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Macho-Attacke von Direktor trübt Finaltag in Indian Wells

Tennis Macho-Attacke von Direktor trübt Finaltag in Indian Wells

Es sollte ein großer Tag werden beim Tennis-Turnier von Indian Wells. Die Finalspiele mit Weltranglisten-Ersten Serena Williams und Novak Djokovic standen an. Doch vor dem ersten Aufschlag verstieg sich der Turnierdirektor zu chauvinistischen Äußerungen gegenüber Frauen.

Indian Wells. Das war viel schlimmer als ein Doppelfehler oder ein vergebener Matchball. Turnierdirektor Raymond Moore hat mit einer Macho-Attacke den Finaltag beim Tennis-Event von Indian Wells getrübt.

In einem Interview beleidigte der Südafrikaner die weiblichen Spielerinnen auf übelste Weise. "Wenn ich eine Spielerin wäre, würde ich jeden Abend auf die Knie gehen und Gott dafür danken, dass Roger Federer und Rafael Nadal geboren wurden. Denn die haben diesen Sport getragen", sagte Moore. Er ergänzte, dass die Internationale Vereinigung der Tennis-Spielerinnen, WTA, sich lediglich "im Schlepptau der Männer" befinde und keine eigenen Entscheidungen treffe. Bei der Siegerehrung überreichte Moore anschließend lächelnd die Kristallvase an die Weißrussin Viktoria Asarenka, die sich mit 6:4, 6:4 gegen Serena Williams durchgesetzt hatte.

Moores Aussagen seien "abfällig und geschmacklos", sagte ATP-Chef Chris Kermode. WTA-Boss Steve Simon bezeichnete Moores Kommentare als "enttäuschend und alarmierend". Mit Moores Macho-Sprüchen konfrontiert, holte auch die Amerikanerin Williams auf der Pressekonferenz zum knallharten Return aus. "Wir Frauen sind einen langen Weg gegangen und sollten niemals vor irgendjemanden auf die Knie fallen", betonte Williams.

"Wenn ich Ihnen sagen sollte, wie oft ich täglich von Leuten angesprochen werde, die mir erzählen, dass sie nur Tennis gucken, wenn meine Schwester Venus oder ich spielen - ich könnte Ihnen nicht einmal die genaue Zahl nennen", meinte die 34-Jährige. Williams sprach von "sehr, sehr, sehr fehlerhaften" Bemerkungen.

Auch Billie Jean King zeigte sich "enttäuscht" von Moores Äußerungen. "Er liegt auf so vielen Ebenen falsch. Jeder Spieler, vor allem die Top-Leute, tragen zu unserem Erfolg bei", schrieb die zwölfmalige Grand-Slam-Siegerin auf Twitter. Herren-Turniersieger Novak Djokovic ermahnte Moore zur Fairness. Die Bemerkungen seien politisch nicht korrekt, sagte er. Zugleich befand der Serbe, dass Männertennis bei den Zuschauern beliebter sei.

Moore entschuldigte sich später bei den Spielerinnen und der WTA für seine "irrtümlichen" Kommentare. Kermode sagte, die ATP setze sich für die Gleichbehandlung beider Geschlechter ein. Zugleich meinte er mit Blick auf Unterschiede bei Preisgeld und Zuschauerzahlen, dass man sich "im Sport- und Entertainmentbusiness" befinde.

Das Herren-Finale wurde zu einer klaren Sache für Djokovic. Zum dritten Mal nacheinander und zum fünften Mal insgesamt gewann der serbische Superstar in der kalifornischen Wüste. Und noch nie hatte er es so einfach wie diesmal. Der Weltranglisten-Erste brauchte gegen den überforderten Kanadier Milos Raonic nur 88 Minuten um 6:2, 6:0. Djokovic ist durch seinen fünften Finalsieg nun Rekordgewinner von Indian Wells. "Dieses Turnier fünfmal zu gewinnen, ist ein fantastischer Erfolg für mein Team und mich", sagte der Schützling von Boris Becker. 

dpa

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