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News „Das war ein Traumding“ – Kaisers Freistoßtor für RB Leipzig lässt beide Trainer applaudieren
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10:00 07.10.2014
Dominik Kaiser nach seinem Traumtor gegen Heidenheim. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Klar, er hat Kaisers Traumtor gegen den Karlsruher SC aus ähnlicher Position gesehen, später noch einmal auf Video studiert und seine Männer gewarnt. Dieses Mal liegt der Ball ein paar Meter weiter links und Kaiser geht volles Risiko. „Ich treffe ihn perfekt, der ist schwierig zu halten“, sagt der Mittelfeldzauberer später.

Sein Trainer ist da schon euphorischer. „Das war ein Traumding, mit Vollspann und fliegt auch noch im Bogen. Ich habe keine Ahnung, wie er das macht“, jubelt Alexander Zorniger. Und Schmidt: Er muss tatenlos zusehen, wie der Ball im rechten Winkel neben Torhüter Jan Zimmermann zum Ausgleich einschlägt. Von schlechter Stimmung ist trotz des Gegentores auch nach dem Abpfiff keine Spur: „Da applaudiere ich als Gästetrainer“, versichert der Coach des 1. FC Heidenheim anerkennend.

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Schmidt, Zorniger und Kaiser: Was auf dem Spielfeld ein knallhartes Duell der Aufsteiger war, wird nach dem Abpfiff zu einer Art Klassentreffen. Die Drei kennen sich seit Jahren aus ihrer Heimat in Schwaben. Auf dem Platz sind sie Konkurrenten, nach dem Abpfiff bleiben sie Sportkameraden, die sich schätzen und dem Gegenüber den Erfolg gönnen.

An sein erstes Trainerduell mit Zorniger kann sich Schmidt am Montagabend noch genau erinnern. Kein Wunder. Damals 2007, gerade frisch als Coach beim 1. FC Heidenheim im Amt, gewann er in der Verbandsliga bei Normannia Gmünd mit Coach Zorniger knapp 2:1. In diesem Spiel bereits im Aufgebot von Gmünd: Dominik Kaiser, gerade 19 Jahre alt geworden, allerdings noch auf der Ersatzbank und erst nach einer Stunde eingewechselt. „Er durfte damals noch keine Freistöße schießen, das hat sein Bruder gemacht“, erinnert sich Schmidt. Steffen Kaiser, mit 1,68 Meter noch zwei Zentimeter kleiner als der heutige RB-Star, war für die Standards zuständig. Gegen Heidenheim traf der damals 32-Jährige aber nicht. Schmidt heute ganz diplomatisch: „An alle Spiele gegen Alex erinnere ich mich auch nicht mehr, es steht jetzt bestimmt unentschieden.“ Zumindest in der jüngeren Vergangenheit hat Zorniger die Nase vorn. In der 2. und 3. Liga holte er gegen den FCH einen Sieg und zwei Remis.

Dominik Kaisers Freistöße kommen nicht von ungefähr. Nach dem Mannschaftstraining legt er Extra-Schichten ein und hat einige Kollegen damit angesteckt. „Das ist ein richtiger Wettbewerb geworden“, hat auch Übungsleiter Zorniger beobachtet.  Clemens Fandrich und Zsolt Kalmar machen mit, und neuerdings legt sich auch noch Joshua Kimmich den Ball für eine Sondereinheit bereit. Zorniger beobachtet das genau und es gefällt ihm. „Ich habe nichts dagegen, wenn sie ihre Waffen schärfen“, sagt er. Und ihre Einsatzchancen in der 2. Bundesliga steigen damit. „Wer duschen will, kann duschen gehen, der hat es aber schwerer“, so der Trainer.

Abheben wird Kaiser trotz seiner Traumtore nicht, davon ist Zorniger überzeugt: „Er ist ein Schwabe, geerdet. „Das muss als Erklärung reichen. Eine Anekdote aus der vergangenen Saison hilft. Auf die Frage was er sich von seiner Aufstiegsprämie kaufen will,  antwortete Kaiser: „Ich brauche was fürs Sofa und einen Schrank.“

Frank Schmidt empfängt mit seinem FCH am nächsten Spieltag den 1. FC Kaiserslautern. Eine der Kultfiguren der Pfälzer von einst heißt Harry Koch, er  hatte als Spieler eine lange Lockenmatte auf dem Kopf und feierte mit Schmidt einen legendären Erfolg. Beim TSV Vestenbergsreuth besiegten sie 1994 gemeinsam im legendären Pokalfight den FC Bayern München in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 1:0. Schmidt hielt damals als Libero die Abwehr gegen Stars wie Lothar Matthäus, Mehmet Scholl oder Jean-Pierre Papin zusammen.

Koch wechselte später zu den Roten Teufeln und wurde nach dem Erstligaaufstieg unter Trainer Otto Rehhagel prompt Deutscher Meister. Im Trainergeschäft hat Koch das Glück verlassen. Seine letzte Station hieß 2011 in der Rheinlandliga SV Dörbach. Schmidt dagegen ist seit 2007 bei Heidenheim im Amt. Der Verein seiner Geburtsstadt hat gerade bis 2020 mit ihm verlängert.

Matthias Roth

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