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Sprung auf Platz 5: SC DHfK Leipzig gewinnt gegen TBV Lemgo

Handball-Bundesliga Sprung auf Platz 5: SC DHfK Leipzig gewinnt gegen TBV Lemgo

Der SC DHfK Leipzig mischt weiter die 1. Bundesliga auf: Am Sonntag gewannen die Grün-Weißen mit 32:27 gegen Lemgo und klettern auf den fünften Tabellenrang.

Führte den SC DHfK zum Sieg: Lukas Binder.

Quelle: Modla

Leipzig. Der SC DHfK Leipzig bleibt in der stärksten Handballliga der Welt weiter oben dran und klettert sogar auf Tabellenrang fünf. Die Grün-Weißen setzten sich am Sonntagnachmittag völlig verdient 32:27 (15:12) gegen den TBV Lemgo durch. 3641 bestens gelaunte Zuschauer in der Arena sahen Gastgeber, die sich nach nervösem und etwas zerfahrenem Beginn immer weiter steigerten und ihrem Gegner vor allem im ersten Teil der zweiten Hälfte den Zahn zogen. Riesenjubel gab es nach dem Abpfiff im Übrigen nicht nur über den Sieg, sondern über drei Vertragsverlängerungen. Milos Putera (bis 2019), Jens Vortmann und Trainer Christian Prokop (bis 2021) bleiben dem Verein noch lange erhalten.

Während sich die Fans darüber noch freuten, ging der Coach in Sachsen Spielanalyse recht schnell und sachlich zur Tagesordnung über. "Es war für uns ein richtungsweisendes Spiel. Beide Mannschaften sind vom Kader und den Spielanlagen her vergleichbar. Es war deshalb heute wichtig, dass wir geduldig gespielt und mentale Stärke gezeigt haben", so der Trainer.

Schon häufig hatte Christian Prokop betont, dass in Sachen Torhüter oft sein Bauchgefühl ausschlaggebend sei. Der Bauch des DHfK-Trainers hatte vor dem Anpfiff pro Milos Putera entschieden, eine Tatsache, die der Kopf nach knapp 12 Minuten korrigierte. Denn der Slowake kam irgendwie so gar nicht in die Partie. Jens Vortmann dagegen führte sich direkt mit zwei Paraden ein und blieb auch im weiteren Verlauf des Öfteren Sieger gegen die TBV-Offensive.

"Vorti, Vorti" schallte es durch die Arena. Denn egal ob freier Wurf, Siebenmeter oder Knaller aus dem Rückraum, der 29-Jährige hatte auf alles eine Antwort parat. Völlig zu recht kassierte er von Prokop später ein Sonderlob. "Es ist natürlich immer unser Ziel, der Mannschafts als Torhüterteam einen guten Rückhalt zu bieten", bezog Vortmann später seinen Kollegen Putera mit in seine persönliche Leistung ein. "Das hat heute gut geklappt."

Drei Tore Vorsprung zur Pause

Die Macht im Tor war einer der Gründe für das grün-weiße 15:12 zur Pause und den späteren Sieg. Ein anderer war das Tempospiel, in das die Hausherren nach einigen Anlaufschwierigkeiten gegen Ende der ersten Hälfte hineinfanden. Aufmerksam und blitzschnell nutzten die Hausherren kleinere Patzer der Gäste. Christoph Steinert war so beispielsweise gleich zwei Mal hintereinander per Tempogegenstoß erfolgreich. "Es war wichtig, dass wir Geduld bewiesen und nicht den Kopf verloren haben. Wir haben auf Fehler gewartet."

Zitat des Tages

Franz Semper: "Wir sind froh, in einem Duell der Abstiegskandidaten zwei Punkte geholt zu haben."

Personell agierte der SC DHfK in den ersten 30 Minuten äußerst variabel. Fast schien es, als suche der Coach nach dem durchwachsenem Beginn nach der geeigneten Formation. Prokop brachte mit Ausnahme von Roman Becvar und den "Reservisten" Thomas Oehlrich und Sebastian Naumann alle zur Verfügung stehenden Akteure ins Spiel. Vor allem im Rückraum wurde permanent rochiert. Andreas Rojewski präsentierte sich einmal mehr engagiert aber unglücklich im Abschluss.

Niklas Pieczkowski dagegen spielte schnörkellos und setzte sehenswerte Treffer. Max Janke legte einen wie immer soliden Auftritt hin. Aivis Jurdzs steigerte sich im Spielverlauf deutlich. Franz Semper wagte viel, rackerte, kämpfte, blieb beim Wurf aber zunächst ohne Fortune. In der 36. Minute platzte der Knoten dann endlich. "Es ist eine große Genugtuung, dass es heute mal wieder gut geklappt hat", freute Semper sich später. "Das stärkt auf jeden Fall das Selbstbewusstsein für die nächsten Spiele."

Der TBV war ausschließlich über die Außen Patrick Zieker und Tim Hornke sowie Tim Suton gefährlich. Vor allem Letzterer brachte die Leipziger Defensive im gesamten Spielverlauf immer wieder in Bedrängnis. Darüber hinaus gab es nicht allzu viel, worüber sich Lemgos Coach Florian Kehrmann freuen konnte. Denn seinen Jungs fiel gegen gut organisierte Leipziger zu wenig ein. "Wir haben viel zu viele Fehler gemacht und unsere erarbeiteten Chancen leichtfertig vergeben", so der ehemalige Weltklasse-Handballer. Immer unruhiger tigerte er im weiteren Spielverlauf an der Seitenlinie auf und ab, die grüne Karte für eine mögliche nächste Auszeit stets in der Hand. Bei einer der Szenen der Partie konnte er sich nur ratlos am Kopf kratzen: Hornke versuchte Vortmann beim Siebenmeter zu überlupfen. "Vorti" sprang hoch und wehrte den Ball nicht einfach ab. Er fing ihn, mit einer Hand. Höchststrafe für den Mann am Punkt.

Fans gewohnt lautstark

Die Gastgeber lieferten jetzt eine souveräne Leistung ab. Mit den gewohnt lautstarken Fans im Rücken agierten sie konzentriert, bauten den Vorsprung peu a peu aus, nicht ohne für das eine oder andere Highlight zu sorgen. So brachte Benjamin Meschke den Ball in der 48. Minute zum 26:20 im Kasten unter, in Rücklage und ohne einen Blick auf's Tor. Die Fans trampelten und schrien ihre Begeisterung heraus. In der Schlussphase leisteten sich die Hausherren dann doch noch den einen oder anderen Schnitzer im Abschluss. "Das war ärgerlich", kommentierte Benjamin Meschke, der ansonsten ein positives Fazit zog. "Ich denke, wir waren heute die deutlich effektivere Mannschaft." Der Höhe des längst sicheren Sieges war das kleine Tief gegen Ende zwar abträglich, der guten Stimmung in der Arena nicht.

Schlechte Laune herrschte dagegen bei Florian Kehrmann. Der gratulierte zwar artig zum Sieg und bezeichnete den Leipziger Erfolg auch als verdient, hatte aber ansonsten allerlei Beschwerden vorzubringen, und zwar in erster Linie gegen DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther. Der sei zur Lemgoer Mannschaftsbank gerannt, habe außerdem ständig Einfluss auf das Kampfgericht genommen. "Ich bin mal gespannt, was die HBL dazu sagt", so der TBV-Coach.

Antje Henselin-Rudolph

Leipzig : Vortmann; Putera; Semper (2); Steinert (5/2); Rojewski (1); Jurdzs (8); Binder (6); Janke (2); Pieczkowski (4); Roscheck; Meschke (2); Becvar; Milosevic (2).
Lemgo : Wyszomirski; Maier; Mansson (2); Kogut; Ramba; Theuerkauf; Hornke (5/1); Stenbäcken (2); Hermann (4); Suton (9); Valiullin; Zieker (5); Ebner; Skroblien; Höning.
Siebenmeter : Leipzig 2/3; Lemgo 1/3.
Strafen : Leipzig 5; Lemgo 5.

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