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Starke Leistung: SC DHfK bietet Meister Kiel und FC Barcelona Paroli

"Unser Norden"-Cup Starke Leistung: SC DHfK bietet Meister Kiel und FC Barcelona Paroli

Nach dem Gewinn des Heide-Cups präsentierte sich Bundesliga-Aufsteiger SC DHfK Leipzig auch beim „Unser Norden“-Cup bärenstark. Am Ende reichte es gegen Meister THW Kiel (21:24) und Champions-League-Sieger FC Barcelona (21:31) aber nicht zu einem Sieg.

Beim "Unser Norden"-Cup hinterließ der SC DHfK Leipzig eine starke Visitenkarte.

Quelle: Oliver Ruhnke

Kiel. Eine Halbzeit lang verkaufte sich der Aufsteiger vor rund 8200 Zuschauern hervorragend, dann zog der deutsche Handballrekordmeister davon. Beim Kieler „Unser Norden“-Cup konnte der SC DHfK Leipzig im Auftaktmatch zunächst gut mithalten, musste nach seiner 13:12-Führung in der auf zweimal zwanzig Minuten verkürzten Partie allerdings nach der Pause den THW Kiel mit 21:24 den Vortritt lassen. Der Gastgeber, der sieben neue Spieler integrieren muss, kam schwer in Fahrt, da die Leipziger besonders über Aivis Jurdzs (3) und Linksaußen Lukas Binder (4) immer wieder Nadelstiche setzten. Zudem konnte Felix Storbeck, den in der zweiten Halbzeit Milos Putera zwischen den Pfosten ablöste, vier Bälle halten.
 
Die Leipziger überraschten die zunächst zu statische Kieler Deckung mit beweglichem Angriffsspiel. Bevor die Kieler erwachten, hatte Alen Milosevic schon zwei seiner drei Treffer versenkt. Nach elf Minuten nahm THW-Trainer Alfred Gislason die erste Auszeit, da führten die Gäste schon 14:14. Anschließend pirschten sich die Kieler aber heran, und beim 18:14 Mitte der zweiten Halbzeit war die Frage, wer diese Partie gewinnen würde, geklärt. Die weiteren Treffer der munter durchwechselnden Leipziger erzielten Christoph Steinert, Maximilian Janke, Sebastian Greß, Marvin Sommer (je zwei), Philipp Pöter, Bastian Roschek und Benjamin Meschke (je einen).

Leipziger sammeln Sympathien beim Publikum

Im zweiten Spiel gegen den späteren Turniersieger FC Barcelona (21:16 gegen Kiel) lag der SC DHfK zunächst schnell mit 0:3 in Rückstand. Die Spanier spielten ihre körperlichen Vorteile aus und wirkten spritziger, obwohl sie erst seit einer Woche im Training sind. Tore auf beiden Seiten wurden gut herausgespielt, in der Anfangsphase viel über den Kreis. Nach schneller Auszeit kamen der Leipziger besser ins Spiel und hielten einen Zwei-Tore-Rückstand. Barcelonas Mittelblock mit Sorhaindo und Morros rückte bei vielen Angriffen nicht konsequent genug heraus und ermöglichte Leipzig freie Würfe aus dem Rückraum. Jallouz zeigte eine starke Leistung in der Rückraum-Mitte und sorgte so dafür, dass der SC DHfK nicht näher herankam. Auch Saric im Barca-Tor präsentierte sich mit sechs Paraden in der ersten Halbzeit ganz stark. Interessant für die Bundesliga-Saison: Leipzig spielte in Unterzahl mit sechstem Feldspieler.

Die Halbzeitführung von 16:12 für Barcelona war bereits deutlich, auch in der zweiten Halbzeit zeigten sich die Katalanen überlegen, insgesamt variabler und mit mehr Tempo, auch in der Abwehr zunehmend aggressiver. Leipzig wirkte müde und fiel nach einer halben Stunde im Angriff nicht mehr viel ein. Aufgrund zu vieler schlechter Abschlüsse zog Barca klar davon. Die kleine Leipziger Fankolonie ließ sich davon nicht abschrecken und feuerte ihr Team immer wieder an. In der Halle waren die Sympathien klar auf Seiten des SC DHfK. Am Ende siegte der Champions-League-Sieger gegen den Bundesliga-Aufsteiger deutlich mit 31:21.

"Nicht vor Ehrfurcht erstarrt"

"Ich denke, wir haben uns gut aus der Affäre gezogen", sagte DHfK-Manager Karsten Günther am Abend gegenüber LVZ.de. "Es war natürlich eine Ehre für uns, gegen die beiden stärksten Teams der Welt zu spielen. Aber wir sind nicht vor Ehrfurcht erstarrt." Vor allem mit der hervorragenden Angriffsleistung war er zufrieden. "Darauf können wir aufbauen."

Für die Atmosphäre in der Halle fand Günther kaum Worte. "8000 Kieler Fans haben uns angefeuert", so der DHfK-Manager. Auf einen ähnlichen Hexenkessel hofft er am kommenden Wochenende in der Arena, wenn der SC DHfK beim Pokal-Turnier den TSV Altenholz empfängt und am Tag darauf bei einem Sieg auf den Gewinner der Partie Füchse Berlin gegen SG LVB trifft. Zum Liga-Auftakt empfangen die Leipziger am 23. August dann den HSV Hamburg.

Gerhard Müller/Robert Nößler

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