Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
News „Diese Muskelspiele machen den Fußball kaputt“: KSC-Fanattacken gegen RB Leipzig
Sportbuzzer RB Leipzig News
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:54 10.03.2015
Banner der Fans des Karlsruher SC beim Heimspiel gegen RB Leipzig. Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig/Karlsruhe

Nach dem Abpfiff der Zweitligapartie versammelten sich rund 200 Anhänger der Badener vor der Ausfahrt des Wildparkstadions und versuchten RB-Sportdirektor Ralf Rangnick an der Heimfahrt zu hindern.  

Nach Angaben der Polizei war das Tor von 22.45 Uhr bis 23.10 Uhr blockiert. Vertreter des KSC und das Sicherheitspersonal hätten den aufgebrachten Mob jedoch beruhigen können, gegen vier Fans seien Platzverbote ausgesprochen worden. „Das waren die üblichen Muskelspiele, die den Fußball kaputt machen“, sagte Sabine Doll, Polizeisprecherin in Karlsruhe, gegenüber LVZ-Online. Verletzt worden sei zum Glück niemand. Die Mannschaft habe gegen 23.30 Uhr mit ihrem Bus das Stadiongelände verlassen.    

Das war auch nicht der einzige Vorfall am Montag. Vor dem Spiel hatten selbsternannte „besorgte Fußballfans aus Karlsruhe“ die Anhänger von RB Leipzig vor einer Reise zu der Auswärtspartie gewarnt. Tatsächlich suchten etwa 20 schwarz gekleidete Personen das Mannschaftshotel „Zur Krone“ in Herxheim auf, blockierten die Straße, auf der der Leipziger Team-Bus fuhr. „Es sind wohl drei Stunden vor Anpfiff vermummte KSC-Anhänger, ich nenne sie Wahnsinnige, ins Hotel gestürmt“, sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick.  

Die Mannschaft sei zu diesem Zeitpunkt auf den Zimmern gewesen. „Nach dem Singen übelster Lieder und Zeigen von Stinkefingern sind sie dann gegangen, kurz bevor die Polizei kam“, so Rangnick weiter, der anfügte: „Das nimmt langsam Dimensionen an, die nicht mehr zu verantworten sind. Das geht nicht nur uns so, wie die Vorfälle in Stuttgart und mit Marcel Reif zeigen. Manchen geht es wohl nur darum, ein Feindbild zu haben."    

Laut Polizei Landau wollten sich zwei KSC-Fans sogar zu den Spielerzimmern durchfragen. "Sie haben beim Eigentümer nach den Räumlichkeiten für mehrere Personen angefragt", teilten die Beamten mit. Sie seien aus dem Hotel verwiesen worden. Da die Mannschaft nach dem Spiel noch eine Nacht in Herxheim verbrachte, stellte die Polizei einen Objektschutz ab. Es sei zu keinen weiteren Vorfällen gekommen.

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther meldete sich ebenfalls zu Wort: „Das ist natürlich vollkommen deplatziert. Wir distanzieren uns davon und können uns nur entschuldigen, wenn es da Probleme gegeben hat“, sagte er über den Vorfall. „Wir werden die Sache natürlich aufklären, aber wollen erst mal den Sachbericht der Polizei abwarten.“    

Und auch auf der Fahrt zum Spiel musste der Bus der Roten Bullen noch einmal stoppen. Dieses Mal ordnete die Polizei eine Zwangspause an. „Wir haben die Strecke nach Störern abgesucht“, so Polizeisprecherin Doll. Erst als die Beamten nichts fanden, durfte die Mannschaft weiterfahren.    

Im Stadion taten die Karlsruhe-Fans ihren Unmut über Rasenballsport Leipzig unter anderem mit einem Banner kund, auf dem stand: „Die Gegengerade schützt sich vor der Bullenseuche.“ Auch Ralf Rangnick wurde persönlich mit Banneraufschriften angeboten. Laut Doll seien die Banner entfernt worden. Die Beamten wollen nun Videoaufzeichnungen auswerten, um mögliche Verfahren wegen Beleidigung einzuleiten.

Matthias Roth / Michael Frömmert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In einem Brief hatten Hooligans des Karlsruher SC in der vergangenen Woche Aktionen gegen RB Leipzig angekündigt. Am Montagabend bekamen bekamen  Mannschaft und Verantwortliche des Vereins zu spüren, was mit diesen Aktionen gemeint war.

10.03.2015

Der Widerstand gegen den Fußball-Zweitligisten RB Leipzig nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Nach der Absage eines Jugendcamps wegen Drohungen im Internet sorgte im Vorfeld des Auswärtsspiels am Montag beim Karlsruher SC ein anonymer Brief für Aufregung.

09.03.2015

Der Widerstand gegen den Fußball-Zweitligisten RB Leipzig nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Nach der Absage eines Jugendcamps wegen Drohungen im Internet sorgte im Vorfeld des Auswärtsspiels am Montag beim Karlsruher SC ein anonymer Brief für Aufregung.

09.03.2015
Anzeige