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Zweite Bescherung bleibt aus: SC DHfK Leipzig verliert enges Spitzenspiel beim TV Bittenfeld

Zweite Bescherung bleibt aus: SC DHfK Leipzig verliert enges Spitzenspiel beim TV Bittenfeld

Sie zupften an der Schleife, kratzten eine Halbzeit lang am Geschenkpapier, aber am Ende blieb das erhoffte Weihnachtsgeschenk für die Zweitliga-Handballer des SC DHfK Leipzig im Karton.

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SC-DHfK-Trainer Christian Prokop blieb in Bittenfeld ein nachträgliches Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk verwehrt (Archivfoto).

Quelle: Peter Endigdpa

Stuttgart/Leipzig. Beim Spitzenspiel am Freitagabend war der TV Bittenfeld für den ersatzgeschwächten Tabellenführer einfach nicht zu knacken.

Mit 28:32 (15:17) mussten sich die Grün-Weißen am Ende vor 6211 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche-Arena geschlagen geben. Phlipp Pöter war mit acht Toren, davon vier verwandelte Siebenmeter, erfolgreichster Leipziger Werfer. Bei den Gastgebern trafen Dominik Weiß, Michael Schweikardt und Lars Friedrich je fünfmal. Die Hausherren verkürzten mit dem Sieg den Abstand zum Spitzenreiter auf zwei Punkte und verwehrten DHfK-Trainer Christian Prokop (wurde an Heiligabend 36) und Kreisspieler Alen Milosevic (25) so auch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk.

Knappe Führung in der ersten Halbzeit verspielt

"Die Jungs haben super gekämpft. Wir haben hier 60 Minuten lang auf Augenhöhe gespielt und das Ding lange offen gehalten", konnte Co-Trainer André Haber der dritten Saison-Niederlage etwas Positives abgewinnen. "Am Ende entscheiden Kleinigkeiten: Sei es unser Überzahlspiel, das nicht so geklappt hat. Sei es der ein oder andere Wurf des Gegners aus der Halbposition, den wir nicht kosequent genug verhindert haben."

Ohne vier verletzte Stammkräfte war der SC DHfK nach Baden-Württemberg gereist und vor allem in der ersten Halbzeit nah dran am Auswärtssieg. Die zweite Garnitur der Grün-Weißen brachte das im Rückraum bärenstarke Ensemble der Bittenfelder immer wieder in Bedrängnis und kämpfte mit offenem Visier. 3:2, 6:4, 7:6 – die knappe Führung hielt bis zur Mitte des ersten Durchgangs.

Dann übernahm das Team von Trainer Jürgen Schweikardt das Zepter und bestrafte vor allem die Leipziger Schwächen in Überzahl. Das war für Kapitän Lukas Binder aber nir einer der entscheidenden Faktoren. "Insgesamt haben wir das Spiel in der Abwehr verloren, weil wir unsere Torhüter heute nicht genügend unterstützt haben." Der SC DHfK kämpfte sich nach 8:12-Rückstand immerhin wieder auf 14:14 ran und blieb auch zur Pause mit 15:17 in Schlagdistanz.

Vergebene Siebenmeter verhindern Ausgleich

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Alen Milosevic vom SC DHfK Leipzig im Angriff gegen den TV Bittenfeld (Archivfoto).

Quelle: Elmar Keil

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich das Topspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag zu einem waschechten Handball-Krimi. Ausgerechnet in dieser wichtigen Phase versagten den Leipzigern die Nerven. Mehrere vergebene Siebenmeter verhinderten den Anschlussstreffer nach zwischenzeitlichem 21:23 und 25:27. Die Bälle landeten entweder an der Latte oder in den Armen des Torhüters. "Bei einem Quäntchen mehr Cleverness im Abschluss wär' eine Überraschung drin gewesen. Da müssen wir besser werden", befand Coach Prokop, der mit der kämpferischen Leistung seiner jungen Mannschaft zufrieden war.

Letztlich war auch die starke Physis der Bittenfelder entscheidend, die acht Zeitstrafen und eine rote Karte gegen Richard Sundberg kompensieren konnten. Coach Schweikardt resümierte: "Wir wussten, dass die Leipziger einige personelle Probleme besitzen und wollten sie müde spielen. Doch der Gegner ist immer wieder zu einfachen Toren gekommen und dran geblieben. Letztendlich haben vor allem unsere Wechselspieler und Dragan Jerkovic das Spiel entschieden. Wir mussten - bei den Voraussetzungen - gewinnen." Mit vier Toren Vorsprung fuhren die Hausherren aus der 4400-Seelen-Gemeinde vor den Toren Stuttgarts den Sieg am Ende verdient ins Ziel - die Fans in der ausverkauften Porsche-Arena feierten es mit Wunderkerzen und Pyrotechnik.

"Die Stimmung ist jetzt nicht total gedrückt. Denn wir wussten, dass Bittenfeld heute der Favorit ist", sagte Binder, der trotz der Niederlage "relativ zufrieden" war. Er richtete den Fokus nach der Partie bereits auf den kommenden Montag. Dann kommt der Tabellen-16. TUSEM Essen zum letzten Heimspiel des Jahres vor der WM-Pause in die Leipziger Arena (Anpfiff: 19.30 Uhr). Gut 2000 Tickets für die Partie sind bereits verkauft. Binder: "Das müssen wir unbedingt gewinnen.

TV Bittenfeld:

Müller, Jerkovic; Schimmelbauer (4), Schöbinger, Nils Kretschmer (3), Weiß (5), Schweikardt (5/4), Friedrich (5), M'Bengue (4), Baumgarten (2), Sundberg, Seiz (1/1), Finn Kretschmer (3)

SC DHfK:

Tovas, Storbeck; Naumann (1), Semper (2), Streitenberger, Krzikalla (4), Pöter (8/4), Oehlrich (2), Binder (4), Greß (2), Boese (2/2), Milosevic (2), Pechstein (1)

Siebenmeter:

Bittenfeld 5/5, Leipzig 8/6

Zeitstrafen:

Bittenfeld 16 Minuten, Leipzig 10 Minuten

Disqualifikation:

Richard Sundberg (Bittenfeld)/50. wg. dritter Zeitstrafe

Robert Nößler / Frank Schober

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