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"Besser, dass ich draußen bin" - Federer mit Klasse nach Aus

Tennis "Besser, dass ich draußen bin" - Federer mit Klasse nach Aus

Rafael Nadal gegen Juan Martin del Potro lautet das Halbfinale bei den US Open - statt Nadal gegen Roger Federer. Der Schweizer verpasste die Chance auf seinen sechsten Titel in New York. Und sammelte mit offenen Worten anschließend Pluspunkte.

Nach dem umkämpften Match umarmen sich der Schweizer und der Argentinier.

Quelle: Kathy Willens

New York. Roger Federer zeigte nach dem verpassten US-Open-Showdown mit Rafael Nadal seine ganze Klasse. "Juan Martin hat es verdient", sagte der Tennisstar, "ich hätte es nicht verdient. Um ehrlich zu sein, er hat eine bessere Chance gegen Rafa als ich - es ist besser, dass ich draußen bin."

Nur wenige Minuten nach dem überraschenden 5:7, 6:3, 6:7 (8:10), 4:6 im Viertelfinale gegen den Argentinier zählte er offen seine Schwächen auf. Klar hatten fast alle von Anfang an vom möglichen vorgezogenen Endspiel zwischen den zwei in den vergangenen Monaten so imposant auftretenden Tennis-Giganten gesprochen. Klar hatten unzählige Fans dem möglichen, bislang nie da gewesenen Duell der Dauerrivalen Nadal und Federer im größten Tennis-Stadion der Welt entgegengefiebert. Federer nicht.

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Juan Martin del Potro feiert seinen Sieg.

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Der 36-Jährige hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Dass etwas anders ist als bei seinem Australian-Open-Coup und seinem achten Wimbledon-Triumph vor gut sieben Wochen. Er habe sich schon vor dem Match unsicher gefühlt. "Ich wusste das ganze Turnier über, dass ich verlieren würde, wenn ich auf einen guten Gegner treffe", räumte er ein. "Mein Spiel, mein Körper, mein Kopf waren nicht gut genug." Del Potro, an dem Federer 2009 schon im Endspiel der US Open gescheitert war, spielt zum Lohn für seinen Auftritt am Freitag nun gegen Nadal um einen Platz im Finale.

Federers Geständnis über sein mulmiges Gefühl ist menschlich. Weil er wegen seines zwickenden Rückens direkt vor den US Open seine Teilnahme in Cincinnati absagte und sich in New York durch die ersten beiden Runden zitterte, wurde er ständig darauf angesprochen. Er sei auch müde gewesen, sagte der 19-fache Grand-Slam-Sieger. Das habe sich im Kopf festgesetzt. "Endlich kann ich mich ausruhen", habe er direkt beim Verlassen des Arthur-Ashe-Stadions gedacht.

Seine Anspannung war vor lärmenden Fans von Juan Martin del Potro zu spüren. Dem Argentinier gelangen grandiose Vor- und Rückhände in entscheidenden Momenten. Federer servierte Doppelfehler. Seine Schwächen wurden auch in der Art und Weise deutlich, wie er die vier Satzbälle im Tiebreak ausließ. Und wie er, mit einem weit verschlagenen Volley ins Aus dem Gegner den Matchball ermöglichte. "Schrecklich", meinte er selbst dazu.

Immerhin war Federer anders als die verletzten Novak Djokovic, Andy Murray oder Stan Wawrinka in New York zumindest dabei. Wie das Jahr ansonsten verlaufen ist, hilft dem Baseler, die Niederlage zu verdauen: Auch ohne US-Open-Titel Nummer sechs wird die Saison mit dem denkwürdigen Melbourne-Coup nach seiner langen Verletzungspause und dem achten Wimbledon-Triumph eine besondere bleiben.

In der Nacht zum Donnerstag im Billie Jean King Tennis Center sehnte sich Federer ausschließlich nach Ruhe. Mit dem Laver Cup, ähnlich dem Ryder Cup im Golf, will er vom 22. bis 24. September wieder einsteigen, und anschließend in Shanghai, Basel und Paris antreten. Ein Ziel bleibt, Nadal als Nummer eins der Welt abzulösen. Mit einem Halbfinal-Erfolg über den Spanier wäre das passiert.

Mit dem Final-Einzug oder gar dem zweiten US-Open-Titel kann Del Potro jetzt sein Comeback nach drei Handgelenks-Operationen krönen. Auf seinem Weg zum Grand-Slam-Titel 2009 hatte der damals 20-Jährige Nadal im Halbfinale in drei klaren Sätzen bezwungen.

Del Potros spanischer Halbfinal-Kontrahent wurde nach der 6:1, 6:2, 6:2-Lehrstunde für das russische Tennis-Talent Andrej Rubljow fast ausschließlich zu Federer befragt. Auch Boris Becker lauschte angesichts der erwarteten Partie in der fünften Reihe, als Nadal über seine Wertschätzung, den Kampf um die Nummer eins und die außergewöhnliche Rivalität sprach. "Es ist seltsam, dass wir niemals hier gegeneinander gespielt haben", sagte der 31-Jährige. "Es wäre vor allem besonders, wenn wir im Finale gegeneinander spielen. Wir werden wiederkommen und versuchen, das zu schaffen."

dpa

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