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News Experte zur Ausgliederung von RB Leipzig in GmbH: „Ziel ist weitere Professionalisierung“
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14:49 26.11.2014
Sportrechtsexperte Johannes Arnhold. Quelle: Privat
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Leipzig

Die Hälfte aller Klubs in den ersten zwei Ligen haben ihre Lizenzspielerabteilungen als Kapitalgesellschaften ausgegliedert. Experte Johannes Arnhold, Anwalt für Sportrecht und Dozent an der TU Ilmenau erklärt, warum Fußball-Vereine diesen Schritt gehen.

Die letzten prominenten Beispiele im Fußball waren Hertha BSC Berlin und der Hamburger SV. Der VfB Stuttgart will 2015 folgen. Warum werden Profiabteilungen überhaupt ausgegliedert?

Arnhold: Zum einen geschieht das, um theoretischen vereins- oder steuerrechtlichen Risiken vorzubeugen. Diese können sich daraus ergeben, dass im kommerzialisierten Sport keineswegs mehr die ideellen Zwecke des gemeinnützigen Vereins überwiegen. Im Gegenteil: Was ihre Umsätze angehen, ähneln die Vereine im Profi-Fußball heute großen Industrieunternehmen. Zum anderen kann das strategische Gründe haben, wie die Öffnung für neue Investoren und die Bindung strategischer Partner. Zudem werden auch Geschäftsführung sowie Entscheidungs- und Kontrollstrukturen professionalisiert, wohingegen beim e.V. Funktionsträger unter Umständen sogar noch ehrenamtlich arbeiten.

Warum gehen nicht mehr Vereine diesen Schritt, wenn das Modell so lukrativ ist?

Zum einen fürchten die Traditionalisten unter den Mitgliedern dieser Klubs wohl den eigenen Machtverlust. Während zum Beispiel bei einer GmbH die Geschäftsführung den Ton angibt, haben bei den Vereinen immer noch die Mitglieder durch das Beschlussorgan der Mitgliederversammlung eine gewichtige Stimme. Rechtlich ist das natürlich richtig, aber tatsächlich sind Bundesligavereine längst managementgeführt. Zudem fürchten sich Mitglieder wohl vor windigen Investoren, die ihr Geld kurzfristig reinpumpen, dann die Lust verlieren, den Rückzug antreten und den Verein im Stich lassen. In Deutschland ist dieses Risiko durch die 50+1-Regel vom DFB minimiert. Denn nach diesem Regelwerk verbleiben mindestens 51 Prozent der Stimmrechte an den Kapitalgesellschaften beim Stammverein und damit in Mitgliederhand.

RB Leipzig muss bis Mitte Januar die dritte und letzte Lizenzauflage der Deutschen Fußball Liga (DFL) erfüllen und sich für Mitglieder öffnen. Inwiefern könnte die Ausgliederung zum jetzigen Zeitpunkt dabei eine Rolle spielen?

Faktisch haben die Mitglieder des Stammvereins wegen der 50+1-Regel dann zukünftig die Mehrheit der Stimmrechte an der ausgegliederten GmbH. Wenn Sie so wollen, sichern sich der oder die zukünftigen Gesellschafter der GmbH dann immerhin knapp die Hälfte der Stimmrechte, was als e.V. bei gleichzeitiger Öffnung für Mitglieder natürlich schwer vorstellbar wäre. Das kann zwar ein Aspekt für die jetzige Entscheidung bei RB sein. Die Ausgliederung ist aber insgesamt sicher das Resultat einer Gesamtschau mit dem Ziel der weiteren Professionalisierung.

Warum RB Leipzig die Ausgliederung vollziehen möchte, ist auf Anfrage beim Verein nicht zu erfahren. Nach der Mitgliederversammlung am 2. Dezember soll es eine öffentliche Stellungnahme geben. Rund 150 Fördermitglieder von RB dürfen anwesend sein, Stimmrecht haben aber nur die regulären Mitglieder. Das sind zwölf Personen.

Anne Grimm

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