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Traumstart für den SC DHfK Leipzig in die 1. Bundesliga

Sieg gegen den HSV Traumstart für den SC DHfK Leipzig in die 1. Bundesliga

Historischer Sieg für den SC DHfK Leipzig: Der Aufsteiger in die 1. Handball-Bundesliga hat sein erstes Spiel gegen den Favoriten vom HSV Hamburg mit 31:27 (15:11) gewonnen. In der Arena feierten 4016 Fans. "So haben wir uns den Start erträumt", sagte Trainer Christian Prokop.

DHfK siegt gegen den HSV.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Was für ein Auftakt in die 1. Handball-Bundesliga: Genau 50 Sekunden dauert es am Sonntagnachmittag, dann ist der erste Ball des SC DHfK im Netz des Gegners. Lukas Krzikalla erzielt nicht nur das 1:0 sondern auch das Premierentor für die Leipziger in der stärksten Liga der Welt - ein Treffer für das Vereinsgeschichtsbuch. Der Rechtsaußen hatte das nach dem Abpfiff noch gar nicht registriert. "Das für mich natürlich sehr schön", sagt er nach einem Hinweis. Es sei aber egal, wer das Tor geworfen hat. "Das war heute Leidenschaft pur, da hat jeder für jeden gekämpft", so Krzikalla.

Am Montagabend (03.08.2015) hat der SC DHfK Leipzig sein Bundesliga-Team offiziell vorgestellt. Geschäftsführer Karsten Günther sprach dabei über bisher Erreichtes und über die schwere Herausforderung Klassenerhalt. Fotos: Christian Modla

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Die Gastgeber machen nach Krzikallas Treffer ohne Hemmungen weiter, erhöhen schnell auf 3:0 und überraschen den HSV mit einem Blitzstart. Felix Storbeck danach ganz frech beim Siebenmeter gegen Weltstar Hans Lindberg: Der DHfK-Keeper stellt sich weit vor sein Tor und provoziert einen Heber, den der Däne an die Latte setzt. Storbeck brüllt seine ganze Anspannung heraus, die 4016 Fans in der Halle schreien mit.

Die Gäste holen den Aufsteiger anschließend mit einer Serie schnell zurück auf den Boden und gehen mit 4:3 in Führung. Das Spiel kippt nicht, auch wenn HSV-Keeper Johannes Bitter den ein oder anderen Ball schon einmal aus dem Rückraum einfach fängt. Krzikalla lässt sich davon nicht beeindrucken und verlädt Bitter in der 20. Minuten ganz cool von außen mit einem Wurf in die kurze Ecke zum 10:7. Die Hanseaten sind anschließend besonders dann gefährlich, wenn Pascal Hens ungehindert aufsteigen darf und einen seiner gefürchteten Rückraumbälle absendet. "Da hat er Schneisen in unsere Deckung geschlagen", meint Prokop. Die Leipziger Abwehr bekommt den 35-Jährigen zunehmend besser in den Griff.

Als ob die Zuschauer nicht schon genug begeistert sind, legen die Grün-Weißen drei Minuten vor der Pause noch eine Schippe drauf. In Unterzahl trifft Aivis Jurdsz gleich zweimal hintereinander und Krzikalla legt mit der Halbzeitsirene zum 15:11 nach. "Was hier gerade passiert ist unfassbar", sagte der verletzte Philipp Weber.

HSV mit Reserven als Team

Der HSV präsentiert sich wie schon bei der Pokalpleite gegen Nordhorn-Lingen mit starken Einzelspielern aber nicht als gefestigtes Team. Zehn Spieler musste Trainer Michael Biegler vor der Saison integrieren. Schwer wirken auch die acht Abgänge. Stars wie Kentin Mahé, Henrik Toft Hansen und Petar Djordjic zog es zur SG Flensburg-Handewitt. "Die Mannschaft braucht ihre Zeit, alle Fehler bitte am Trainer festmachen", stellt sich der Coach vor seine Männer.

Über die Leistung gegen die Leipziger ist er dann aber doch sauer. "Das war mir zu deutlich heute", so Biegler. Der SC DHfK habe seine Angriffe geduldig ausgespielt, seine Hamburger oft schon nach wenigen Spielzügen abgeschlossen. "Wir sind über unsere eigenen Fehlleistungen gestolpert", findet Biegler.

Was die Fans in der Pause noch nicht recht glauben wollen, wird in der zweiten Halbzeit immer wahrscheinlicher: Ein Sieg des SC DHfK. Auch eine doppelte Unterzahl bringt die Leipziger nicht ins Hintertreffen. Ganz im Gegenteil, Maximilian Janke baut die Führung in der 46. Minute sogar noch auf 22:16 aus. Zusätzliche Erfolgsgaranten: Milos Putera mit seinen Paraden im Tor und Marvin Sommer vom Siebenmeterpunkt. Drei DHfK-Versuche bleiben zuvor erfolglos. Zwei Fahrkarten steuert Philipp Pöter bei. "Da hat sich Bitter gut unsere Videos angeschaut", meint der routinierte Siebenmeter-Schütze.

Milosevic lässt sich tackern

Und wie sehr sich die Leipziger Spieler gegenseitig motivieren, zeigt Alen Milosevic. Er musste mit einem Cut an der Schläfe vom Parkett, ließ sich anschließend tackern und spielte die Partie danach mit einem Kopfverband zu Ende. Milosevic nimmt trotz seiner Blessur eine große Portion Selbstbewusstsein mit in die nächsten Spiele: "Wenn unsere Abwehrleistung so tadellos bleibt, werden auch noch andere Mannschaft hier Punkte lassen."

In der Schlussphase ließ sich der Neuling nicht mehr überraschen und feierte am Ende einen verdienten 31:27-Sieg. "Ich hatte nie Angst, dass die Kraft nicht reicht. Wir haben eine gute Vorbereitung absolviert", sagt Prokop.

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Putera - Steinert 6, Jurdsz 6, Krzikalla 4, Pöter 5, Binder 3, Janke 1, Sommer 2/2, Roscheck 1, Remke, Meschke, Milosevic 3, Naumann, Oehlrich, Greß

HSV Hamburg: Bitter, Vortmann - Schmidt, Mortensen 5, Flohr 1, Grabarczyk, Damgaard 2, Brozovic 2, Lindberg 7/5, Hens 4, Pfahl 5, Feld 1, Schröder, Nenadic, Wetzel, Jaanimaa

Zeitstrafen: SC DHfK 8 min, HSV 10 min

7m: SC DHfK 5/2, HSV 6/5

Zuschauer: 4016

Schiedsrichter: Fabian Baumgart/Sascha Wild (Altenheim/Elgersweier)

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