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1. FC Lok Fans sollen Lok Leipzig vor der Insolvenz retten – Präsident Notzon hat OP gut überstanden
Sportbuzzer 1. FC Lok Fans sollen Lok Leipzig vor der Insolvenz retten – Präsident Notzon hat OP gut überstanden
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14:27 01.02.2013

Am Freitag präsentierte das Präsidium neben den beiden Neuzugängen Ronny Surma (Sportfreunde Lotte) und Benjamin Lowens (Torgelower SV Greif) ein Rettungspaket, mit dem der Verein bis zum Saisonende mehrere hunderttausend Euro in die Kassen spülen will. In die Pressekonferenz platzte jedoch eine Hiobsbotschaft: Lok-Präsident Michael Notzon musste auf die Intensivstation des Herzzentrums eingeliefert werden.

„Da scheint in der Nacht etwas vorgefallen zu sein, wir können noch nichts Genaueres sagen“, erklärte Aufsichtsrat-Mitglied Frank Müller, der kurz vor der Pressekonferenz eine entsprechende SMS erhalten hatte. Notzon sei bereits Ende vergangenen Jahres wegen eines Schwächeanfalls im Herzzentrum behandelt worden, berichtete Vizepräsident Bernd Wickfelder sichtlich mitgenommen. Erst am Mittwoch hatte sich der Lok-Chef bereit erklärt, den Verein mit einem Darlehen in fünfstelliger Höhe zu unterstützen. „Wir sind alle geplättet. Aber es muss im Verein jetzt trotzdem weitergehen“, so Wickfelder.

Nach einem Besuch im Krankenhaus am Freitag konnte Wickfelder beruhigen: Bei Michael Notzon sei eine Endoskopie durchgeführt worden. Er habe die OP gut überstanden und sei inzwischen nicht mehr auf der Intensivstation.

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Spieler und Betreuer verzichten auf Hälfte des Gehalts

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz, zu der auch Notzon erwartet worden war, stand weniger das Sportliche als die finanzielle Schieflage des Klubs. „Der Verein steht mit dem Rücken zur Wand“, betonte Wickfelder. Im Saisonetat klafft eine Lücke von rund 300.000 Euro. Ein Großteil der Spieler, Betreuer und Mitarbeiter habe sich deshalb in dieser Woche bereit erklärt, für die nächsten drei Monate auf die Hälfte des Gehalts zu verzichten. Für einige wenige Härtefälle, die auf das Geld dringend angewiesen sind, stehe ein Sozialfonds bereit. Ziel sei es, die Gehälter bis Juni zurückzuzahlen, so der Vizepräsident.

Trainer Marco Rose (links) und Neuzugang Ronny Surma präsentieren das neue Trikot von Lok Leipzig, auf dem sich die Fans mit ihrem Namen verewigen können. Quelle: Christian Nitsche

Zusammen mit Anhängern und Sponsoren schnürte Lok in dieser Woche ein Rettungspaket. So wurde bei der Pressekonferenz ein neues Vereinstrikot für alle Mannschaften präsentiert, auf dem sich insgesamt bis zu 777 Fans für 150 Euro mit ihrem Namen verewigen können. „Wir haben bis heute schon 252 Anmeldungen“, freute sich Frank Müller. Lok-Anhänger können noch bis zum 31. März im Online-Fanshop ihr Namensrecht erwerben. Das Jersey soll bereits beim letzten Saisonheimspiel gegen den ZFC Meuselwitz im Mai Premiere feiern und zwei Jahre lang bei Heimspielen getragen werden. Allein durch diese Aktion rechnet der Klub mit Einnahmen von rund 75.000 Euro.

Benefizspiel gegen Bundesligisten im Plache-Stadion geplant

Die größte finanzielle Hoffnung ruht jedoch auf dem Projekt 500x500, mit dem Kleinsponsoren dazu ermuntert werden sollen, den Verein mit einer Geldspende in Höhe von 500 Euro zu unterstützen. „Wenn wir dadurch 150.000 Euro erreichen, wären wir sehr zufrieden“, so Wickfelder. Auch ein Benefizspiel gegen einen Fußball-Bundesligisten ist derzeit in der Planung. „Gegner und Termin stehen noch nicht fest. Das Spiel wird aber im Plachestadion stattfinden“, versicherte der Vizepräsident.

Beim Nachholspiel am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den VFC Plauen sollen 2500 blau-gelbe „Fähnchen der Hoffnung“ an den Mann gebracht werden. Rund 15.000 Euro erhofft sich Lok davon. „Unsere Fans sind wichtiger Bestandteil der Rettung“, betonte Müller. So seien am Donnerstagabend rund 200 Anhänger zu einem Treffen in die Sporthalle Brüderstraße gekommen, um Ideen zu diskutieren. Auch Trainer Marco Rose stellte sich den Diskussionen.  „Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Leute mit anpacken wollen“, berichtete der Coach.

Neuzugang Surma feiert Debüt gegen Plauen

Der Verein baut auf die Unterstützung seiner Fans, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Quelle: Christian Nitsche

Zum Spiel gegen Plauen hofft der Verein auf ein volles Haus, rechnet mit 3000 Zuschauern „plus X“. Bereits rund 1800 Tickets gingen im Vorverkauf weg. Im Kellerduell gegen die Vogtländer soll auch Innenverteidiger Ronny Surma sein Pflichtspieldebüt im Lok-Trikot feiern. Der 24-Jährige, um den sich Marco Rose persönlich bemüht hatte, löste seinen Vertrag beim West-Regionalligisten Sportfreunde Lotte in der Winterpause auf. Sein Gehalt in Leipzig wird von einem externen Sponsor bezahlt, wie der Coach betonte. „Wir haben eine Konstellation gefunden, die den Verein so gut wie gar nicht belastet“, so Rose.

Der gebürtige Dresdner soll die Ausfälle von Kevin Kittler (Fußverletzung) und den gegen Plauen Rot gesperrten Alexis Theodosiadis kompensieren. „Ich sehe Ronny nicht nur als Alternative, sondern als Stammspieler und Führungsfigur“, richtete der Coach hohe Erwartungen an den Manndecker. Dieser ließ sich bei seinem Wechsel von der angespannten Situation bei Lok nicht abschrecken, wie er versicherte. „Das können wir als Spieler nicht ändern. Damit müssen wir umgehen und uns jetzt auf den Fußball konzentrieren“, so Surma.

Auch Neu-Torhüter Benjamin Lowens (25), der nebenbei jobbt und sich künftig um das Training der Nachwuchs-Keeper kümmern soll, drängt in die erste Elf. Stammkeeper Christopher Gäng, der in der Hinrunde wegen Depressionen in Behandlung war, sei „auf einem sehr guten Weg“, berichtete Rose. „Wir müssen aber alle Eventualitäten ausschließen.“ Wer am Sonntag im Tor steht, da wollte sich der Trainer noch nicht festlegen: „Es wird ganz sicher einer mit Handschuhen sein.“

Robert Nößler

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