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Olympia-Segelrevier in Rio weiter stark belastet

Olympia Olympia-Segelrevier in Rio weiter stark belastet

Neue Wassertests des Olympia-Reviers der Segler in Rio zeigen: Die Regatta-Kurse auf See sollen weiter stark mit Krankheitserregern verseucht sein. Müssen die Wettbewerbe am Ende verlegt werden?

Rio de Janeiro. Neue Wasseruntersuchungen im Segelrevier von Rio de Janeiro erhöhen den Druck auf die Organisatoren der Olympischen Spiele 2016.

Neue Tests im Auftrag der US-Nachrichtenagentur AP ergaben, dass neben der umstrittenen Guanabara-Bucht auch das Wasser für die Segelkurse weiter draußen auf See stark mit Krankheitserregern verseucht seien. Dem Magazin "Business Insider" sagte die Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Universität Texas, Kristina Mena: "Wir sprechen über ein extremes Umfeld, in dem die Verschmutzung so hoch ist, dass (...) die Chance einer Infektion sehr wahrscheinlich ist."

Mena betonte, die Virenkonzentration sei auch einen Kilometer entfernt von der Küste so hoch, dass bei einem ähnlichen Vorkommen in den USA oder Europa die Behörden Strände und Gewässer wohl sofort schließen würden. Allerdings baden auch in Rio die Menschen nicht in diesem Gewässer - durch den Kanal Richtung Hafen und hineingeleitete Abwässer ist das Wasser der im Schatten des Zuckerhuts gelegenen Bucht stark verschmutzt.

Die Organisatoren lehnen eine Verlegung bisher ab und wollen mit Spezialbooten und Barrieren Bedingungen schaffen, die die Gesundheit der Athleten nicht gefährdet. "Keine Chance", hatte im Oktober Rios Bürgermeister Eduardo Paes der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage geantwortet, ob eine von Verbänden ins Spiel gebrachte Verlegung in das 190 Kilometer nördlich von Rio gelegene Segelrevier von Buzios eine Alternative sein könnte.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und mehrere Sportverbände haben eigene Wasseranalysen angekündigt - gibt es im Frühjahr ähnliche Befunde wie bisher, dürfte sich der Druck für eine Verlegung massiv erhöhen. Ein weiteres Problem: Durch den nahe gelegenen Stadtflughafen könnte die Arbeit von Kameradrohnen beeinträchtigt werden - hinzu kommt der Lärm.

Der Berliner 49er-Steuermann und Europameister Erik Heil hatte sich nach der Testregatta durch multiresistente Bakterien Wundinfektionen zugezogen - die Organisatoren wiesen aber den Vorwurf zurück, diese könne der Wasserqualität geschuldet sein.

dpa

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