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Aue feiert 1:0 gegen Frankfurt

DFB-Pokal in Aue Aue feiert 1:0 gegen Frankfurt

Nach der Pokalsensation gegen Eintracht Frankfurt feiert der Drittligist das erstmalige Erreichen des Achtelfinals. Die Auer freuen sich über eine satte Prämie. Matchwinner war Stürmer Max Wegner, der gegen den Bundesligisten eine unheimliche Serie beendete.

Euphorisch jubeln die Auer nach dem geschafften Pokalwunder.

Quelle: imago sportfotodienst

Aue. . Nach der Pokalsensation in Aue: Rechts neben dem Spielertunnel mussten die Frankfurter Spieler ihre 0:1-Pleite erklären. Sie stehen da wie geprügelte Hunde, der Frust ist ihnen anzusehen und anzuhören. „Das war eine Frechheit von uns“, schimpfte Stefan Aigner. „Es ist nicht leicht, sachlich zu bleiben“, gestand Trainer Armin Veh. Alex Meier starrte ins Leere, stellte mit leiser Stimme fest: „Natürlich ist das schlecht, das gibt wieder kein Selbstvertrauen.“

Links vom Spielertunnel hielten die Kicker aus Aue Hof. Was für ein Gegensatz. Die Köpfe nach oben, grinsend, in Redelaune. Es gibt staatstragende Statements, Max Wegner etwa: „Für uns ist es wichtig, dass wir endlich den Torfluch beendet haben.“ Der Stürmer hatte die 491 Minuten lange Torlos-Serie mit seinem Treffer (74.) beendet und Aue eine Runde weiter geschossen. Oder erstaunliche Geständnisse, wie das von Routinier Christian Tiffert : „Ich hätte nach 45 Minuten in der Kabine fast gekotzt. Ich glaube, wir haben ein Wahnsinnsspiel gemacht.“ Oder Humor, wie ihn Martin Männel bewies: „Jetzt haben wir zum ersten Mal überhaupt die 3. Runde erreicht, das ist der kürzeste Weg nach Europa.“

Aues Kapitän hätte sich selbst zum Pokalhelden erklären können. Er war lange beschäftigungslos, aber einmal richtig gefordert. Zwei Minuten vor dem 1:0 hat er mit einer Riesen-Rettungstat gegen den durchgebrochenen Alexander Meier seinen Kasten sauber gehalten. „Ich habe lange gewartet und geguckt, was er macht. Er hat geguckt, was ich mache. Der Stürmer ist im Zugzwang. Wenn ich lange stehenbleibe , habe ich gute Chancen, dass er eine Aktion macht, die ich ahne. Genau so war’s“, beschreibt der Keeper die Szene. Aber nein, den Titel „Pokalheld“ gibt er weiter an die Stürmer, einem vor allem. „Mich freut’s extrem für den Max (Wegner), weil er ein richtig gutes Spiel gemacht hat und sich endlich belohnt hat. Alle die in den letzten Wochen auf unsere Stürmer draufgehauen haben, denen kann ich nur sagen, dass wir wirklich gute Stürmer haben. Die leben natürlich auch von ihrem Selbstvertrauen. Aber was man in den letzten Wochen medientechnisch so gelesen, gesehen oder gehört hat, logisch, dass das alles an einem nagt.“

Alles gut jetzt in Aue? Finanziell auf jeden Fall. Die 527000 Euro Prämie fürs Erreichen des Achtelfinals sind laut Vereins-Präsident Helge Leonhardt: „für unsere Budget-Planung enorm wichtig“. Ob es nun auch in der Liga (zuletzt fünf Spiele ohne Sieg!) wieder aufwärts geht, wird sich schon am Freitagabend zeigen. Da geht es für die Auer gegen Wehen Wiesbaden. „Es ist jetzt eine Kunst, nach so einem Spiel wieder in den Alltag zurückzukehren“, sagte Trainer Pavel Dotchev. Auch Männel ist sich offenbar nicht sicher, welchen Effekt das Pokalwunder hat, trat im Freudentaumel vorsichtshalber doch noch auf die Bremse: „Wir brauchen jetzt nicht durchdrehen, wir haben nur die dritte Runde erreicht.“

Auch die Frankfurter wurden schon mit dem Freitag konfrontiert, da empfangen sie in der Bundesliga den FC Bayern. Alexander Meiers Blick ging bei dem Thema ganz nach unten: „Darüber möchte ich jetzt nicht reden.“

 

Von Uwe Köster

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