinhold 5, Dissinger 11, Ekberg 7/1, Anic 4, Canellas 2, Klein, Vujin 1, Dahmke, Opera

Siebenmeter : SC DHfK 8/7 , THW 2/1

Zeitstrafen : SC DHfK 6 Minuten, THW 6 Minuten

Zuschauer : 6327

Von Matthias Roth

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